Ghislaine Maxwell will Missbrauchsklage von Jeffrey Epstein-Opfer verzögern

Von 23. Mai 2020 Aktualisiert: 23. Mai 2020 15:50

Ghislaine Maxwell strebt die Verzögerung einer Missbrauchsklage eines mutmaßlichen Opfers des verstorbenen Milliardärs Jeffrey Epstein an. Maxwell war eine gute Freundin des verurteilten Kinderschänders. Ihr wird vorgeworfen, Mitwirkende in Epsteins Sexhandelsring gewesen zu sein. Maxwell soll unter anderem teils minderjährige Mädchen angeworben und zu Sexdiensten gezwungen haben.

Maxwells Anwältin Laura Menninger bat einen US-Bundesrichter nun in einem Schreiben darum, eine bereits getätigte Aussage ihrer Mandantin über den mutmaßlichen Missbrauchsfall von Annie Farmer unter Verschluss zu halten, da gegen Maxwell selbst Ermittlungen in New York City laufen würden.

„Die US-Staatsanwaltschaft des südlichen Bezirks von New York hat öffentlich und wiederholt ihre ‚laufenden‘ strafrechtlichen Ermittlungen gegen die mutmaßliche Epstein-‚Komplizen‘ zum gleichen Thema – wie die Klägerin in diesem Fall behauptet – angekündigt“, sagte Menninger laut einer Gerichtsakte die der amerikanischen Epoch Times vorliegt.

„Die Verweigerung eines Aufschubs, insbesondere eines Aufschubs der Veröffentlichung einer von Ms. Maxwell getätigten Aussage, bis zum Ergebnis der strafrechtlichen Untersuchung, könnte ihr Recht, sich selbst nicht belasten zu müssen – laut Fünftem Verfassungszusatz  [Anmerkung der Redaktion: Auskunftsverweigerungsrecht in der amerikanischen Verfassung] – beeinträchtigen… die Verteidigungsstrategie der Staatsanwaltschaft vor dem Prozess offenlegen, oder dem Strafverfahren auf andere Weise schaden.“

Der Anwalt des mutmaßlichen Missbrauchsopfers, David Boies, erklärte diese Woche in einem Antwortschreiben: Das Gericht solle Maxwells Antrag ablehnen. Ihre Gründe für ein Aussetzen seien haltlos. Der Antrag sei lediglich ein „weiterer Versuch, diesen Rechtsstreit ungerechtfertigt zu verzögern“. Eine laufende strafrechtliche Untersuchung gegen Maxwell rechtfertige keinen Aufschub der Ermittlungen, sagte Boies.

„Maxwell hat keine Informationen über den Inhalt der strafrechtlichen Ermittlungen gegen Epsteins Mitverschwörer geliefert. Auch nicht zum Stand der Ermittlungen. Sie hat auch nicht bekannt gegeben, ob sie selbst ein Ziel der Ermittlungen des südlichen Bezirks ist“, fügte er hinzu.

Unterdessen nannte Maxwells Anwältin zwei weitere Gründe, weshalb ein Aussetzen des Verfahrens gerechtfertigt sei. „Farmer beabsichtigt, an einem Programm teilzunehmen, das Zahlungen an mutmaßliche Epstein-Opfer leisten wird. Das Programm verlangt von den Frauen, die die Zahlungen entgegennehmen, ‚alle ehemaligen Angestellten oder potenziellen Entschädigungsberechtigten der Grundstücke [Epsteins Anwesen], einschließlich Ms. Maxwell, von allen Vorwürfen oder Klagegründen zu entlasten, die Handlungen sexuellen Missbrauchs durch Herrn Epstein betreffen'“, schrieb Menninger.

Sollte Farmer in das Programm aufgenommen werden, würde dies die Klage gegenstandslos machen. Wenn sie nicht in das Programm aufgenommen wird, könnte die Klage zu diesem Zeitpunkt fortgesetzt werden.

Als dritten Grund führt Menninger an, dass die Vorwürfe nach dem Recht von New Mexico verjährt seien. Farmer behauptet, sie sei auf der „Zorro-Ranch“ von Epstein und Maxwell sexuell missbraucht worden.

Boies, der Anwalt von Farmer, sagte dazu: Das Programm zur Entschädigung der Epstein-Opfer rechtfertige keinen, von Maxwells Anwältin geforderten Aufschub, da die genauen Richtlinien des Programms noch nicht festgelegt worden seien. Laut dem Anwalt, sei Maxwell ihren Verpflichtungen in dem Fall nicht nachgekommen. Er bat das Gericht, ihrer „Verzögerungstaktik“ ein Ende zu setzen.

Dazu schrieb Menninger am 19. Mai: Die strafrechtlichen Ermittlungen würden eine nicht Veröffentlichung von Maxwells Aussage rechtfertigen, „obwohl der Kläger Unwissenheit über seine Existenz vorgetäuscht und Ms. Maxwell nicht verhaftet oder angeklagt wurde“.

Das Original erschien zuerst in The Epoch Times USA (deutsche Bearbeitung von rm/so)
Originalartikel: Ghislaine Maxwell Wants Lawsuit Filed by Jeffrey Epstein Victim Delayed

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