Reporter ohne Grenzen: Erdogan zählt zu „Feinden der Pressefreiheit“

Epoch Times2. November 2016 Aktualisiert: 2. November 2016 11:54
Reporter ohne Grenzen veröffentlichte eine Liste der "Feinde der Pressefreiheit" erstmals 2013 anlässlich des Welttags gegen Straflosigkeit für Verbrechen an Journalisten. Erdogan steht ebenfalls auf der am Mittwoch neu veröffentlichten Liste von 35 Staats- und Regierungschefs, Organisationen und Geheimdiensten.

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan zählt nach Ansicht von Reporter ohne Grenzen zu den „Feinden der Pressefreiheit“. Er steht auf einer am Mittwoch von der Organisation veröffentlichten Liste von 35 Staats- und Regierungschefs, Organisationen und Geheimdiensten. „Diese verkörpern in besonders drastischer Weise die rücksichtslose Unterdrückung der Pressefreiheit durch Zensur, willkürliche Verhaftungen, Folter und Mord“, heißt es.

Erdogan kontrolliere „nach mehreren Verhaftungs- und Schließungswellen im Zuge des derzeitigen Ausnahmezustands einen Großteil der relevanten Nachrichtenmedien“, erklärte Reporter ohne Grenzen (ROG). Derzeit seien mindestens 130 Journalisten im Gefängnis, mindestens 140 Medien seien geschlossen worden.

Erst am Montag hatte die türkische Polizei den Chefredakteur der regierungskritischen Zeitung „Cumhuriyet“, Murat Sabuncu, und rund ein dutzend weitere Mitarbeiter inhaftiert. Ihnen wird unter anderem vorgeworfen, mit ihren Artikeln den gescheiterten Militärputsch Mitte Juli „legitimiert“ zu haben.

Reporter ohne Grenzen veröffentlicht die Liste der „Feinde der Pressefreiheit“ seit 2013 anlässlich des Welttags gegen Straflosigkeit für Verbrechen an Journalisten. Neu darauf sind auch der ägyptische Staatschef Abdel Fattah al-Sisi, die Huthi-Rebellen im Jemen und die Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS).

„Die vielen neuen Namen unter den Feinden der Pressefreiheit zeigen, dass Autokraten und Extremisten jeder Couleur immer noch sicher sein können, mit der Unterdrückung freier Medien straflos davonzukommen“, betonte ROG-Vorstandssprecher Michael Rediske. Er rief die UNO auf, einen Sonderbeauftragten für den Schutz von Journalisten einzusetzen. (afp)

 

 

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