Hurrikan „Irma“: Zwei Tote und erhebliche Schäden auf Karibik-Inseln + Video

Epoch Times6. September 2017 Aktualisiert: 6. September 2017 21:39
Mit Windgeschwindigkeiten von rund 300 Stundenkilometern ist der Hurrikan "Irma" in der Karibik erstmals auf Land getroffen. Der französische Wetterdienst berichtete von heftigen Springfluten und Überschwemmungen. Die Meßgeräte des Wetterdienstes wurden zerstört.

Hurrikan „Irma“ ist mit Windgeschwindigkeiten von rund 300 Stundenkilometern durch die Karibik gefegt. Bevor die Meßinstrumente des französischen Wetterdienstes im Sturm zerstört wurden, wurden Böen mit Spitzenwindgeschwindigkeiten von 360 Stundenkilometern gemessen.

Unter #hurricaneirma kann auf Twitter das Geschehen verfolgt werden. Fotos zeigen das Ausmaß der Zerstörung von Hurrikan „Irma“.

21:30 Uhr: Zwei Tote auf Saint-Barthélemy und Saint-Martin

Durch den Hurrikan „Irma“ sind auf den Karibikinseln Saint-Barthélemy und Saint-Martin mindestens zwei Menschen ums Leben gekommen. Mindestens zwei weitere seien schwer verletzt worden, teilte die französische Regierung am Mittwochabend mit.

21:00 Uhr: Macron rechnet mit vielen Opfern auf französischen Karibikinseln

Frankreichs Präsident Emmanuel Macron rechnet mit zahlreichen Opfern durch den Tropensturm „Irma“ auf den französischen Karibikinseln. Noch sei es zu früh für eine Bilanz, so Macron nach einem Krisentreffen der Regierung am Mittwochabend in Paris. Diese werde jedoch „hart und grausam“ sein.

Die materiellen Schäden auf den Inseln Saint-Barthélémy und Saint-Martin seien „erheblich“, fügte er hinzu. Der Präsident kündigte „so schnell wie möglich“ einen „nationalen Plan zum Wiederaufbau“ an, für den ein Nothilfefonds eingerichtet werde.

20:28 Uhr: Küstenabschnitte verwüstet

Der Wirbelsturm der höchsten Kategorie 5 erreichte am Mittwoch die Insel Barbuda und zog dann nach Saint-Barthélemy und Saint-Martin weiter, wo ganze Küstenabschnitte verwüstet wurden. Während sich „Irma“ weiter gen Nordwesten bewegte, erwarteten die Menschen auf den britischen Jungferninseln und in Puerto Rico den Sturm.

Das Meer „brandete mit extremer Gewalt“ an die Küsten, teilte der französische Wetterdienst mit. Örtliche Medien berichteten von „kolossalen Schäden“ auf Saint-Martin. Auf Videoaufnahmen waren in den Fluten treibende Autos und herrenlose Boote zu sehen.

Video: Flug ins Auge des Hurrikan Irma

18:29 Uhr: Weitere tropische Wirbelstürme im Westatlantik bewegen sich auf Küste zu

Am Himmel über dem westlichen Atlantik brauen sich die nächsten Wirbelstürme zusammen. Wie das Nationale Hurrikanzentrum (NHC) der USA am Mittwoch mitteilte, befand sich Tropensturm „Katia“ etwa rund 200 Kilometer östlich der Küste Mexikos, er erreichte Windgeschwindigkeiten von bis zu 75 Stundenkilometern. Am Dienstagabend hatte das NHC bereits den Tropensturm „José“ gemeldet. Bei beiden Stürmen erwartet das US-Sturmwarnzentrum die Heraufstufung zu Hurrikans.

Die Böen des Sturms José erreichten laut NHC bereits eine Geschwindigkeit von bis zu 110 Stundenkilometern – und waren damit nahe an den 120 Stundenkilometern, ab denen ein Sturm als Hurrikan der Klasse eins klassifiziert wird. „José“ befand sich knapp 2.000 Kilometer östlich der Kleinen Antillen. Das NHC teilte mit, der Wirbelsturm könnte sich „im Laufe des Tages“ zu einem Hurrikan entwickeln.

15:00 Uhr: Hurrikan „Irma“ richtet auf Karibik-Inseln „größere Schäden“ an

Mit Windgeschwindigkeiten von rund 300 Stundenkilometern ist der gefährliche Hurrikan „Irma“ in der Karibik erstmals auf Land getroffen.

