„Drill, Baby, Drill“: USA steigen zum globalen Energie-Giganten auf

Von 11. October 2018 Aktualisiert: 11. Oktober 2018 19:42
Die USA bieten den Öko-Apokalyptikern erfolgreich die Stirn. Offshore-Drilling und Gasbohrungen sorgen dafür, dass die Amerikaner zunehmend zum neuen globalen Energie-Giganten aufsteigen.

Wie die „Washington Times“ berichtet, sind die Vereinigten Staaten vor zwei Monaten zum weltgrößten Produzenten von Rohöl aufgestiegen. Entsprechend steigen auch die Exporte von Rohöl, Raffinerieprodukten und Erdgas. Gruppen, die dafür plädieren, die Reserven im Boden zu belassen, verlieren an Boden.

Im August erreichte die US-Produktion von Rohöl einen Tageswert von 10,8 Millionen Barrel, mehr als doppelt so viel wie 2008. Bereits im Februar hatte der Ausstoß der Amerikaner jenen Saudi-Arabiens übertroffen, im August auch jenen der Russischen Föderation. Die Erdgasproduktion der USA ist in der Zeit von 2007 bis 2017 um 40 Prozent gestiegen, bereits 2011 hatte man diesbezüglich jene der Russischen Föderation übertroffen.

Die Technik der hydraulischen Rissbildung, besser bekannt als „Fracking“, ist der Schlüssel zur US-Dominanz auf dem Weltmarkt für Erdgas. In den letzten zwei Jahrzehnten ist es Geologen und Ölbohr-Ingenieuren gelungen, die Techniken hydraulischer Rissbildung und horizontalen Bohrens zu perfektionieren. Der Effekt davon war, dass es zunehmend besser gelungen ist, auf kosteneffiziente Art und Weise Öl und Gas aus schwach durchlässigen Schieferformationen zu extrahieren. Mittlerweile hätten die USA in diesem Bereich einen zehnjährigen Erfahrungsvorteil gegenüber der Konkurrenz.

Nettoexporteur bei Rohöl und Gas

Im Jahr 2000 stammten erst sieben Prozent des Erdgasausstoßes der USA aus Gasbohrbrunnen. Heute wird diese Technologie in mehr als 20 Bundesstaaten praktiziert und 70 Prozent der nationalen Gas- sowie die Hälfte der Ölproduktion entstehen aus Fracking.

Neben der Produktion befinden sich auch die Exporte aus den USA deutlich im Aufwind. Die Ausfuhren raffinierter Ölprodukte haben sich seit 2004 verfünffacht. Seit 2011 sind die USA in diesem Bereich Nettoexporteur. Im Jahr 2015 hob die damalige Regierung Obama einen zuvor 40 Jahre lang geltenden Exportstopp für Rohöl auf. Seither stiegen die Exporte um 400 Prozent. Zwar bleiben die Vereinigten Staaten Nettoimporteure in diesem Bereich, die Ölimporte haben jedoch den niedrigsten Wert seit 2000 erreicht.

Im Vorjahr sind die USA auch beim Erdgas zum Nettoexporteur geworden, wobei die meisten Ausfuhren nach Mexiko gingen. Während vor 2010 Terminals gebaut wurden, um verflüssigtes Erdgas importieren zu können, ermöglichte es die Fracking-Revolution den Vereinigten Staaten, Gas in großen Mengen zu produzieren. Die Kosten für die Gewinnung belaufen sich dabei auf die Hälfte dessen, was dafür in Europa anfällt, und ein Drittel des japanischen Preisniveaus bei der Herstellung. Seit 2016 arbeiten auch die Terminals für den Export von verflüssigtem Erdgas (LNG) am Sabine Pass in Louisiana und seit 2018 am Cove Point in Maryland. Bis 2020 sollen noch vier weitere Exportterminals ihren Betrieb aufnehmen.

Propangas für asiatischen Markt

Auch beim Propangas, das vor allem zum Heizen und Kochen verwendet wird, sind die USA zum Nettoexporteur aufgestiegen. Seit 2010 hat sich auch hier die Produktion verdoppelt und mittlerweile sind es eine Million Barrel pro Tag, die von den Vereinigten Staaten aus in alle Welt gehen.

Der Markt ist zudem noch weit davon entfernt, erschöpft zu sein. Immer noch haben weltweit drei Milliarden Menschen keinen Zugang zu modernen Energieträgern für Heizung und Lebensmittelzubereitung. Indien will es mit einem ehrgeizigen Programm schaffen, bis März 2019 etwa 80 Prozent seiner Haushalte mit Propan-Flüssiggas zu versorgen. Auch die Volksrepublik China und einige weitere Länder setzen auf diese Form der Infrastrukturpolitik. Der 2016 fertiggestellte Ausbau des Panamakanals erleichtert es Supertankern, US-amerikanisches Propan- und Erdgas nach Asien zu befördern.

Die Energierevolution in den USA verbessert in diesem Bereich auch die Handelsbilanz. Im Jahr 2011 betrug das Handelsbilanzdefizit in diesem Bereich noch 325 Milliarden US-Dollar. Im Vorjahr führte das Land nur noch für 57 Milliarden US-Dollar mehr an Energieprodukten ein als es ausführte. Heute ist der Energiesektor einer der stärksten Akteure in der US-Wirtschaft.

Positive Nebeneffekte für weitere Industrien

Dass US-amerikanische Öl- und Gasraffinerien im eigenen Land auch günstig Äthylen und Propylen herstellen können, Basismaterialien für die PVC-Herstellung, verschafft auch der Plastikindustrie einen erheblichen Kostenvorteil auf dem Weltmarkt. Auch Chemie und Stahl profitieren von günstigem Erdgas. Darüber hinaus freuen sich auch die Hersteller von Aluminium, Zement, Papier und anderen Industrieprodukten über die günstigen Energiepreise.

Öko-Ideologen werden die Entwicklung beklagen, der Aufstieg der USA zur globalen Energiemacht schreitet weiter voran. Dies hilft nicht nur der US-Industrie und der US-Wirtschaft, sondern nützt auch Europa, Asien und dem Rest der Welt, die auf ein höheres Angebot an kostengünstiger Energie zugreifen können.

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