„Der göttliche Plan“: Wie Reagan und Papst Johannes Paul II. gemeinsam im Kalten Krieg siegten

In den USA ist ein Dokumentarfilm „The Divine Plan“ („Der göttliche Plan“) erschienen, der sich mit dem Verhältnis zwischen US-Präsident Ronald Reagan und Papst Johannes Paul II. in der Endphase des Kalten Krieges befasst – und darlegt, wie beide gezielt und bewusst zusammenwirkten, um die Sowjetunion als damalige globale Führungsmacht des Kommunismus zu besiegen. Das dazugehörige Buch wird im Juni 2019 auf den Markt kommen.

Rob Schwarzwalder hat sich den Film bereits angesehen und legt auf der Plattform „Stream“ seine Eindrücke dar. Paul Kengor, Politikwissenschaftler am Grove City College, und Filmemacher Robert Orlando haben in ihrer Produktion herausgearbeitet, wie Reagan und der polnische Papst zu der Überzeugung gekommen seien, einen göttlichen Auftrag zu haben, um eine einzigartige Partnerschaft zu errichten.

Diese wiederum habe eine ebenso einzigartige Aufgabe: Sie sollten gemeinsam den Kalten Krieg beenden, indem sie auf internationaler Ebene das Scheitern des kommunistischen Regimes in Moskau herausarbeiten und so den internen Zusammenbruch der Sowjetunion beschleunigen.

Kommunismus als Affront gegen die Menschlichkeit erkannt

Das Bündnis zwischen dem Weißen Haus und dem Vatikan erschien durchaus als ein Wagnis in einer Zeit, in der in Westeuropa Politiker von einem „Wandel durch Annäherung“ sprachen, die deutsche Wiedervereinigung ad acta legen wollten und die von den Sowjets gesteuerte „Friedensbewegung“ hunderttausende Demonstranten mobilisieren konnte.

Die „Anerkennung der Realitäten“ war es jedoch nicht, die Reagan und der Papst im Sinn hatten. Wie der Historiker H.W. Brands von der University of Texas erklärte, sah der US-Präsident mehr als seine Vorgänger im Kalten Krieg eine grundlegende moralische Auseinandersetzung. Reagan war – wie auch der polnische Papst – davon überzeugt, dass der Kommunismus einen Affront gegen die Menschlichkeit bedeutete. Bereits zu Beginn seiner Amtszeit stand für Reagan das Ziel fest: „Wir gewinnen, sie verlieren.“

„Der göttliche Plan“ schildert detailliert und faktenreich die enge und geheime Zusammenarbeit zwischen den beiden Anfang der 1980er in ihre Ämter getretenen Staatsoberhäupter und ihre gemeinsamen Anstrengungen, um das „Reich des Bösen“ zu unterminieren. Dabei tauchen auch einige Namen wieder auf, die zumindest Zeitzeugen aus den 1980er Jahren in wacher Erinnerung sein dürften.

Wie der katholische Gelehrte und Reagan-Berater George Weigel schildert, hätten beide eine „parallele“ Lesart des Kommunismus gehabt. Beide glaubten zudem tief an die menschliche Würde und den Wert jedes einzelnen Lebens als Konsequenz aus Gottes Urheberschaft und Schirmherrschaft von Leben und Freiheit. Reagan erklärte: „Jeder Mensch ist eine res sacra, eine geheiligte Wirklichkeit.“ Johannes Paul II. formulierte: „Jeder Mensch ist ein einzigartiges und nicht wiederholbares Geschenk Gottes.“

„Aufgabe des Gewissens, göttlichen Willen zu erkennen“

Der „Wunsch der Menschen, Gott zu erkennen“, war auch nach dessen eigenen Worten der Faktor, der den US-Präsidenten so zuversichtlich machte, wenn es um einen möglichen Fall der Sowjetunion ging.

„Der göttliche Plan“ befasst sich auch mit Themen wie der Verwicklung des Breschnew-Regimes in den Attentatsplan gegen den Papst, mit der Rolle der engagierten Antikommunistin Margaret Thatcher oder der Drohung des Wojtylas in einem Brief an Breschnew, er könnte sein Papstamt zurücklegen und nach Polen zurückkehren, um dort den antikommunistischen Widerstand zu führen.

Die von profilierten Katholiken erarbeitete Produktion widmet auch ihren Glaubensbrüdern ein Augenmerk, die als Berater im Weißen Haus wirkten – und dem „Sinn für das Katholische“, der dem Presbyterianer und den Evangelikalen nahestehenden Reagan eigen war.

George Weigel, der als einer Architekten des Bündnisses zwischen Washington und dem Vatikan war, erklärte einst mit Blick auf die Philosophie, die Reagan und Wojtyla verband:

„Ob man nun Christ ist oder nicht, man kann den Umstand erfassen, dass es eine göttliche Absicht in den Angelegenheiten des Menschen gibt, dass es die Aufgabe des Gewissens ist, herauszufinden, worin dieser göttliche Wille besteht, und dann ohne Rücksicht auf die Kosten danach zu handeln.“

Quelle: https://www.epochtimes.de/politik/welt/der-goettliche-plan-wie-reagan-und-papst-johannes-paul-ii-gemeinsam-im-kalten-krieg-siegten-a2832416.html