Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan beim G20 Gipfel in der TürkeiFoto: ADEM ALTAN/Getty Images

Illegaler Ölhandel zwischen Türkei und IS: Erdogan verlangt Beweise – dann zu Rücktritt bereit

Epoch Times1. Dezember 2015 Aktualisiert: 1. Dezember 2015 12:26
Die Vorwürfe, die Türkei würde mit den Terroristen des Islamischen Staates illegalen Ölhandel betreiben, werden immer lauter. Russlands Präsident Putin sagte, dass die Türkei den russischen Kampfbomber abgeschossen habe um den Erdölhandel des Landes mit dem IS zu sichern. Erdogan meinte nun, sollte es für diese Anschuldigungen Beweise gegen, werde er zurücktreten.

Die Türkei steht in der Kritik, mit der Terrormiliz Islamischer Staat Geschäfte zu machen. Es heißt, dass der türkische Präsident Erdogan das von IS-Kämpfern gestohlene Öl aus Syrien billig kaufen würde. Das Öl würde mit LKWs und mit Frachtschiffen von Syrien in die Türkei importiert. 

Auch der russische Präsident Wladimir Putin erhebt diese Vorwürfe. Putin sagte, die Türkei habe den russischen Kampfjet abgeschossen, um den Erdölhandel des Landes mit dem IS zu sichern. Große Mengen Erdöl würden von IS-kontrollierten Ölfeldern in die Türkei exportiert, zitierte die Nachrichtenagentur Tass den russischen Präsidenten. Durch den Abschuss sollte die Sicherheit der Handelsrouten garantiert werden, erklärte Putin.

"Vorwürfe unannehmbar"

Dazu meldete sich nun der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan mit einem überraschenden Statement zu Wort. Er erklärte sich bereit zurückzutreten, sollten Ankaras Ölgeschäfte mit der Terrormiliz nachgewiesen werden, berichtet das russische Medium Sputniknews.

"Diese Vorwürfe gegenüber der Türkei sind unannehmbar. Es ist gegen jede Moral, von so etwas zu sprechen. Diese Anschuldigungen dürfen nicht grundlos gemacht werden. Man muss Dokumente dafür vorweisen", sagte der türkische Machthaber am Rande des UN-Klimagipfels in Paris.

"So etwas hat es nicht gegeben. Wir haben nie illegale Ölgeschäfte betrieben. Derartige Geschäfte mit Terrororganisationen sind ausgeschlossen. Unsere Ölquellen sind allgemein bekannt. Das sind Russland, der Iran, Aserbaidschan, der Irak, Algerien, Katar und Nigeria", fügte Erdogan hinzu.

Wer macht nun Geschäfte mit dem IS? 

Nicht die Türkei, sondern der geschäftliche Bürger Russlands und Syriens, George Haswani, habe von der Dschihadisten-Miliz Öl gekauft, meinte der türkische Staatschef, unter Berufung auf US-Daten. Haswani gilt als Mittelsmann zwischen dem IS und der syrischen Regierung. Er soll Rohöl von der Terrrormiliz gekauft und an das syrische Regime verkauft haben. Im März diesen Jahres verhängte die EU Sanktionen über Haswani. Er bestritt die Vorwürfe. Es konnten auch keine handfesten Beweise gegen ihn vorgebracht werden. Auch Erdogan hatte keine Beweise, die seine Anschuldigungen gegen Haswani untermauerten. 

Unterdessen sagte der syrische Außenminister Walid Muallem, Erdogans Sohn könne etwas mit dem illegalen Ölhandel zwischen der Türkei und dem IS zu tun haben. Er meinte auch, dass die Türkei genau aus diesem Grund die russische Su-24 abgeschossen hätte. 

Der russische Außenminister Sergej Lawrow verwies darauf, dass sich der Abschuss des Kampfjets nach den gezielten und effizienten russischen Luftangriffen sowohl auf mit Öl beladene Tankwagen, als auch auf vom IS kontrollierte ereignet habe. 

Das Militärflugzeug war in der vergangenen Woche nahe der türkisch-syrischen Grenze abgeschossen worden. Nach Angaben des russischen Verteidigungsministeriums hatte der Militärjet den türkischen Luftraum nicht verletzt und sei über syrischem Staatsgebiet abgeschossen worden. (so)


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