Ideen der Klimastrategen: Wie wäre es mit einer „aufgeklärte Diktatur auf Zeit“ oder einer „Ökodiktatur“?

Von 11. October 2018 Aktualisiert: 11. Oktober 2018 18:23
Klimaschützer werfen Skeptikern regelmäßig vor, ihnen eine sinistre Agenda zu unterstellen. Der Unterton des jüngsten IPCC-Berichts hat die Zungen bei einigen Klima-Besorgten jedoch erheblich gelockert. Kolumnist Stephen Green vertritt nun aber die Auffassung, mehr Staat sei genau der falsche Weg, um ökologische Ziele zu erreichen.

Mancher mag es schon vorausgeahnt haben, tatsächlich wiederholte sich, was sich bereits bei ähnlichen Gelegenheiten in den Jahren zuvor vollzogen hatte: Der Weltklimarat IPCC veröffentlichte eine Studie, kam wie so oft zu dem Ergebnis, dass die Nationen ihren stetig hochgeschraubten „Klimazielen“ nicht einmal annähernd entsprochen hätten, und verlangte noch umfassendere staatliche Maßnahmen, widrigenfalls die Klimakatastrophe uns alle binnen kürzester Zeit dahinraffen würde.

Die Politiker der sogenannten demokratischen Parteien und die freie, unabhängige und kritische Presse sekundieren den hochgeschätzten Wissenschaftlern und sprechen zunehmend das aus, wofür Klimaskeptikern regelmäßig vorgeworfen wird, diese würden „Verschwörungstheorien“ verbreiten.

Diese angeblichen Verschwörungstheorien lauten unter anderem, die Klimatologie, die sich selbst auf einen wissenschaftlichen Konsens dahingehend stütze, dass menschengemachte CO2-Emissionen hauptverantwortlich für eine noch nie gekannte Erderwärmung sei, wäre eine politisierte Pseudowissenschaft und zudem selbstreferenziell. Das IPCC und der Narrativ von der drohenden Klimakatastrophe würden demnach weniger wissenschaftliche als eigennützige oder ideologische Ziele verfolgen.

Diktatur als letzte Konsequenz

Neben finanzieller Bereicherung durch Geldzuwendung vonseiten der öffentlichen Hand ginge es den Befürwortern der These von der drohenden Klimaapokalypse um machtpolitische, teilweise sogar totalitäre Ziele. Es wäre immerhin nicht der erste „wissenschaftliche Konsens“ der letzten 100 bis 150 Jahre in Europa, der politische Konsequenzen mit ungeahnten Folgewirkungen gehabt hätte.

Und tatsächlich: „Rassenkunde“, „Erbgesundheitslehre“ oder „Eugenik“ waren bereits vor 1933 unumstrittene akademische Disziplinen, die sich auf einhellige Akzeptanz stützen konnten. Es waren nicht die unbekanntesten Wissenschaftler ihrer Zeit, die sich regelmäßig darüber ausgetauscht hatten, welche Schädelmaße des Einzelnen eine positive Prognose für das große Ganze zulassen würden und welche dazu einluden, den Betreffenden wegzusperren oder zwangsweise zu sterilisieren.

In letzter Konsequenz, so die Kritik der Klimaskeptiker, laufe der Narrativ der Klimaschutz-Gemeinde auf Forderungen wie die nach einer Diktatur, nach der Abschaffung der Marktwirtschaft und sogar nach einer staatlichen Depopulationspolitik nach Vorbild der Ein-Kind-Politik in der Volksrepublik China hinaus.

So schnell auf Argwohnsbekundungen dieser Art der „Aluhut“-Vorwurf folgt, so unvorsichtig sind Befürworter weitreichender staatlicher und überstaatlicher Klimaschutz-Befugnisse jedoch selbst immer wieder in ihrer Wortwahl.

Da bringt der norwegische „Klimastratege“ Jorgen Randers die Idee einer „aufgeklärten Diktatur auf Zeit“ in kritischen Politikfeldern ins Spiel und nennt neben dem alten Rom auch die „augenscheinlich erfolgreiche“ Politik der Kommunistischen Partei Chinas als Vorbild. Auch der „Chefkorrespondent Wissenschaft“ der „Welt“, Norbert Lossau, malt die „Ökodiktatur“ als einzigen Ausweg an die Wand, sollte es nicht gelingen, „den Klimawandel zu stoppen“.

Im Umkehrschluss bedeutet das jedoch: Auch dann, wenn die Skeptiker richtig liegen und der menschliche Einfluss auf das Klima unerheblich sein sollte, würden die Klima-Alarmisten eine Rechtfertigung zur Errichtung einer Diktatur haben. Und selbst wenn diese nur „auf Zeit“ sein sollte, obläge es der Diktatur selbst, zu entscheiden, wann es genug sei.

Es würde nicht bei Ökosteuern und eingeschränktem Fleischkonsum bleiben

Dass die „Ökodiktatur“ sich nicht damit begnügen könnte, die Ökosteuern zu erhöhen, der Autoindustrie weitreichende Produktionsvorschriften zu machen oder den Fleischkonsum zu limitieren, liegt auf der Hand, wenn man die Handreichungen der „Klimawissenschaft“ in Sachen Familie betrachtet.

