NEWSTICKER Großbritannien droht dem Iran mit ernsthaften Konsequenzen – Zwei britische Tanker festgesetzt

Epoch Times20. Juli 2019 Aktualisiert: 21. Juli 2019 17:30
Die Konfrontation mit dem Iran droht außer Kontrolle zu geraten. Iranische Revolutionsgarden haben in einer Meeresenge kurz hintereinander zwei britische Tanker festgesetzt. Nur einer konnte kurze Zeit später weiterfahren.

+++ Update +++

Der Iran muss in der Tankerkrise mit britischen Strafmaßnahmen rechnen. Die Regierung prüft nach den Angaben von Verteidigungsstaatssekretär Tobias Ellwood eine „Reihe von Optionen“ und will diese morgen bekanntmachen.

London will die Spannungen entschärfen

Nach der Beschlagnahmung eines britischen Tankers in der Straße von Hormus will Großbritannien im Konflikt mit dem Iran die Spannungen entschärfen. Ein Treffen des Krisenstabs der Regierung habe „den britischen Wunsch nach Deeskalation“ bestätigt, erklärte der britische Außenminister Jeremy Hunt am Samstag auf Twitter. Allerdings sei das Schiff „Stena Impero“ „unter klarer Verletzung des Völkerrechts“ beschlagnahmt worden, betonte Hunt.

Die iranischen Revolutionsgarden hatten am Freitag mitgeteilt, der britische Tanker habe gegen „internationale Schifffahrtsregeln“ verstoßen. Er sei deshalb auf Ersuchen der Hafen- und Schifffahrtsbehörde der Provinz Hormosgan beschlagnahmt worden. Der Vorfall nährte die Sorge vor einer Eskalation des Konflikts des Westens mit dem Iran.

Westliche Länder verurteilten das Vorgehen Irans und forderten die Regierung in Teheran auf, das britische Schiff und seine Besatzung unverzüglich freizugeben.

Telefonat der Außenminister Iran und Großbritannien

Nach der Festsetzung eines britischen Öltankers durch den Iran in einer Meeresenge haben die Außenminister des Irans und Großbritanniens, Sarif und Hunt, miteinander telefoniert.

Hunt brachte dabei seine „tiefe Enttäuschung“ über die Situation zum Ausdruck. Teheran betreibe keine Deeskalation, schrieb Hunt bei Twitter.

Die staatliche iranische Nachrichtenagentur IRNA teilte mit, Sarif habe juristische Schritte gegen den beschlagnahmten Öltanker „Stena Impero“ ins Spiel gebracht. Der Stopp des Tankers sei wegen maritimer Verstöße und auf Wunsch der hiesigen Hafenbehörden erfolgt.

Großbritannien droht mit ernsthaften Konsequenzen

Die Konfrontation führender westlicher Länder mit dem Iran droht außer Kontrolle zu geraten. Iranische Revolutionsgarden haben in einer Meeresenge kurz hintereinander zwei britische Tanker festgesetzt. Nur einer konnte kurze Zeit später weiterfahren.

Großbritannien drohte dem Iran mit ernsthaften Konsequenzen. Die US-Regierung gab bekannt, Soldaten nach Saudi-Arabien – dem Erzfeind des Irans – zu verlegen, zur Abschreckung. Deutschland und Frankreich zeigten sich solidarisch mit Großbritannien.

Was sagt das iranische Außenministerium?

Wenige Stunden vor der Festsetzung der „Stena Impero“ hatte das Oberste Gericht des britischen Überseegebiets Gibraltar entschieden, dass der Anfang Juli dort festgesetzte iranische Öltanker „Grace 1“ weitere 30 Tage lang nicht auslaufen darf. Der Iran steht im Verdacht, mit der „Grace 1“ Irans Verbündeten Syrien unter Verstoß internationaler Sanktionen mit Öl beliefern zu wollen. Teheran weist den Vorwurf zurück.

„Anders als bei der Piraterie in der Meerenge von Gibraltar geht es uns darum, dass im persischen Golf das internationale Seerecht angewandt wird“, verteidigte Irans Außenminister Mohammad Dschawad Sarif die Festsetzung des britischen Schiffs.

Grund für die Maßnahme war nach iranischen Angaben ein Zusammenstoß des Tankers mit einem Fischkutter. Entsprechend der rechtlichen Vorschriften seien deshalb Ermittlungen eingeleitet worden, sagte Allah-Morad Afifipoor, Chef der Hafen- und Schifffahrtsbehörde der Provinz Hormosgan, wo die „Stena Impero“ am Samstag vor Anker lag.

