Explosionen im Gazastreifen bei israelischen Vergeltungsangriffen. 4. Mai 2019.Foto: MAHMUD HAMS/AFP/Getty Images

Fünf Tote bei Raketenangriffen zwischen Gaza und Israel – Sitz der Nachrichtenagentur Anadolu im Gaza zerstört

Epoch Times5. Mai 2019 Aktualisiert: 5. Mai 2019 8:07
Militante Palästinenser hatten am Samstag etwa 250 Raketen auf Israel abgefeuert. Dabei wurde ein Israeli getötet. Israel reagierte daraufhin mit Vergeltungsangriffen. Vier Palästinenser wurden getötet. Laut Erdogan wurde zudem der Sitz der türkischen Nachrichtenagentur Anadolu im Gaza zerstört.

Bei einem Raketenangriff aus dem Gazastreifen auf die israelische Stadt Aschkelon hat ein Mann in der Nacht zum Sonntag tödliche Verletzungen erlitten. Nach Angaben der Polizei erlag der Israeli im Krankenhaus seinen Verletzungen.

Israelischen Medien zufolge handelt es sich bei dem Toten um den 60-jährigen Mosche Agadi. Die Rakete habe sein Haus in der Stadt nahe der Grenze zum Gazastreifen getroffen.

Es handelt sich um das erste israelische Todesopfer seit dem Beginn der Raketenangriffe am Samstag. Bei dem Angriff waren nach Polizeiangaben zudem mehrere Israelis verletzt worden, einige von ihnen schwer.

Militante Palästinenser hatten am Samstag etwa 250 Raketen auf Israel abgefeuert. Bis in den Abend warnten Sirenen vor weiteren Angriffen. Die Gruppe Islamischer Dschihad bekannte sich zu einem Teil der Raketenangriffe und drohte mit weiteren Attacken.

Vier Tote bei israelischen Vergeltungsangriffen

Die israelische Armee reagierte darauf mit Dutzenden Vergeltungsangriffen. Panzer und Flugzeuge hätten 120 Ziele angegriffen, teilte die Armee mit, darunter ein Angriffstunnel des Islamischen Dschihad, welcher aus dem Gazastreifen bis nach Israel reichte. Armeesprecher Jonathan Conricus erklärte, in den kommenden Stunden würden die „offensiven Anstrengungen“ im Gazastreifen noch erhöht.

Im Gazastreifen seien 4 Menschen getötet und 17 verletzt worden, teilte das Gesundheitsministerium der von der radikalislamischen Hamas geführten Regierung im Gazastreifen mit.

Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu beriet mit Vertretern des Sicherheitsapparats über die Lage. Die Grenzübergänge für Menschen und Waren zwischen Israel und dem Gazastreifen wurden vorerst geschlossen und die Fischereizone vor der Küste des Gazastreifens gesperrt.

USA: Wir unterstützen Israels Recht auf Selbstverteidigung

Die US-Regierung hat sich nach den Raketenangriffen aus dem Gazastreifen auf Israel und israelischen Vergeltungsangriffen hinter Israel gestellt. „Wir stehen auf der Seite Israels und unterstützen sein Recht auf Selbstverteidigung gegen diese abscheulichen Attacken“, erklärte die Sprecherin des US-Außenministeriums, Morgan Ortagus, am Samstag.

Zugleich verurteilte sie „die anhaltenden Raketenangriffe der Hamas und des palästinensischen Islamischen Dschihad aus Gaza auf unschuldige Zivilisten und ihre Gemeinden in ganz Israel“.

Erdogan: Israel hat Sitz der Nachrichtenagentur Anadolu im Gaza zerstört

Der türkische Staatschef Recep Tayyip Erdogan warf der israelischen Armee derweil vor, bei einem Bombardement in Gaza den dortigen Sitz der amtlichen türkischen Nachrichtenagentur Anadolu zerstört zu haben. „Wir verurteilen den Angriff Israels gegen das Büro der Agentur Anadolu in Gaza scharf“, erklärte Erdogan im Kurzbotschaftendienst Twitter.

„Trotz dieser Angriffe informieren die Türkei und Anadolu die Welt weiterhin über den Terrorismus und die Grausamkeiten, die Israel in Gaza und anderswo in Palästina verübt“, so Erdogan.

Anadolu berichtete, das Gebäude, in dem sich das Büro der Agentur befunden habe, sei durch fünf Geschosse der israelischen Luftwaffe zum Einsturz gebracht worden. Die Nachrichtenagentur veröffentlichte ein Video von den Trümmern eines Gebäudes. Die Anadolu-Mitarbeiter waren den Angaben zufolge nach einem Warnschuss kurz vor dem Beschuss in Sicherheit gebracht worden. Niemand sei verletzt worden.

Der Vorfall könnte die Spannungen zwischen der Türkei und Israel weiter anheizen. „Das Zielen auf die Agentur Anadolu in Gaza ist ein weiteres Beispiel für die grenzenlose Aggressivität Israels“, schrieb der türkische Außenminister Mevlüt Cavusoglu auf Twitter. „Die wahllose Gewalt Israels gegen Unschuldige ist ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit.“

EU fordert sofortiges Ende der Raketenangriffe aus dem Gazastreifen

Die Europäische Union forderte ein sofortiges Ende der Raketenangriffe aus dem Gazastreifen und eine Deeskalation des Konflikts. Israelis und Palästinenser hätten „beide das Recht, in Frieden, Sicherheit und Würde zu leben“, fügte EU-Sprecherin Maja Kocijancic in einer Erklärung hinzu.

Am Freitag waren bei den gewaltsamsten Protesten seit Wochen an der Grenze zwischen dem Gazastreifen und Israel vier Palästinenser getötet sowie zwei israelische Soldaten verletzt worden. 50 weitere Demonstranten wurden nach palästinensischen Angaben durch Schüsse israelischer Soldaten verletzt. Nach israelischen Armeeangaben beteiligten sich etwa 7.400 Palästinenser an den Demonstrationen.

Israel und radikale Palästinenser hatten sich vor der israelischen Parlamentswahl am 9. April auf einen von Ägypten vermittelten Waffenstillstand verständigt. Wochenlang flauten die Auseinandersetzungen merklich ab. Am Dienstag schränkte Israel den Fischereibereich für Schiffe aus dem Gazastreifen ein. Seither nahmen die Spannungen wieder zu.

Bereits seit gut einem Jahr finden jeden Freitag Demonstrationen entlang der Grenze zwischen dem Gazastreifen und Israel statt. Seitdem wurden mehr als 270 Palästinenser getötet, die meisten von ihnen an der Grenze. Im selben Zeitraum wurden dort zwei israelische Soldaten getötet.

Regierungsbildung, Eurovision Song Contest und Ramadan

An einer schnellen Beruhigung der aktuellen Lage dürfte Israel ein großes Interesse haben. Schließlich steckt Netanjahu derzeit in Verhandlungen zur Bildung einer Regierungskoalition.

Außerdem feiert Israel am Donnerstag seinen Unabhängigkeitstag und vom 14. bis 18. Mai findet der Eurovision Song Contest mit vielen ausländischen Gästen in Tel Aviv statt. Im Gazastreifen beginnt kommende Woche der islamische Fastenmonat Ramadan.

(afp)



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