Frankreich will „Aquarius“ nicht anlegen lassen – Portugal und Spanien nehmen Migranten auf

Epoch Times25. September 2018 Aktualisiert: 25. September 2018 16:26
Nach dem Willen Frankreichs sollte das Rettungsschiff "Aquarius" im nächstgelegenen Hafen in Malta anlegen.

+++ Update +++

Portugal hat mit Frankreich und Spanien eine Abmachung zur Aufnahme von zehn Flüchtlingen des Rettungsschiffes „Aquarius“ getroffen.

Das teilte das portugiesische Innenministerium am Dienstag mit. Das Schiff der Organisationen Ärzte ohne Grenzen und SOS Méditerranée mit 58 Flüchtlingen an Bord befindet sich derzeit in der Nähe von Malta. Wo das Schiff anlegen sollte, blieb zunächst unklar.

Portugal, Spanien und Frankreich wollen die 58 aus Seenot geretteten Migranten an Bord des Rettungsschiffes „Aquarius 2“ aufnehmen. Das Abkommen wurde von der portugiesischen Regierung am Dienstag in Lissabon bekanntgegeben. Portugal werde zehn der Geretteten aufnehmen, teilte die sozialistische Regierung auf Twitter mit. Weitere Informationen lagen zunächst nicht vor.

Erste Meldung

Nach dem Willen Frankreichs sollte das Rettungsschiff „Aquarius“ im nächstgelegenen Hafen in Malta anlegen. Dem Schiff mit 58 Flüchtlingen an Bord könne keine neue Irrfahrt auf dem Mittelmeer zugemutet werden, hieß es am Dienstag aus dem Umfeld von Frankreichs Präsident Emmanuel Macron in Paris.

Das Schiff der Organisationen Ärzte ohne Grenzen und SOS Méditerranée müsse „schnell anlegen, und es befindet sich derzeit nahe Malta“, sagte ein Mitarbeiter des Elysée-Palastes. Die Betreiber der „Aquarius“ hatten zuvor eine Erlaubnis zum Einlaufen in den Mittelmeerhafen Marseille erbeten. Frankreich zeigte sich aber zurückhaltend und forderte stattdessen eine „europäische Lösung“ für das Problem.

In einem ähnlichen Fall Mitte Juli hatte sich schließlich Malta nach Verhandlungen mehrerer EU-Staaten bereit erklärt, die „Aquarius“ anlegen zu lassen. Die 141 Menschen an Bord wurden auf mehrere Mitgliedsländer verteilt, Deutschland nahm bis zu 50 Flüchtlinge auf.

Grüne und Liberale im Europaparlament beantragten für die kommende Woche eine Plenumsdebatte zur „Aquarius“. Dabei soll auch die Rolle der europäischen Regierungen bei der Flüchtlingsrettung zur Sprache kommen. (afp)

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