Explosion auf argentinischem U-Boot? – Verzweiflung und Wut bei Familien der U-Boot-Besatzung

Epoch Times24. November 2017 Aktualisiert: 24. November 2017 11:14
Bei der Suche nach dem verschollenen argentinischen U-Boot im Südatlantik gibt es immer weniger Hoffnung. Nach der letzten Funkverbindung vor neun Tagen soll es eine Explosion gegeben haben, mutmaßlich an Bord des U-Bootes.

Herzzerreißende Szenen spielen sich am Donnerstag in Mar del Plata am Atlantik in Argentinien ab. Frauen und Mütter brechen in Tränen aus, umarmen sich, sitzen auf dem Boden und schluchzen.

Gerade haben sie von der Marine die Nachricht von einer Explosion im Meer erhalten – kurz nachdem der Kontakt zu dem U-Boot mit ihren Männern und Söhnen vor über einer Woche im Südatlantik abgebrochen war. Seither hofften und bangten die Familien, warteten auf der Marinebasis in Mar del Plata auf erlösende Neuigkeiten. Doch nun sind alle am Boden zerstört.

Auf dem Marinestützpunkt wurden die Angehörigen der 44-köpfigen Besatzung der „ARA San Juan“ seit Mittwoch vergangener Woche betreut. Psychologen und Priestern kümmerten sich um die Familien. Am Zaun um das Gelände wurden Kinderbilder und Botschaften zur Unterstützung der Angehörigen aufgehängt. Tagelang hofften alle auf ein Wunder oder wenigstens ein Funksignal aus der Tiefe des Atlantiks.

Doch nun herrschen Niedergeschlagenheit und Schmerz, Tränen fließen. Auch Wut macht sich breit. Itatí Leguizamón, Anwältin und Ehefrau eines Besatzungsmitglieds, bricht zusammen. „Sie sagen uns nicht, dass sie tot sind, aber dass sie auf 3000 Metern Tiefe sind“, stößt sie hervor. „Wie ist das zu verstehen?“

Mit Blick auf die Nachricht von der Explosion, über eine Woche nach dem Verschwinden des U-Bootes, sagt sie: „Ich fühle mich betrogen! Wie wollen sie das jetzt erst erfahren haben?“ Und dann: „Die sind pervers und manipulieren uns!“

Ausbrüche der Verzweiflung hatte es bereits nach den ersten Informationen über ein verdächtiges Geräusch im Meer gegeben. Die Familien der Seeleute wissen genau, was ein „Geräusch“ unter Wasser für ein U-Boot bedeuten kann. Eine Mutter schrie in Richtung Meer: „Gib mir meinen Sohn zurück!“

Vor der Information über die Explosion hatten sich die Angehörigen noch anders angehört. „Wir sind alle in Angst, aber wir geben die Hoffnung nicht auf“, sagte Marcela Moyano, deren Mann Hernán Rodríguez als Maschinist auf der „ARA San Juan“ arbeitete. „Ich will, dass mein Mann zurückkommt.“ Sie schreibe ihm weiterhin WhatsApp-Nachrichten, wie sie es sonst auch getan habe.

Jetzt müssen sich die Angehörigen schmerzhaft mit dem Gedanken auseinandersetzen, dass ihre Liebsten an Bord möglicherweise nicht mehr am Leben sind. Doch die Hoffnung stirbt zuletzt, und manche klammern sich immer noch an den Gedanken, dass vielleicht doch noch ein Wunder geschieht. (afp)

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