Die US-Wirtschaft boomt: Fed-Chef Powell zur aktuellen Lage

Von 4. Oktober 2018 Aktualisiert: 4. Oktober 2018 22:44
Von "außergewöhnlichen Zeiten" sprach der Chef der US-Notenbank, Jerome Powell, in seinem Ausblick auf die Wirtschaft der Vereinigten Staaten von Amerika. Die "historische Ära" sehr niedriger Arbeitslosigkeit und dennoch moderater Preise werde so schnell auch nicht zu Ende gehen.

Der Chef der US-amerikanischen Notenbank Federal Reserve, Jerome Powell, hat am Dienstag von einem „bemerkenswert positiven Ausblick“ für die US-Wirtschaft gesprochen und Reuters zufolge erklärt, man befinde sich an der Schwelle einer „historische Ära“ extrem niedriger Arbeitslosigkeit bei moderaten Preise.

Dass die Arbeitslosigkeit wohl noch für mindestens zwei weitere Jahre unter vier Prozent liegen wird und die Inflation niedrig bleibt, obwohl die Gehälter steigen, sei „einzigartig in der Geschichte der US-Daten“.

Um der Gefahr steigender Preise vorzubeugen, die üblicherweise mit so niedriger Arbeitslosigkeit einhergehen, müsse die Fed, so Powell, weiterhin stufenweise die Zinsen anheben. Er räumte jedoch auch ein, dass es den jüngsten Einschätzungen der Fed zufolge, „weit von übersteigertem Optimismus entfernt“, auch zu Veränderungen in der Wirtschaft kommen könne, die sogar bei sinkender Arbeitslosigkeit immer noch die Inflation im Rahmen halten würden.

„Diese Prognose ist nicht zu schön, um wahr zu sein,“ so Powell, „sie ist ein Zeugnis davon, dass wir weiterhin in außergewöhnlichen Zeiten leben.“

Haushalte und Unternehmen haben ihre Furcht vor Inflation verloren

Die Entwicklungen schaffen insgesamt „eine bessere Welt für Haushalte und Unternehmen, die nicht länger eine hohe und volatile Inflation erleben oder auch nur befürchten müssen“.

Das Fehlen dieser Furcht und die starke Entschlossenheit der Zentralbanken, die Inflation unter Kontrolle zu halten, seien die Gründe, warum Preissteigerungen im Rahmen blieben, so Powell. Und deshalb habe es selbst während des Rückgangs während der großen Rezession keine Deflation gegeben.

Die mögliche veränderte Verbindung von Inflation und Arbeitslosigkeit hatte auch die wirtschaftspolitische Debatte in den Krisenjahren 2007 bis 2009 geprägt. Einige mittlerweile ausgeschiedene Fed-Vorstände warnten beispielsweise, dass das Sinken der Arbeitslosenrate und das Drucken von neuen Dollars in Billionenhöhe schon bald zu einer galoppierenden Inflation führen könnte.

Der Effekt trat allerdings nie ein, weshalb mittlerweile sogar die herrschende Lehre rund um die „Phillips-Kurve“, die einen Zusammenhang sieht zwischen niedriger Arbeitslosigkeit und hoher Inflation, in Zweifel gezogen wird. Powell will jedoch nicht so weit gehen und lieber vorsorglich die Zinsen anheben, damit die befürchtete Verbindung bei weiterer Abnahme der Arbeitslosigkeit nicht wiederauflebe.

Selbst eine neue Finanzkrise würde glimpflicher enden als 2008

Allerdings gehe er davon aus, dass die Wirtschaft mittlerweile tatsächlich gegen eine hyperinflationäre Entwicklung wie in den 1960er Jahren immun sei – und dass die Fed dafür lediglich ihr Versprechen halten müsse, rechtzeitig auf sich anbahnende Risiken zu reagieren, die eine neuerliche inflationäre Psychologie befürchten ließen. Eine solche Entwicklung sei aber auch nicht in Sicht.

„Ich bin glücklich darüber“, so Powell, „dass ich hier stehen kann und sagen, dass die Wirtschaft stark ist, die Arbeitslosigkeit nahe an einem 50-Jahrestief ist und die Inflation in etwa auf der Höhe unseres Zwei-Prozent-Ziels. Die grundlegenden Aussichten von Prognostikern innerhalb und außerhalb der Fed sind, dass es dabei bleibt.“

Am Mittwoch erklärte Powell bei einer Veranstaltung der Denkfabrik Atlantic Council zudem noch, dass, selbst wenn eine neue Finanzkrise kommen sollte, diese nicht so einschneidend sein werde wie der Einbruch 2008. Dies berichtet AFP. Derzeit gebe es keine Anzeichen für eine finanzielle Instabilität oder Probleme des Bankensektors. Passieren könne indes etwa eine großangelegte Cyberattacke.

Wie sich die Zollpolitik des US-Präsidenten Donald Trump auswirken werde, sei zum gegenwärtigen Zeitpunkt nicht absehbar. Die Schwächung einer wichtigen Wirtschaftsmacht wie China könne sich als „schlecht für amerikanische Arbeiter und die amerikanische Wirtschaft“ erweisen, sagte Powell. Auf der anderen Seite könne ein potenzieller Abbau von Zöllen als Folge der Handelskonflikte „gut für uns sein“.

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