Der Stratellit für die Stratosphäre

Von 26. April 2005 Aktualisiert: 26. April 2005 1:24
Eine neue Ära der Datenübertragung

Wenn sich die Vision einer kleinen Firma aus Wisconsin verwirklichen lässt, dann wird der Streit um Mobilfunktürme bald beendet sein. Sanswire enthüllte vor kurzem den Prototyp des Stratelliten. Dabei handelt es sich um eine unbemannte Art von Luftschiff, das in fast 20 km Höhe in der Stratosphäre fliegen soll, genau gesagt, höher als der Jetstream, aber unterhalb der Satelliten – ein Stratellit eben. Ein großer Vorteil liegt in den Kosten, diese liegen nur bei einem Zehntel herkömmlicher Satelliten.

Von dieser Höhe aus ist ein einziger Stratellit in der Lage, Breitband und Mobiltelefonsignale in ein Gebiet mit der Größe von Texas zu senden.

Die Erfinder behaupten, dass dadurch auch Mobilfunktürme überflüssig würden.

Schon im nächsten Jahr sollen Hunderte, wenn nicht Tausende dieser fliegenden Boten über allen Kontinenten zu sehen sein.

Was ist nun genau ein Stratellit?

Er ist ein Flugzeug für extreme Höhen, kein Ballon oder Zeppelin, so die Erfinder. Der Stratellit wird aus Spektra und Kevlar hergestellt und von solargetriebenen Maschinen angetrieben. Seine Höhe erreicht er durch Gasfüllung. Wenn er an Ort und Stelle ist, dann bleibt der Stratellit an den gleichen GPS-Koordinaten und wird vom Erdboden aus gesteuert. Erst nach 18 Monaten muss er zum Gasauftanken zurück auf die Erde. Er trägt eine Nutzlast von etwa 1500 Kilo. Der Plan der Firma sieht im ersten Schritt für jede Metropolregion einen eigenen Stratelliten vor.

Vom Konzept her ist ein Stratellit einem Satelliten sehr ähnlich. Bisherige Satelliten können zwar Downloadkapazitäten für den Endnutzer zur Verfügung stellen, aber die High-Speed- Kommunikation in zwei Richtungen funktionierte bisher nicht.

Man dürfte so überall im Land Internetanschluss haben können, ebenso überall Empfang für Mobiltelefone. Einfach den Laptop öffnen, und schon ist der Anschluss ans World Wide Web da. Natürlich können auch Fernsehsignale etc. übertragen werden.

Dass die Ideen der Firma offenbar mehr als eine Vision sind, zeigen die gerade laufenden Verhandlungen mit der NASA und dem US-Militär.

Sollte sich der Stratellit wirklich als tauglich erweisen, wonach es gegenwärtig aussieht, dürfte den bisherigen Satellitenbetreibern eine mehr als bedrohliche Konkurrenz erwachsen und die Welt der Datenübertragung eine revolutionären Sprung nach vorne machen, und viele Gebiete würden von den umstrittenen Mobilfunkmasten verschont bleiben.

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