US-Außenminister John Kerry (L) und sein italienischer Amtskollege Paolo Gentiloni auf einer Pressekonferenz zur Bekämpfung des Daesh am 2. Februar 2016 in Rom.Foto: ALBERTO PIZZOLI/Getty Images

„Ihr habt ISIS erschaffen!“ Pressekonferenz-Skandal bei Kerry-Besuch in Italien

Epoch Times4. Februar 2016 Aktualisiert: 8. Juli 2016 1:38
Während einer Pressekonferenz zwischen Kerry und Gentiloni erhob sich eine verschleierte Frau und rief: "Ihr seid es, die den Islamischen Staat geschaffen haben!" Die Aktivistin wurde aus dem Saal entfernt.

Die Pressekonferenz von US-Außenminister John Kerry und seinem italienischen Amtskollegen Paolo Gentiloni in Rom wurde von einem Protest-Schrei überschattet. 

Kurz vor Ende der Konferenz erhob sich eine verschleierte Frau aus dem Publikum und rief: "Ihr seid es, die den Islamischen Staat erschaffen haben!", berichtet "RT" unter Berufung des italienischen TV-Senders RAI.

Darauf hin entfernten die Carabinieri die Aktivistin aus dem Konferenzsaal.

Nach dem Treffen mit Gentiloni, sagte Kerry laut "RT", er sei davon überzeugt die Terror-Miliz IS, auch Daesh gennant, werde von der US-geführten internationalen Koalition "zerquetscht" werden. 

Sein italienischer Kollege zeigte sich da etwas zurückhaltender: "Nach dem Paris-Gipfel hat es gewisse Fortschritte [im Kampf gegen den IS] gegeben. Es gibt jedoch keinen Grund zum triumphieren. Der Kampf im Irak muss fortsetzen werden," sagte Gentiloni, so "RT".

Es habe schon einige wichtige Fortschritte bei der Bekämpfung des Daesh gegeben, aber "wir haben es mit einer sehr elastischen Organisation zu tun. Deshalb dürfen wir sie nicht unterschätzen," so der Minister. 

"USA schuld an IS-Aufstieg"

Es war nicht das erste Mal, dass die USA beschuldigt wurde für den Aufstieg der Dschihadisten-Miliz verantwortlich zu sein. Ein ehemaliger US-Marine gab der US-Invasion im Irak in 2003 die Schuld für den Aufstieg der Terrorgruppe. 

"Ich wusste, was ich sah war falsch; ich wusste, dass es unmoralisch war; ich wusste, dass es ungerecht war; ich wusste, es war illegal", sagte der Ex-Soldat Vincent Emanuele im Dezember 2015 im Interview mit "RT". 

Emanuele ahnte schon damals, wie schwerwiegend die Folgen der Irak-Invasion werden würden. "Ich wusste, dass wir einen hohen Preis dafür bezahlen werden. Und dies geschieht jetzt, durch den Vormarsch von Gruppen wie ISIS."

Auch der ehemalige Chef der amerikanischen Defense Intelligence Agency (DIA), Michael Flynn, sagte, dass die USA nichts gegen den Aufstieg des IS unternommen hätte. 

Dadurch wäre es den Terroristen gelungen, den heutigen Islamischen Staat zu gründen, der bereits große Regionen im Nahen Osten eingenommen hat. Bereits in 2012 überreichte die DIA der US-Administration ein geheimes Memo mit einer Analyse über die Gefahren, die von den Dschihadisten-Gruppen ausgingen. 

Flynn sagte in einem Interview mit dem arabischen Nachrichtensender Al Jazeera, Washington würde die Extremisten, die als Opposition gegen Assad kämpfen, beaufsichtigen.

In dem geheimen DIA-Bericht, der im August 2012 an die US-Regierung weitergeleitet wurde, erklärten die Verfasser, dass "die Salafisten, die Muslimbruderschaft und AQI [Al Qaida im Irak] die wichtigsten Triebkräfte während der Aufstände in Syrien sind". Und diese treibenden Kräfte würden vom "Westen, den Golfstaaten und der Türkei unterstützt". (Siehe: Ehemaliger US-Geheimdienstchef: Der Aufstieg des IS war "eine vorsätzliche Entscheidung Washingtons") (so) 



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