So belehrt uns nicht nur das Zentralorgan des Guten in der einzig verbliebenen Supermacht der Moral, „bento“, darüber, wie „egoistisch“ es wäre, Kinder zu haben, sondern auch der „Guardian“ oder der Hessische Rundfunk machen uns unmissverständlich deutlich, dass die eindeutige Erwartungshaltung von Klima-Besorgten an ihre Mitmenschen darauf abzielt, dass diese weniger Kinder in die Welt setzen. Zu glauben, dass eine „aufgeklärte Diktatur auf Zeit“ eine solche Entscheidung dem freien Ermessen des Einzelnen anheimstellen würde, könnte sich als naiv erweisen.

Bleibt der letzte Vorwurf angeblichen Verschwörungsdenkens an Skeptiker des Klimaschutz-Narrativs. Diese unterstellten zu Unrecht, der Klimaschutz-Gedanke stelle nach dem wiederholten Scheitern der traditionellen marxistischen Ansätze das Last Resort dar, um den Kapitalismus zu unterminieren.

Auch hier bemühen sich die Anhänger umfassender hoheitlicher Befugnisse zur Durchsetzung von Klimaschutzzielen nicht allzu sehr, die entsprechenden Bedenken zu zerstreuen.

Die Reaktion des bekannten Meteorologen Eric Holthaus auf den jüngsten IPCC-Bericht auf Twitter lautete etwa:

Die Top-Wissenschaftler der Welt haben gerade ihre entschiedene Rückendeckung dahingehend gegeben, dass es ein Schlüsselfaktor zur Erhaltung der Zivilisation und eines bewohnbaren Planeten ist, den Kapitalismus systematisch unschädlich zu machen.“

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Ökobilanz der USA vs. Ökobilanz sozialistischer Staaten

Dieses offene Eingeständnis bezüglich des tatsächlichen Anliegens hinter dem Klima-Alarmismus hat Stephen Green auf „PJ Media“ den Kragen platzen lassen. Es sei einmal mehr deutlich geworden, dass es am Ende um das Opfern menschlicher Freiheit, wo immer diese auch zu finden sei, auf dem Altar des „wissenschaftlichen Etatismus“ gehe

Green will sich aber nicht nur damit begnügen, die Klima-Alarmisten als totalitäre sozialistische Ideologen zu entlarven, sondern diese auch an ihren eigenen ökologischen Standards messen. Dazu vergleicht er in weiterer Folge auch die ökologische Bilanz der USA, wo trotz Ausstiegs aus dem Pariser Klimavertrag und der Renaissance fossiler Energieträger der CO2-Ausstoß sinkt, mit jener staatlich dirigierter Wirtschaftssysteme.

Die Sowjetunion habe beispielsweise den Baikalsee vergiftet, der einst etwa ein Sechstel der weltweiten Trinkwasserreserven aufgewiesen hatte. Dem Aralsee erging es noch schlimmer, dieser sei komplett verschwunden. Alkoholismus und ökologischer Niedergang hätten entscheidend dazu beigetragen, dass die Lebenserwartung dort kontinuierlich sank, und nach deren Ende hätte sich die Lage nicht entscheidend gebessert.

Die Luft in der Volksrepublik China, Jorgen Randers zufolge ein Erfolgsmodell, sei gleichsam unmöglich einzuatmen, was daran liege, dass man auf die billige Braunkohle eben doch angewiesen sei. „Sollte es China je schaffen, seine verdreckte Luft und seine Flüsse zu reinigen“, so Green, „dann wird es daran liegen, dass ihr teilweises Zulassen des Kapitalismus dafür gesorgt hat, dass genug Reichtum zur Verfügung steht, um dies zu bewerkstelligen. Aber mit Blick auf Chinas derzeitiges politisches Gebaren unter Xi Jinping würde ich nicht meine Lungen darauf verwetten.“

Auch die DDR habe weite Teile ihrer Wälder durch sauren Regen aus dem Braunkohleabbau zerstört – sodass ein sardonischer Wirt über die dortige Situation besagte, der Kommunismus habe es nicht nur geschafft, dass Deutsche schlechte Autos bauen, sondern auch deren sprichwörtliche Liebe zum Wald ins Gegenteil verkehrt habe.

Stephen Green verweist zudem auch die verschmutzten Flüsse in Indien und die Plastikmüll-Verschmutzung der Weltmeere, die ihren Ursprung nicht zuletzt in den staatlichen Zentralverwaltungswirtschaften Ostasiens habe.

Auch ein islamisch angehauchter Sozialismus biete keinen brauchbaren Ausweg: Der Islam habe es zum einen geschafft, das biblische Paradies in eine Wüstenlandschaft zu verwandeln, sondern auch während der wenigen Jahrhunderte, in denen der Islam in Andalusien herrschte, weite Teile Spaniens zu entwalden.

Kapitalismus lässt Länder ergrünen

Stephen Green findet deutliche Worte zum Abschluss:

„Sieht man davon ab, dass die EPA [US-Umweltbehörde] ihren Auftrag in vielerlei Hinsicht überschritten hat, sind die USA während der letzten 50 Jahre bemerkenswert sauber geworden. Ich denke, wir könnten mehr tun, um unsere großartige Umwelt zu schützen und zu erhalten, und das sogar auf noch günstigere Weise, wenn wir noch mehr marktorientierte Ansätze zulassen – aber das ist eine Debatte, die wir gesondert führen sollten. Statt jetzt noch weiter und weiter zu reden, komme ich zum Punkt: Jeder, der ein tatsächliches Interesse am Schutz der Umwelt hat, sollte zum westlichen Laissez-faire-Kapitalismus mit an Bord kommen, und das möglichst schnell. Alle anderen, wie der oben genannte Eric Holthaus, sind nur etatistische Poser, die Mord in ihren Herzen tragen.“


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