Flucht aus Mossul: Die bärtigen „Frauen“ des IS

Von 24. October 2016 Aktualisiert: 24. Oktober 2016 11:22
So sehen sie aus, die Helden des Dschihad, wenn sie vor den Truppen der Gegner fliehen. Jene, die zuvor mutig genug waren, wehrlose Gefangene abzuschlachten und Frauen und Kinder zu vergewaltigen, verließ der Mut angesichts der gegnerischen Truppen. Verhüllt in Frauenkleidung versuchten sich die sogenannten Terror-Kämpfer während des Sturms auf die nordirakische IS-Hochburg Mossul aus der Stadt zu schleichen.

Der Sturm auf Mossul geht voran. Unter vereinten Kräften der irakischen Streitkräfte, unterstütz von kurdischen Peschmergaeinheiten, Rebellengruppen und US-Truppen, sowie Luftunterstützung durch Kampfflugzeuge der Anti-IS-Koalition, begann am 17. Oktober 2016 die Großoffensive auf die größte Stadt des Nordirak. Seit Juni 2014 beherrschten die Terroristen des sogenannten Islamischen Staates die strategisch bedeutungsvolle Millionenstadt.

Angesichts der aussichtslosen Lage erließ der Führer der Terroristen Abu Bakr al-Baghdadi einen Aufruf an alle Frauen und angehörigen seiner Terrorbrüder, die umkämpfte Stadt zu verlassen.

Offenbar deuteten das auch einige der „tapferen“ Krieger des IS für sich so, dass sie sich entschieden, als Frauen verkleidet die Hochburg Mossul zu verlassen. Dabei wurden sie von kurdischen Peschmerga-Kämpfern eingefangen.

„Wir sagen dem IS, dass ihre Anführer sie im Stich lassen“, erklärte wenige Tage zuvor der zuständige US-Generalmajor Gary Volesky laut „Krone“ die Propaganda-Strategie der Anti-Terror-Allianz verbreitet:

Bereits bei der Rückeroberung der irakischen Großstadt Shirqat durch irakische Truppen versuchte der IS-„Gouverneur“ des Bezirks unter das Volk gemischt zu entkommen. Abu Omar al-Assafi wurde in Frauenkleider gehüllt und verschleiert aufgegriffen. Er hatte einen USB-Stick mit Personaldaten des IS bei sich.

Mossul ist nicht das Ende des IS

Die irakische Armee kommt zudem offenbar rasch voran. Nach Aussagen des irakischen Regierungschefs Haider al-Abadi am Donnerstag, rückten die Streitkräfte rascher voran als erwartet. Östlich von Mossul wurden die IS-Schergen aus der Stadt Bartalla vertrieben, während kurdische Kämpfer die Dörfer im Norden angriffen.

Iraks Außenminister Ibrahim al-Jafari warnte vor falscher Euphorie: “

Es wäre falsch, zu glauben, dass der Krieg gegen den IS vorbei ist, wenn die Schlacht um Mossul beendet ist.“

(Ibrahim al-Jafari, Außenminister des Irak)

Auch der französische Präsident Francois Hollande mahnte am Donnerstag auf einer Konferenz zur Zukunft von Mossul zur Vorsicht: „Die Flucht der Terroristen nach Rakka muss verhindert werden.“

Terroristen vernichten, bevor Terror entsteht

Für den russischen Generalstabschef Waleri Gerasimow ist es ohnehin klar, dass verhindert werden muss, dass sich die flüchtenden IS-Truppen in Syrien neu formieren oder in die IS-„Hauptstadt“ Rakka flüchten, so das Blatt weiter.

Terroristen dürfen nicht von einem Land ins andere getrieben werden, sondern müssen auf der Stelle zerstört werden.“

(Waleri Gerasimow, russischer Generalstabschef)

Russland achte auf „mögliche Versuche von Kämpfern, aus Mossul herauszukommen und die Stadt ungehindert Richtung Syrien zu verlassen“, so Gerasimow weiter. Er hoffe, dass die internationale Koalition sehe, wohin „umherziehende große IS-Banden im Nahen Osten führen können“.

Die Strategie der zersprengten IS-Terroristen könnte nun lauten, gezielte Selbstmordanschläge und Angriffe in der kurdischen Kernlandregion und in irakischen Städten zu verüben. Am Freitag griffen Terroristen des IS ein Kraftwerk in Dibis, nordwestlich von Kirkuk an. Der Ort befindet sich rund 120 Kilometer oder knapp zwei Autostunden südöstlich von Mossul.

Die Terroristen stürmten mehrere öffentliche Gebäude der Erdölmetropole und griffen das sich im Bau befindliche Kraftwerk an. Dabei sei ein Angreifer erschossen worden, zwei weitere sprengten sich selbst in die Luft, wie der Bürgermeister des Ortes, Abdullah Nur al-Din. Bei dem Angriff starben 16 Mitarbeiter des Unternehmens, welches den Bau des Kraftwerks übernahm.

Siehe auch:

Shirqat, Irak: IS-„Gouverneur“ wollte in Frauenkleidern fliehen – USB-Stick mit IS-Daten gefunden

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