Flüchtlingslage in Griechenland „äußerst prekär“ – Tausende Migranten fliehen nach Nordeuropa

Epoch Times21. Juli 2015 Aktualisiert: 21. Juli 2015 6:15
Tausende Flüchtlinge die seit Jahresbeginn in Griechenland ankamen, reisen in andere europäische Länder weiter. Ungarn will sich mit einem Grenzzaun gegen einen Flüchtlingsansturm wappnen.

Die Flüchtlingssituation in Griechenland ist prekär. Wegen der unklaren Lage und der schlechten Bedingungen machen sich viele Flüchtlinge von den griechischen Inseln sowie vom griechischen Festland nach Nordeuropa auf. 

Die Klöster sowie die griechisch-orthodoxe Kirche, die den Migranten Unterschlupf und Essen boten, schaffen es nicht mehr, neben den eigenen Problemen das steigende Flüchtlingsproblem zu bewältigen. Wie die Deutschen Wirtschafts Nachrichten berichten, müssen die Klöster dreimal so viele Menschen versorgen, die zu den kostenlosen Mahlzeiten kommen. 

Durch die Knebelpolitik der Troika (Europäische Zentralbank, Internationaler Währungsfond und Europäische Kommission) die es den Griechen lediglich ermöglicht 60 Euro am Tag zu beheben, sehen sich die Griechen, die eigentlich gegenüber sozialen Einrichtungen immer sehr großzügig waren, gezwungen, Prioritäten zu setzen. Die Bevölkerung benötigt das Bargeld für die eigenen Familien und kann den Sozialeinrichtungen deshalb nicht mehr unter die Arme greifen. Es wird ein spürbarer Rückgang bei den Spenden verzeichnet.

Die Aufnahmebedingungen für Flüchtlinge in Griechenland seien "ausgesprochen prekär", sagte der Flüchtlingskommissar der Vereinten Nationen, António Guterres, laut "DWN". "Und die Bedingungen für eine Integration in die griechische Gesellschaft sind ebenfalls extrem prekär."

Von den rund 80.000 Migranten die seit Jahresbeginn in Griechenland ankamen, reisten viele bereits in andere europäische Länder weiter. Laut Guterres sind viele nach Mazedonien, Bulgarien, Serbien, Ungarn und weiter in Richtung Norden geflohen.

Eigentlich sollte, so Guterres, sich die europäische Union um das Flüchtlingsproblem kümmern. In der EU wurde jedoch eine Quote durch die Osteuropäer und Frankreich abgelehnt, die nun eine andere Strategie verfolgen.  

Ungarn kündigte bereits an einen Grenzzaun zu bauen, um einen Ansturm der Flüchtlinge abzuwehren. Außerdem will die Regierung die Flüchtlinge aus den Städten vertreiben. Auch Italien will sich diesem Modell anschließen. 

In Deutschland kommt es vermehrt zu Anschlägen auf Flüchtlingsunterkünfte. So wurde, laut "DWN", in der Nacht zum Samstag in Baden-Württemberg ein leerstehendes früheres Vereinsheim angezündet, in dem 2016 nach einem Umbau Flüchtlinge einziehen sollten. 

Auch im unterfränkischen Waldaschaff und im oberbayerischen Reichertshofen wurden Brandanschläge auf Flüchtlingsheime verübt, verletzt wurde dabei niemand.

Unterdessen kommt es in anderen europäischen Städten zu Ausschreitungen zwischen Demonstranten und er Polizei. In Italien, Tschechien und in der Slowakei ist es unlängst bei Protesten gegen "die islamisierung Europas" und gegen die Aufnahme von Flüchtlingen zu teilweise heftigen Zusammenstößen gekommen. (so) 

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