Hongkong-Proteste – Experte hofft auf Ende der KP-China: „Jetzt müssen die Chinesen Stellung beziehen”

Von 13. Juni 2019 Aktualisiert: 16. Juni 2019 23:32
Die KP-China ist ihrem Untergang geweiht, dessen ist sich ein chinesischer Experte sicher.

Am 9. Juni blockierte das chinesische kommunistische Regime sämtliche Nachrichtenberichte über die Proteste gegen das neue Auslieferungsgesetz in Hongkong.

Daraufhin fuhr ein pensionierter Professor der Zentralen Parteischule der Kommunistischen Partei Chinas nach Hongkong, um sich ein Bild von der Lage zu verschaffen. Er hofft, dass die Ablehnung der Hongkonger gegenüber dem Eingreifen Chinas in ihre Autonomie, den Zusammenbruch der Kommunistischen Partei Chinas (KPCh) auslösen wird.

Der bereits achtzigjährige Experte, welcher aus Gründen seiner Sicherheit das Pseudonym Hr. Chen verwendet, berichtete der Hongkonger Ausgabe der Epoch Times, dass er über sechzig Jahre lang an Sozial- und Rechtswissenschaften gearbeitet und für die KPCh als Berater beim Aufbau von Rechtsinstituten fungiert hätte. Einmal habe seine Korrespondenz sogar das KPCh-Hauptquatier in Zhongnanhai erreicht.

Sein Interesse an den Vorgängen in Hongkong wurde geweckt, weil die KPCh zum 30. Jahrestag des Tiananmen Massakers am 4. Juni die chinesischen Bürger durch die Verschärfung der Internet-Kontrolle davon abhielt, sich über das Massaker an den Studenten und später über die Proteste in Hongkong zu informieren.

Da Chen keinerlei offizielle Informationen über die Geschehnisse in Hongkong bekommen konnte, entschied er, selbst dorthin zu reisen und sich vor Ort ein Bild zu machen.

Aktuell ist die Blockade so streng wie nie zuvor. Alles, was mit dem 4. Juni zu tun hat, ist blockiert. Die Chinesen vom Festland haben gar keine Ahnung von den Berichten der Außenwelt über Xi Jinping, die Politik oder Hongkong. Es ist einfach alles blockiert, auch der Sender NTDTV. Die Menschen in China wissen überhaupt nichts,“ so Chen.

In Hongkong erlebte Chen die massive Mahnwache im Victoria Park zum Gedenken an den 30. Jahrestag des Massakers am Tiananmen-Platz. Es nahmen über 180.000 Menschen teil. Für Chen war dieser Protest „sehr kraftvoll und herzergreifend“, sagt er. Chen teilte seine Erlebnisse mit Freunden in China, die nun auch die Ereignisse in Hongkong mitverfolgen.

Aufgrund der Aufenthaltsbegrenzung seines Reisedokuments musste Chen zu seinem Bedauern schon vor dem 9. Juni – am Tag des größten Protestes – die Stadt wieder verlassen.

Keiner seiner Freunde glaubte an seine Prognose, dass am 9. Juni mehr als eine Million – der rund 7,48 Millionen Bewohner Hongkongs (Stand: 2018) – protestieren würden. Die Prognose stellte sich als richtig heraus.

„Das zeigt, dass sich die Hongkonger nicht vor der KPCh fürchten. Ihre Furchtlosigkeit ermutigt die Chinesen im Festland,“ so Chen.

Ich habe alle Zeitungen auf dem chinesischen Festland gelesen. Es wurde kein Wort über den Protest in Hongkong erwähnt. Es wird nichts berichtet. Man weiß gar nichts.“

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Chen schaffte es erneut nach Hongkong zu reisen, um die dortige Sachlage zu beobachten. Doch Chen ist nicht der einzige, der Interesse an den Entwicklungen in Hongkong hat. Er hofft und glaubt, dass dies den Zerfall für die KPCh bedeutet. Er sagt:

Jetzt ist die Zeit für die Chinesen, Stellung zu beziehen. Als Intellektuelle, die allgemeingültige Werte unterstützen, müssen wir jetzt unsere Verantwortung übernehmen. Selbst wenn es das Leben kosten könnte, man muss jetzt mutig seine Meinung äußern. Sonst ist man es nicht wert, als Experte bezeichnet zu werden. Dann ist man es nicht einmal Wert, ein Chinese oder ein Mensch zu sein.“

Chen ist der Überzeugung, dass die Menschen in China den Fall der KPCh erhoffen und erwarten. „Wir wissen alle, dass es [das Regime] Angst hat. Wir wissen genau, dass es schwach ist.“

Zurzeit hat die KPCh mit vielen Problemen zu kämpfen: der US-China-Handelskonflikt und die innere politische Spaltung. Aber sie hat auch „die Unterstützung der Bürger verloren. Sie respektiert die Regeln der Gesetze nicht. Stattdessen benutzt sie die Gesetze, um ihre Bürger zu unterdrücken. Die Verletzungen der Menschenrechte sind zu weit gegangen“, so Chen.

Er habe Unterlagen gesammelt, die die Verbrechen einer großen Anzahl von KPCh-Beamten beweisen würden, so Chen. Er sei bereit, sie den Vereinten Nationen vorzulegen, wenn die Zeit reif ist.

Das Original erschien in The Epoch Times (USA) (deutsche Bearbeitung von jn)
Originalartikel: High Ranking Mainland China Expert Goes to Hong Kong to Observe the Protests

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