In Äthiopien mehr als 11.000 Menschen im Zuge des Ausnahmezustands festgenommen

Epoch Times12. November 2016 Aktualisiert: 12. November 2016 15:14
Die äthiopischen Behörden haben seit der Verhängung des Ausnahmezustands Anfang Oktober nach eigenen Angaben mehr als 11.000 Menschen festgenommen.

In einer vom staatlichen Fernsehsender EBC am Samstag verbreiteten Erklärung hieß es, 11.607 Menschen, darunter 347 Frauen, seien in sechs Gefängnissen inhaftiert worden. Ihnen würden unter anderem Anstachelung zur Gewalt, Zerstörung öffentlichen und privaten Eigentums sowie Verkehrsblockaden zur Last gelegt.

Die Zahl bedeutet einen erheblichen Anstieg gegenüber den zuletzt Ende Oktober von der Regierung angegebenen 2500 Festnahmen.

Mit dem am 9. Oktober verhängten sechsmonatigen Ausnahmezustand hatte die Regierung von Ministerpräsident Hailemariam Desalegn auf eine bis dahin beispiellose Welle von Protesten gegen ihre seit 25 Jahren andauernde Herrschaft reagiert.

Vor allem im Westen und Norden Äthiopiens gab es Unruhen

Unruhen gab es insbesondere in den von Angehörigen der Volksgruppe Oromo im Zentrum und Westen Äthiopiens sowie der Amhara im Norden bewohnten Gebiete. Die Oromo hatten sich im November 2015 gegen die Regierung erhoben. Im Sommer schlossen sich die Amhara den Protesten an.

Seitdem wurden nach Angaben von Menschenrechtsorganisationen bei der Niederschlagung der Proteste hunderte Menschen getötet.

Die Volksgruppen der Oromo und der Amhara stellen zusammen mehr als 60 Prozent der Gesamtbevölkerung von 100 Millionen Äthiopiern. Sie fühlen sich von der Regierung diskriminiert, die von der Minderheit der Tigray dominiert wird.

Am 31. Oktober hatte Verteidigungsminister Siraj Fegessa die Freilassung von 2000 Häftlingen angekündigt, die wegen Beteiligung an regierungskritischen Demonstrationen festgenommen worden waren.

Aus der Erklärung vom Samstag war nicht ersichtlich, wie viele von den 11.607 Festgenommenen weiterhin im Gefängnis sitzen. (afp)

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