An Bord befanden sich nach iranischen Angaben 23 Besatzungsmitglieder. 18 der Seeleute stammen aus Indien, jeweils einer von den Philippinen und aus Lettland sowie drei aus Russland. Die indische Regierung teilte am Samstag mit, sie stehe in Verbindung mit den iranischen Behörden, um die baldige Freilassung ihrer Staatsangehörigen zu erwirken.

Ähnlich äußerte sich die Regierung der Philippinen. Das lettische Außenministerium kündigte an, Lettland werde den Iran um die Freilassung der gesamten Besatzung und nicht nur um die des lettischen Mitglieds bitten.

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Auch ein zweites Schiff, ein Tanker der britischen Reederei Norbulk Shipping, der unter liberianischer Flagge fährt, wurde vom Iran vorübergehend an der Weiterfahrt gehindert. Bewaffnete hätten das Schiff betreten, anschließend habe es seine Fahrt jedoch weiterführen dürfen, teilte die Reederei mit.

Feindlicher Akt: Iran stoppte Tanker in den Gewässern des Oman

Der Iran stoppte einen zweiten britischen Öltanker laut Sky News in den Gewässern des Omans. Das britische Verteidigungsministerium stufte daher den Vorfall als „feindliche Handlung“ ein.

Deutschland und Frankreich haben den Iran zur „unverzüglichen“ Freigabe des in der Meerenge von Hormus beschlagnahmten britischen Tankers aufgefordert. Das Auswärtige Amt in Berlin rief Teheran am Samstag „nachdrücklich“ auf, die „Stena Impero“ und ihre Besatzung „unverzüglich freizugeben“. „Eine weitere regionale Eskalation wäre sehr gefährlich“, erklärte ein Ministeriumssprecher.

Ähnlich äußerte sich Frankreich. Das französische Außenministerium verurteilte die Festsetzung des britischen Tankers scharf und äußerte „große Besorgnis“ über den Vorfall.

Großbritanniens Außenminister Jeremy Hunt schrieb per Twitter, das Vorgehen des Iran sei ein „besorgniserregendes Anzeichen“ dafür, dass der Iran „einen gefährlichen Pfad von illegalem und destabilisierendem Verhalten“ einschlagen könnte. „Unsere Reaktion wird wohlbedacht, aber robust sein“, kündigte er an.

Die iranischen Revolutionsgarden hatten am Freitag mitgeteilt, der britische Tanker habe gegen „internationale Schifffahrtsregeln“ verstoßen. Er sei deshalb auf Ersuchen der Hafen- und Schifffahrtsbehörde der Provinz Hormosgan beschlagnahmt worden. Ein zweites Schiff wurde vorübergehend an der Weiterfahrt gehindert. Es handelte sich um einen Tanker der britischen Reederei Norbulk Shipping, der unter liberianischer Flagge fährt.

„Nicht zu rechtfertigender Eingriff in die zivile Schifffahrt“

„Die Bundesregierung verurteilt die Festsetzung von zwei Handelsschiffen im Golf auf das Schärfste“, erklärte der Sprecher des Auswärtigen Amts in Berlin.

Dies ist ein nicht zu rechtfertigender Eingriff in die zivile Schifffahrt, der eine ohnehin angespannte Lage gefährlich weiter verschärft.“

Hintergrund der Festsetzung ist nach iranischen Angaben ein Zusammenstoß des Tankers mit einem Fischerboot. Die „Stena Impero“ sei mit dem Boot „kollidiert“, sagte der Chef der Hafen- und Schifffahrtsbehörde von Hormosgan, Allah-Morad Afifipoor, am Samstag. Entsprechend der rechtlichen Vorschriften seien Ermittlungen zur „Ursache für den Unfall“ eingeleitet worden.

Die „Stena Impero“ liegt nach iranischen Behördenangaben inzwischen in der Hafenstadt Bandar Abbas vor Anker, die zur Provinz Hormosgan gehört. An Bord befänden sich weiterhin die 23 Besatzungsmitglieder, zitierte die iranische Nachrichtenagentur Fars Behördenchef Afifipoor. 18 von ihnen, darunter der Kapitän, stammten aus Indien, die anderen aus den Philippinen sowie aus Lettland und Russland.

Als Konsequenz aus der Festsetzung riet Großbritannien britischen Schiffen am Samstag, die Meerenge von Hormus vorerst zu meiden. Britische Schiffe sollten die Gewässer um die Straße von Hormus „vorläufig“ nicht durchqueren, teilte die britische Regierung mit.

Die Straße von Hormus ist ein strategisch wichtiges Nadelöhr für den Transport von Erdöl. Rund ein Drittel des auf dem Seeweg transportierten Öls wird durch die Meerenge zwischen dem Iran und dem Oman befördert. Die Meerenge ist schon seit Jahrhunderten eine wichtige Handelsroute. (afp/dpa)