Am frühen Mittwoch gegen 02.00 Uhr erreichte „Irma“ die zu den Kleinen Antillen gehörende Insel Barbuda und zog dann zu den Inseln Saint-Bathélémy und Saint-Martin weiter. Dort richtete er nach Angaben der Pariser Regierung schwere Schäden an.

Rund anderthalb Stunden verweilte das Auge des als „potenziell katastrophal“ eingestuften Sturms auf dem französischen Überseegebiet Saint-Barthélémy, das besonders beim internationalen Jet-Set beliebt ist, dann erreichte es die zwischen Frankreich und den Niederlanden geteilte Insel Saint-Martin. Der französische Wetterdienst berichtete von heftigen Springfluten.

Die Ministerin für die französischen Überseegebiete, Annick Girardin, berichtete von „größeren Schäden“ auf den betroffenen Inseln. Unter anderem habe der Sturm die Dächer von zahlreichen Häusern fortgerissen. Trotz der höchsten Alarmstufe weigerten sich laut Girardin rund 7.000 Menschen bis zuletzt, sich in Sicherheit zu begeben.

Die Behörden rechneten damit, dass der Wirbelsturm bis zum Mittag (16.00 Uhr MESZ) weiter an Kraft zunimmt. Zuvor wurden bereits Böen mit Spitzenwindgeschwindigkeiten von 360 Stundenkilometern gemessen. Zuverlässige Messungen vor Ort waren nach kurzer Zeit aber nicht mehr möglich, da die Instrumente des französischen Wetterdienstes im Sturm verloren gingen.

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Noch bevor der Sturm mit einer Ausdehnung von der Größe Frankreichs auf Land traf, hatte ihn das Nationale Hurrikanzentrum (NHC) der USA auf die höchste Kategorie 5 hochgestuft. Damit ist „Irma“ noch stärker als „Harvey“, der Ende August die US-Bundesstaaten Texas und Louisiana heimsuchte.

„Historischer Sturm“

Das NHC warnte, der Sturm könne katastrophale Schäden anrichten. Schon jetzt sei er als „historisch“ einzustufen: Seit Beginn der Aufzeichnungen habe noch kein Sturm auf dem offenen Atlantik eine solche Stärke erreicht.

Inzwischen nahm „Irma“ Kurs in Richtung Jungferninseln und Puerto Rico auf. Die weitere Route des Hurrikan ist noch unklar, aber laut verschiedenen Vorhersagen bedroht er auch Haiti und Florida.

Örtliche Wetterdienste sagten vorher, dass die ersten Winde und Regenfälle Süd-Florida am späten Freitag erreichen könnten. US-Präsident Donald Trump rief für Florida sowie für die US-Außengebiete Puerto Rico und Virgin Islands den Notstand aus, dadurch werden Bundesmittel freigegeben. Der Gouverneur von Puerto Rico, Ricardo Rossello, setzte die Nationalgarde ein und ließ Notunterkünfte für bis zu 62.000 Menschen öffnen.

Der Gouverneur von Florida, Rick Scott, sagte, „Irma“ sei eine „ernste Bedrohung für den ganzen Bundesstaat“. Zahlreiche Touristen wurden aufgefordert, die Urlauberinsel Key West zu verlassen. In Miami Beach bereiteten sich die Menschen mit Hamsterkäufen auf den herannahenden Sturm vor. In einem Supermarkt standen ganze Regalreihen leer. „Die Leute sind verrückt und kaufen alles auf“, sagte die 81-jährige Gladys Bosque. Es gebe weder Wasser, noch Milch oder Katzenfutter.

In Haiti dagegen wusste die Bevölkerung zunächst nichts von der drohenden Katastrophe. Wie AFP-Korrespondenten berichteten, waren vor allem die Bewohner in den besonders gefährdeten Armenvierteln gänzlich unwissend.

Die Behörden müssen zudem ohne die Hilfe der UN-Stabilisierungsmission (Minustah) auskommen, die in Erwartung ihres baldigen Mandatsendes bereits einen Großteil ihrer schweren Ausrüstung abgezogen hat. So stehen für die rund eine Million Menschen, die rund um die Hafenstadt Cap-Haïtien leben, ganze drei Krankenwagen zur Verfügung. Stabile Notunterkünfte gibt es so gut wie keine.

Haiti kämpft immer noch mit den Auswirkungen von Hurrikan „Matthew“, durch den im Oktober vergangenen Jahres im Süden des Landes mehr als 500 Menschen ums Leben gekommen waren. (afp/dts)