Die Sehnsucht nach Freiheit: Iranische Sittenpolizei zwingt junge Frauen am Strand zurück in ihre Hüllen (Video)

Von 6. Juli 2019 Aktualisiert: 6. Juli 2019 17:13
Wenn man Freiheit hat, schätzt man sie oft nicht, verteidigt sie nicht. Doch wie schnell kann sie verloren gehen. Die Frauen im Iran kämpfen seit 40 Jahren für ein wenig Freiheit, die ihnen 1979 weggenommen wurde, von islamischen Fundamentalisten, unterstützt von westlichen linken Ideologen.

Während im westlichen Europa versucht wird, extreme muslimische Frauen-Bekleidung als kulturelle Eigenheit und sogar Freiheit zu verkaufen, zeigt sich bei den unterdrückten Frauen im Iran die Sehnsucht nach wirklicher Freiheit.

Wie eine Videoaufnahme an einem iranischen Strand belegt, wurden dort junge Frauen ohne Hijab erwischt, vielleicht von einer „Wächterin“ verraten. Schon war die „Sittenpolizei“ vor Ort, um die Frevlerinnen in ihr meist schwarzen Hüllen zurückzuzwingen.

Einer der beschämendsten und demütigendsten Momente, die wir Frauen im Iran oft erleben. Die Moralpolizei hat Frauen aus dem Meer geworfen und sie gezwungen, Hijab zu tragen, während Männer die Freiheit genießen.“

„My Stealthy Freedom“ – Meine heimliche Freiheit

Zu dem dort geposteten Video vom Strand heißt es auf der Facebook-Seite der von der in New Yorker lebenden iranischen Journalistin Masih Alinejad im Mai 2014 gegründeten Online-Bewegung „My Stealthy Freedom“ („Meine heimliche Freiheit“) auffordernd:

Lasst uns die Diskriminierung gemeinsam beenden.“

Die Facebook-Seite gibt iranischen Frauen die Möglichkeit, Fotos von sich ohne Verhüllung zu veröffentlichen. Die „Welt“ schrieb Anfang Juni 2014, dass laut der Initiatorin selbst jene Frauen, die nicht daran glauben würden, dass der Hijab aufgezwungen sei, Momente heimlicher Freiheit genossen hätten. Sie forderte die Frauen auf, ihre Bilder mit ihr zu teilen. Die überwältigende Reaktion war Auslöser für die Facebook-Seite, die Anfang Mai 2015 gegründet wurde und nach vier Wochen fast eine halbe Million Follower verzeichnen konnte.

Doch der Kampf um die Sehnsucht der iranischen Frauen nach mehr Freiheit ist noch längst nicht gewonnen und immer noch gefährlich . An manchen Orten schlägt die Sittenpolizei noch zu und nicht verhüllte Frauen werden weggebracht.

Dennoch: Die Stimme der Frauen ist nicht mehr zu unterdrücken. Für jede verhaftete Aktivistin stehen neue mutige Frauen auf, um ihnen eine Stimme zu geben.

Mehr und mehr wagen sich die Iranerinnen ohne Hijab-Verschleierung in die Öffentlichkeit, trotzen der Gefahr, wie jene junge iranische Frau, unter deren Video auf Arabisch, Französisch und Englisch steht:

So widersetzen sich iranische Mädchen dem obligatorischen Hijab auf der Straße: Sie gehen #WalkingUnveiled und tanzen, indem sie die Brise in ihrem Haar spüren.
Ein weiterer #WhiteWednesdays, ein weiterer Tag des kollektiven Widerstands gegen den obligatorischen Hijab.
Gewöhnliche Frauen sind die Führer dieser Bewegung.

#MyCameraIsMyWeapon
#WalkingUnveiled
#WhiteWednesdays
#MyStealthyFreeedom

Die Freiheit der Entscheidung

Dabei ging es Masih Alinejad nicht um einen Kampf gegen den Hijab, sondern um die Freiheit der Entscheidung ihn zu tragen oder nicht.

Doch schnell kam die Reaktion der religiös-staatlichen Organe. Beim Freitagsgebet in Teheran nahm sich der Vorbeter des Themas an: Man habe Frauen gesichtet, die ihre Kopftücher abgelegt hätten …

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Ein Parlamentsabgeordneter und Berater des iranischen Führers warnte, dass die Regierung die Kontrolle über den Hijab verliere.

Zeitungsartikel erschienen. In einem wurde den Männern das Recht eingeräumt, gegenüber Frauen, die sich solche Freiheiten nähmen, ihren sexuellen Bedürfnissen nachzugeben: „Damit ist nichts anderes als Vergewaltigung gemeint“, so Alinejad.

Dann kam es in den Fernsehnachrichten: Sie, Alinejad, damals in London lebend, hätte dort Drogen genommen, sich ausgezogen und sei von drei Männern vergewaltigt worden. Ihr Sohn hätte zugesehen. Die Tat sei nur wegen des Einflusses der BBC geheim gehalten worden, logen die offiziellen iranischen Fernsehnachrichten.

1979 – Das Jahr, als die Freiheit verschwand

Frei waren die Frauen im Iran jedoch auch einmal. Vor der Islamischen Revolution 1979, vor dem Sturz der Monarchie und der Absetzung des Schahs, Mohammad Reza Pahlavi. Der Iran war westlich orientiert. Es gab zahlreiche Reformen. Die Frauen durften wählen gehen und durch die steigenden Öleinnahmen entwickelte sich das Land hin zu einer aufstrebenden Industrienation.

Doch durch die Modernisierung kam es zu Spannungen mit den mächtigen religiösen Fundamentalisten  im Land. Auch wollte eine linke Guerillia-Bewegung das Land mit Gewalt verändern.

Auf der Konferenz von Guadeloupe im Januar 1979 beschlossen der amerikanische Präsident Jimmy Charter, ein Demokrat, der deutsche Bundeskanzler Helmut Schmidt, ein Sozialdemokrat, der britische Premierminister James Callaghan von der sozialdemokratischen Labour-Partei sowie der französische Präsident Valéry Giscard d’Estaing von der Union pour la Démocratie Française (UDF), den Schah von Persien nicht mehr zu unterstützen. Sie wandten sich dem im französischen Exil lebenden Ayatollah Chomeini zu. Der Schah verließ das Land und Chomeini kam zurück in den Iran, um seine antiwestliche „Islamische Republik“ durch Terror, Massenhinrichtungen und Unterdrückung zu formen.

Die Region wurde zusehends instabiler. 1980 brach der erste Golfkrieg aus.

Tatsache ist, wir iranischen Frauen leben seit 40 Jahren im Gefängnis.“

(Shaparak Shajarizadeh, 42)

Noch im März 1979 demonstrierten zahlreiche Frauen gegen die von ausländischen linken Kräften forcierte und kommende islamische Veränderung – zu spät. Das Unheil hatte bereits seinen Lauf genommen …

Vierzig Jahre kämpften Frauen im Iran für ein wenig mehr Freiheit, bis sie sich durch große Opfer ein wenig davon schrittweise zurückerobern konnten, was sie einst zur Zeit des Schah besaßen. Tausende von ihnen verschwanden in den Gefängnissen oder Schlimmeres.

2019 in Deutschland. Verfechter des fundamentalen Islam versuchen Kopftuch und Hijab als Freiheit zu verkaufen und treffen mit ihren ausgeklügelten Forderungen auf günstigen Nährboden. Und wie schon im Iran vor vierzig Jahren, kommen Gleichgesinnte zusammen: islamische Fundamentalisten und linke Fantasten.