Hunderte Tunesier demonstrieren gegen Rückkehr von Dschihadisten: „Für uns sind das keine Tunesier. Das sind schreckliche Menschen“

Epoch Times25. Dezember 2016 Aktualisiert: 25. Dezember 2016 12:38
Hunderte Tunesier demonstrierten vor dem Parlament in Tunis gegen eine Rückkehr von Dschihadisten in ihr Land. Nach UN-Schätzungen kämpfen mehr als 5000 Tunesier für dschihadistische Organisationen im Ausland, zumeist im Irak, Syrien oder Libyen. Viele von ihnen wollen zurückkehren.

Hunderte Tunesier haben am Samstag vor dem Parlament in Tunis gegen eine Rückkehr von Dschihadisten in ihr Land protestiert. Mehrere Nichtregierungsorganisationen hatten zu der Demonstration aufgerufen, an der laut den Veranstaltern rund 1500 Menschen teilnahmen.

Anlass waren Äußerungen von Präsident Béji Caid Essebsi, wonach die Behörden die Rückkehr von Dschihadisten nicht verhindern könnten.

Bei der Demonstration wurden tunesische Fahnen geschwenkt, die Nationalhymne gesungen und Plakate forderten: „Keine Toleranz, keine Rückkehr“. Die Narichtenagentur Associated Press zitiert einen Teilnehmer: „Für uns sind das keine Tunesier. Das sind schreckliche Menschen. “

Durch den Anschlag auf dem Berliner Weihnachtsmarkt verloren bisher zwölf Menschen ihr Leben und 56, teils Schwerst-Verletzte sind zu beklagen.

Kein Platz in Gefängnissen

Nach UN-Schätzungen kämpfen mehr als 5000 Tunesier für dschihadistische Organisationen im Ausland, zumeist im Irak, Syrien oder Libyen. Viele von ihnen seien rückkehrwillig, hatte der Präsident Anfang Dezember gesagt. Für ihre Verhaftung fehlten Plätze im Gefängnis, sie würden aber überwacht.

Diese Äußerungen hatten viele Tunesier empört. Seit dem Arabischen Frühling 2011 wurden in dem nordafrikanischen Land mehr als hundert Soldaten und Polizisten bei Anschlägen getötet – ebenso wie rund 20 Zivilisten und 59 ausländische Touristen.

Den Anschlag auf einen Berliner Weihnachtsmarkt, bei dem am Montag zwölf Menschen getötet worden waren, hatte ebenfalls ein Tunesier verübt. Der geflohene Attentäter Anis Amri wurde am Freitag von der italienischen Polizei erschossen. (afp/mz)

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