Draht im Essen kommt Starkoch in New York teuer zu stehen

Epoch Times1. November 2016 Aktualisiert: 1. November 2016 13:44
Ein Geschworenengericht verurteilte den Restaurantbetreiber Daniel Boulud zu einer Zahlung von 1,3 Millionen Dollar (1,2 Millionen Euro), weil ein Gast ein Stück Draht verschluckt hatte, das auf einen Teller Coq au Vin geraten war.

Eine Nachlässigkeit in der Küche kommt einem Gourmet-Gastronomen in New York teuer zu stehen: Ein Geschworenengericht verurteilte den französischen Starkoch Daniel Boulud zu einer Zahlung von 1,3 Millionen Dollar (1,2 Millionen Euro) wegen eines Drahtstücks, das ein Gast beim Verspeisen eines Tellers Coq au Vin verschluckt hatte. Dies geht aus Gerichtsakten hervor, die der Nachrichtenagentur AFP am Montag in New York vorlagen.

Barry Bret hatte im Februar 2015 mit seiner Frau das „Bistro Moderne“ des französischen Spitzenkochs Daniel Boulud in Manhattan  besucht. Beim Schlucken fühlte er einen fremden Gegenstand im Hals, weswegen er laut den Gerichtsakten das Lokal verließ. Das Drahtstück habe eine schwere Entzündung ausgelöst, die eine Notoperation erforderlich gemacht habe. Ein Chirurg habe dabei ein 2,5 Zentimeter langes Drahtstück entfernt, das offenbar von einem billigen Grill-Pinsel stammte.

Am 15. April 2015 reichte Bret Klage ein. Seine Anwälte sagten während der Verhandlung, die Infektion hätte tödlich sein können. Im Urteil hieß es dann, das Restaurant habe „nachlässig“ gehandelt. Die Geschworenen standen dem Gast deshalb Schmerzensgeld und Schadensersatz in Höhe von 1,3 Millionen Dollar zu, seine Frau soll 11.000 Dollar bekommen.

Die Kläger-Anwältin Elizabeth Eilander zeigte sich „sehr zufrieden“ mit der Entscheidung der Jury, die erkannt habe, „wie gefährlich es ist, Metallbürsten in der Nähe von Lebensmitteln zu verwenden“. Das Restaurant habe „nie Verantwortung übernehmen wollen“ und stattdessen versucht, ihren Mandanten zu belasten, fügte sie hinzu.

Beim „Bistrot Moderne“ selbst wollte auf Anfrage von AFP niemand etwas zu dem Urteil sagen. Dessen Anwalt kündigte jedoch an, Berufung einzulegen. „Es war keine Absicht.“ Nur, wenn der Angeklagte bewusst gehandelt habe, sei der Schmerzensgeldanspruch zu rechtfertigen, argumentierte der Anwalt. Darüber hinaus habe Bret sich erst vier Tage nach seinem Restaurantbesuch behandeln lassen, wodurch sich sein Zustand noch verschlimmert habe.

Für Restaurantbetreiber Boulud steht sein Ruf auf dem Spiel. Der französische Chefkoch besitzt etwa 20 Restaurants rund um die Welt sowie zehn Gasthäuser in New York. Dort hat er sich mit gehobener Küche einen Namen gemacht. Bekannt ist Boulud vor allem für seine „Gourmet-Hamburger“, die er 2001 kreierte. Sein renommiertestes Restaurant in der Metropole ist das „Daniel“, das mit zwei Sternen beim Restaurantführer Guide Michelin gelistet wird.

(afp)

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