Flug MH370: Malaysia gibt Immarsat-Datenliste an Angehörige heraus

Epoch Times27. Mai 2014 Aktualisiert: 27. Mai 2014 12:15

Die Hartnäckigkeit der Familienangehörigen hat etwas gebracht: Malaysia hat heute Satellitendaten zum verschwundenen Flug MH370 veröffentlicht, damit sie von unabhängigen Experten beurteilt werden können.

Die Boeing 777 war am 8. März auf dem Weg von Kuala Lumpur nach Peking verschwunden – mit 227 Passagieren und 12 Crew-Mitgliedern an Board. Bisher blieb die größte Suchaktion in der Geschichte der Luftfahrt ohne Ergebnis.

Einige der betroffenen Angehörigen gaben deshalb nicht auf, bis die Malaysische Regierung Daten über Funkkontakte herausgab.

Pings“ sollen Aufschluss geben

Nun wurden, laut der britischen Zeitung „Mirror“, 47 Seiten Rohmaterial herausgegeben, anhand derer auf einen Absturz der MH370 im Indischen Ozean geschlossen worden war. Es handelte sich um eine Liste der verschiedenen „Pings“ der Maschine, die vom britischen Satellitenbetreiber Immarsat aufgezeichnet worden waren.Die Daten beinhalten auch die stündlichen „Handshakes“ und Network Log-on und Log-off-Informationen, die aufgezeichnet wurden, nachdem das Flugzeug von den Radars verschwunden war.

Malaysische Ermittler glauben, dass jemand die Datenverbindungen von MH370 abgeschaltet hatte, um eine Rückverfolgung der Route des Flugzeugs zu vereiteln. Stunden nach Verschwinden der Boeing nahm ein Immarsat-Satellit mehrere „Handshakes“ auf, die vermuten lassen, dass der Geisterflug von MH370 noch stundenlang weiter gegangen war. Die Suche wurde daraufhin auf den Indischen Ozean eingegrenzt.

Die nun veröffentlichte Datenliste reicht vom Samstag mittag, vor dem Start der MH370 um 16.41 Uhr Mitteleuropäischer Zeit bis um 00.19 Uhr – dem letzten Handshake, den das Flugzeug um 8 Uhr morgens malaysischer Zeit übermittelte. Auch zwei unbeantwortete „Anrufe“, die von der Bodenstation um 18.39 und 23.13 Uhr mitteleuropäischer Zeit vorgenommen wurden, sind aufgezeichnet.

[–Merkwürdig: Daten wurden gestrichen und Vergleichsdaten fehlen–]

Malaysische Behörden konnten Fragen zu den Materialien zunächst nicht beantworten, so der Mirror, der auch noch eine Angehörige zitierte.

Sarah Bajc aus den USA ist die Lebensgefährtin eines MH370-Passagiers.

Sie beklagte, dass Daten entfernt worden seien, unter dem Vorwand, die Lesbarkeit zu verbessern. Und auch, dass immer noch keine Vergleichsdaten zu den vorherigen Flügen der MH370 auf der Routine-Route nach Peking herausgegeben wurden. Dies hatten die Familien gefordert.

"Warum kann man uns das nicht einfach aushändigen?", sagte sie. "Das macht doch nur Sinn, wenn etwas verheimlicht wird."

Zuletzt war die Suche auf ein Gebiet 1,550 km nordwestlich vom australischen Perth eingegrenzt worden, was auch zur Tankfüllung des Flugzeugs gepasst hätte. Malaysia, China und Australien haben sich Mitte Mai darauf verständigt, noch einmal alle relevanten Daten zum Flug MH370 durchzugehen, um das Suchgebiet, dass sich nun in der Tiefsee befindet, besser eingrenzen zu können. Experten sagten, es könne ein Jahr dauern um die 60.000 Quadratkilometer zu durchkämmen, auf denen der Flug MH370 geendet haben könnte.(rf)

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