„Fassungslos in Gaza“: Jürgen Todenhöfer -Reportage zu Israels Bombardement

Epoch Times16. Juli 2014 Aktualisiert: 16. Juli 2014 12:30

Die eskalierende Gewalt zwischen Israel und dem Gaza-Streifen hat mittlerweile über 200 Palestinänser und einen Israeli getötet. Das berichtete die Nachrichtenagentur AFP heute morgen. Ein Sprecher der örtlichen Rettungsdienste, Aschraf al-Kidra, bezifferte die Zahl der toten Palestinänser auf 203 (Twitter). 1520 Menschen seien seit Beginn der Offensive vor acht Tagen verletzt worden, so die Süddeutsche Zeitung. Nach UN-Angaben ist jedes vierte Opfer ein Kind.

"Fassungslos in Gaza"

Am gestrigen 15. Juli veröffentlichte Journalist Jürgen Todenhöfer auf Facebook eine Reportage aus dem Gaza-Streifen. Zusammen mit seinem Sohn hielt sich der 73-jährige Kriegsgegner mehrere Tage im Krisengebiet auf. Er habe Opfer-Familien besucht, sei durch ausgebombte Häuser geklettert und durch überfüllte Krankenhäuser gegangen, schreibt er. Über sich stets das bedrohliche Surren israelischer Kampfdrohnen.

Todenhöfer beschreibt die Gefechte zwischen Israel und Gaza als ungleichen Kampf, in dem der „David aus dem winzigen Gaza selten trifft“. Die „weitgehend wirkungslose und dilettantische Schießerei der Hamas und des ‚Islamischen Jihad’“ seien nicht „mit den massiven mörderischen Raketenschlägen der Israelis zu vergleichen“, so der Beobachter. Israel betreibe eine „völlig hemmungslose Bombardierung der 1.8 Millionen Ghettobewohner von Gaza“ mit Hilfe von Kampfjets, Raketen, Hubschraubern, Schiffen und Drohnen.

"Hemmungslose Bombardierung"

Die militärische Intervention sei unverhältnismäßig, so der Autor, für den jedes einzelne Opfer eines zu viel ist. 193 palästinensischen standen gestern noch null israelische Todesopfer gegenüber. "Schlagzeilen wie ‚Israel unter schweren Beschuss‘ stellen die Tatsachen auf den Kopf", so der Autor. "Gaza liegt unter schwerem Beschuss!“

Todenhöfer bekam von der israelischen Menschenrechtsorganisation B’tselem am Wochenende die Information, dass seit Beginn der 2. Intifada am 29. September 2000 bis heute 1.110 Israelis getötet wurden. „Im selben Zeitraum töteten die Israelis über 7.000 Palästinenser. Darunter über 1.500 Kinder.“ Der Autor fragt sich, wie Israels Ausrede der „Selbstverteidigung“ zu diesem Zahlenverhältnis passt.

Viele Opfer sind Kinder

Auch berichtet Todenhöfer von persönlichen Begegnungen mit den Opfern der israelischen Bombardements:

„Lange saß ich gestern am blutverschmierten Krankenbett des einjährigen Ismael. Er wurde von einer israelischen Rakete am Hinterkopf schwer verletzt. Wird er überleben?

Anschließend war ich am Krankenbett der 6 Jahre alten Shaymaá. Sie wurde an Bauch, Rücken und Leber verwundet. Ihre Mutter und zwei ihrer Brüder wurden getötet. Doch das weiß sie noch nicht.

Und wir standen erschüttert vor dem Krankenbett der 9jährigen Maria. Ein israelischer Raketensplitter steckt noch in ihrem Kopf. Sie hat durch das, was sie erlebt hat, die Sprache verloren.

Wenn ich über Gaza nachdenke, blutet mir das Herz. Die Welt aber nimmt fast alles widerspruchslos hin. Sie lässt zu, dass die Wahrheit über diesen Krieg in fast grotesker Weise auf den Kopf gestellt wird. Auch das ist eine Schande.“

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