Türkische Soldaten auf der türkisch-syrischen Grenze. 1. September 2016.Foto: BULENT KILIC/AFP/Getty Images

Erdogan fordert Flugverbotszone im Norden Syriens – Eskalation mit Assad-Regierung und Russland vorprogrammiert

Epoch Times13. Februar 2017 Aktualisiert: 13. Februar 2017 19:29
"Unser Ziel ist es, in einer Zone von 4000 bis 5000 Quadratkilometern eine Sicherheitszone einzurichten, die von Terroristen gesäubert ist", so der türkische Staatschef Erdogan. Um das Gebiet zu sichern, müsse auch eine Flugverbotszone geschaffen werden. Dies wäre eine Kriegserklärung an die syrische Regierung und Russland.

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan hat erneut die Einrichtung einer „Sicherheitszone“ im Norden Syriens gefordert. „Unser Ziel ist es, in einer Zone von 4000 bis 5000 Quadratkilometern eine Sicherheitszone einzurichten, die von Terroristen gesäubert ist“, sagte Erdogan am Montag bei einem Besuch in Bahrein in einer im Fernsehen übertragenen Rede. Um das Gebiet zu sichern, müsse auch eine Flugverbotszone geschaffen werden.

Die Türkei befürwortet seit langem die Schaffung einer „Sicherheitszone“ in Nordsyrien, um einen Teil der 2,7 Millionen syrischen Flüchtlingen in der Türkei dort anzusiedeln. Der neue US-Präsident Donald Trump hat sich ebenfalls für eine solche Zone ausgesprochen, doch ist bisher offen, in welchem Gebiet sie geschaffen werden sollte. Das US-Verteidigungsministerium soll dazu demnächst einen Plan vorlegen.

Ein großer Teil der syrischen Gebiete an der türkischen Grenze wird von der kurdischen Partei der Demokratischen Union (PYD) kontrolliert, die ein wichtiger Verbündeter der US-Regierung im Kampf gegen die Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) ist. Die Türkei dagegen betrachtet die PYD wegen ihrer Nähe zur Arbeiterpartei Kurdistans (PKK) als „Terrororganisation“ und fordert, dass die USA ihre Kooperation einstellen.

Die Türkei hatte Ende August im Norden Syriens interveniert, um die Dschihadisten sowie die PYD-Milizen von der türkischen Grenze zurückzudrängen. Nach wochenlanger Belagerung der IS-Hochburg Al-Bab drang die türkische Armee am Wochenende in die Stadt ein. Erdogan sagte am Montag, die Einnahme Al-Babs sei nur noch eine „Frage der Zeit“. Das nächste Ziel des türkischen Einsatzes könnte dann die IS-Hauptstadt Raka sein.

Flugverbotszone wäre Krieg gegen Assad-Regierung und Russland

Die Forderung nach einer Flugverbotszone in Syrien, würde aber auch bedeuten, Krieg gegen den syrischen Staatschef Baschar al-Assad zu führen. Und damit auch gegen die Russische Föderation.

Russland ist ein wichtiger Partner der syrischen Regierung und dessen Präsenz über die wichtigsten Basen im Konfliktland verstreut. Im Kampf gegen die Dschihadistenmiliz Islamischen Staat und anderer Terroristen befinden sich die russischen Kampfjets derzeit überall im syrischen Luftgebiet.

Joseph Francis Dunford, ein General des United States Marine Corps (USMC) und seit dem 1. Oktober 2015 Vorsitzender des Vereinigten Generalstabs der Streitkräfte der Vereinigten Staaten, sagte über eine Flugverbotszone in Syrien: Wenn die USA den Luftraum in Syrien vollständig kontrollieren wollen, bedeutet das ein Krieg mit Russland.

https://www.youtube.com/watch?v=ykk8ibRhx-g

Nach Bitten Assads griff Russland Ende 2015 in den Syrien-Krieg ein. Seitdem konnten große Erfolge im Kampf gegen die Islamisten erzielt werden. Ende 2016 wurde Aleppo vollständig von den Rebellen befreit. (afp/so)



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