Gründer-Sohn nennt Hamas „rassistische Terrororganisation“ und deckt Einfluss der Türkei auf

Von 4. Juli 2019 Aktualisiert: 4. Juli 2019 18:35
Im Jahr 2010 enthüllte der „Grüne Prinz“ Mosab Yousef, Sohn des Hamas-Mitgründers Scheich Hassan Yousef, seine Erkenntnisse über das Innenleben der islamistischen Terrororganisation. Nun hat auch sein Bruder Suheib die Gruppe verlassen. Er bezeichnet sie als „Gefahr für die Palästinenser“ und Werkzeug fremder Mächte.

Suheib Yousef, Sohn des Hamas-Mitgründers Scheich Hassan Yousef, lebte zuletzt als Kader der Organisation in der Türkei. Sein Bruder Mosab Yousef wurde im Vorfeld eines geplanten Terroranschlages verhaftet und ließ sich 1996 vom israelischen Inlandsgeheimdienst Schin Bet rekrutieren.

Im Jahr 2007 setzte sich der „Grüne Prinz“, wie er ursprünglich genannt wurde, in die USA ab, nachdem er bereits 1999 zum Christentum übergetreten war. Dort erhielt er 2010 Asyl und veröffentlichte das Buch „Sohn der Hamas: Mein Leben als Terrorist“, in dem er über das Innenleben der radikal-islamischen Terrororganisation berichtete.

Sein Bruder Suheib arbeitete nie für Israel und seine Religion behielt er auch bei. Dennoch setzte er sich jüngst unangekündigt nach Südostasien ab und wandte sich an den Korrespondenten für palästinensische Angelegenheiten im israelischen Kanal 12, Ohad Hemo, der mit ihm ein ausführliches Interview führte. Dieses wurde am Mittwoch ausgestrahlt.

Türkei hilft Hamas, Palästinenserführer in Ramallah abzuhören

In dem Interview rechnete er mit der Organisation ab und warf ihr unter anderem vor, korrupt und gefährlich zu sein – für das eigene Volk. Zudem sei die Hamas ein Instrument der Interessenspolitik fremder Mächte. Insbesondere die Türkei statte die Radikal-Islamisten mit Geld, Training und Equipment aus, das es der Hamas ermöglichen soll, die Regierung der Palästinensischen Autonomiebehörde in Ramallah zu stürzen.

Die „politische Abteilung“ der Hamas, die in der Türkei sitze und für die er selbst bis zum Schluss tätig gewesen sei, sei in Wahrheit eine nachrichtendienstliche Einrichtung.

„Die Hamas führt unter dem Banner zivilgesellschaftlicher Aktivitäten sicherheitsdienstliche und militärische Operationen in der Türkei durch“, schildert Yousef.

Sie haben dort Sicherheitszentren, von denen aus sie topmoderne Abhöreinrichtungen und Computerprogramme betreiben, mit denen sie Bürger und (palästinensische) politische Führer in Ramallah belauschen.“

Auch Israel selbst und einige arabische Länder stünden im Visier. Die Hamas, die 2007 im Wege eines blutigen Bürgerkrieges gegen die Palästinensische Autonomieregierung die Macht im Gazastreifen an sich gerissen hatte, arbeite jedoch nicht im Interesse des palästinensischen Volkes.

„Sie arbeiten für eine fremde Agenda“, schilderte Yousef. „Das ist nicht für die palästinensische Sache. Stattdessen verkaufen sie die Informationen an den Iran und bekommen dafür finanzielle Unterstützung.“ Das Geld fließe über türkische Banken.

„Sie wollen das Chaos in die Westbank exportieren“

Noch wichtiger als die Vernichtung Israels sei der Hamas, ihre Macht auf die palästinensisch verwalteten Gebiete Judäas und Samarias westlich des Jordans, die sogenannte Westbank, auszudehnen. Die Einrichtungen in der Türkei würde zudem genutzt, um Menschen, darunter auch Kinder, in der Westbank dafür zu gewinnen, Terrorakte gegen Israelis zu verüben.

„Das Ziel der Attacken in der West Bank besteht einzig darin, Zivilisten zu töten“, erklärte Yousef gegenüber dem TV-Sender, „nicht für den Widerstand, nicht für Jerusalem, nicht um irgendwelches palästinensisches Land zu befreien und nicht einmal, weil sie Juden hassen. Sie schicken diese unschuldigen Menschen nur aus, weil sie die Krise [die in Gaza herrscht] in die Westbank exportieren wollen.“

Besonders verstört äußert sich Yousef über die Korruption der Hamas-Kader in der Türkei, die im Luxus lebten, während die Menschen in Gaza litten. Die Hamas-Führer würden in den besten Hotels oder Wohnungen leben, ihre Kinder auf Privatschulen schicken, die Hamas bezahle ihnen monatlich zwischen 4000 und 5000 US-Dollar an Gehalt, sie hätten Wachpersonal, Swimming-Pools und Country-Clubs für sich.

Als ich in der Türkei lebte, war ich schockiert über das Verhalten der Hamas-Leute. Sie aßen in den besten Restaurants, ich sah sie an Plätzen, wo ein Gang 200 Dollar kostet und sie haben sich gegenseitig eingeladen. […] Sie bezahlen 200 Dollar für einen Gang und eine Person und in Gaza leben ganze Familien von 100 Dollar im Monat?“

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Menschen als Kanonenfutter für eigene Ambitionen

Zu seinem Bruder Mosab Yousef ging Suheib auf Distanz. Er erklärte, nie für Israel gearbeitet zu haben, bis zuletzt loyal zur Hamas und zu seinem Vater gewesen zu sein. Er rief diesen und die Führer der Organisation jedoch dazu auf, diese zu verlassen, zumal ihnen die Korruption innerhalb der Hamas bekannt sein müsse.

„Das Problem in Gaza ist, dass die Hamas ihre Macht mit Gewalt verteidigt“, so Yousef. „Würden sie die Macht aufgeben, wären die Probleme verschwunden.“ Stattdessen missbrauche man die Menschen in Gaza als Kanonenfutter für die eigenen Ambitionen.

„Sie sollen, wenn sie diese unbedingt haben wollen, doch ihre eigenen Kinder schicken, um Anschläge durchzuführen“, erklärt der Hamas-Aussteiger.

Warum geht [Hamas-Führer] Ismail Haniyeh nicht selbst zum Zaun und wirft Steine?“

Selbst der Hamas brächten diese Angriffe nichts. „Sie ist eine rassistische Terrororganisation, die gefährlich ist für das palästinensische Volk.“