Internationale Pressestimmen nach US-Wahl: „Trump hat von Abscheu gegen Eliten profitiert“ – „USA stehen am Abgrund“

Von 10. November 2016 Aktualisiert: 11. November 2016 20:42
Die Wahl vom Immobilienmogul Donald Trump zum neuen US-Präsidenten erzeugte Fassungslosigkeit in vielen Redaktionen der westlichen Medien. Die "New York Times" sehen die Vereinigten Staaten nach dem Ausgang der Wahlen sogar "am Abgrund" stehen. Der britische "Guardian" bezeichnet den Sieg von Trump als: "Schwarzen Tag für die Welt".

Was viele nicht für möglich gehalten haben, ist wahr geworden: Donald Trump ist der neue US-Präsident.

Die Reaktionen in den internationalen Medien reichen von: „Die Vereinigten Staaten stehen am Abgrund“, die „New York Times“. Über: „Trump gewinnt und Amerika verliert“, die „Washington Post“. Bis hin zu: „Trump hat von Abscheu gegen Eliten profitiert“, die französische „Liberation“.

Hier ein kurzer Überblick der Reaktionen zu Trumps Wahlsieg aus den internationalen Medien.

Die „New York Times“ schreibt, dass Donald Trump der „am schlechtesten vorbereitete Präsident der modernen Geschichte“ sei. Er habe alle Regeln der amerikanischen Politik in Frage gestellt. Damit habe er auch die Republikanische Partei auf den Kopf gestellt. Die Zeitung glaubt, der Geschäftsmann könne seine Impulse in politischen Belangen nicht unter Kontrolle halten und meint deshalb: „Die Vereinigten Staaten stehen am Abgrund.“

„Wir wissen nicht, wie Herr Trump die grundlegenden Aufgaben der Exekutive ausführen wird. Wir wissen nicht, ob er die Fähigkeit hat, sich auf irgendein Problem zu konzentrieren und zu einer rationalen Lösung zu kommen. Wir wissen nicht, ob er die geringste Ahnung hat, was es bedeutet, das größte Atomwaffenarsenal der Welt unter seiner Kontrolle zu haben,“ schreibt die „New York Times“.

Spaniens „El Pais“ sieht das Schicksal der Welt in Donald Trumps Händen. Man übertreibe nicht, „wenn man behauptet, dass die Wahlen in den USA die wichtigsten des Planeten sind“, so die Zeitung. „Das Schicksal von Millionen von Menschen auch außerhalb der USA sowie auch der internationalen Beziehungen und der Weltwirtschaft hängt zu einem sehr großen Teil davon ab, wer für die nächsten vier Jahre ins Oval Office einziehen wird. Mit der gestrigen Stimmabgabe haben die US-Bürger entschieden, welche Rolle ihr Land künftig in der Welt spielen wird. Und zum ersten Mal nach langer Zeit hatten sie die Wahl zwischen zwei Optionen, die nicht nur klar differenziert, sondern auch völlig gegensätzlich waren.“

Die französische „Le Monde“ vergleicht den Wahlsieg des Republikaner mit einem Erdbeben, das die Spielregeln der westlichen Demokratie neu definieren werde. Trump habe verstanden eine Führungsfigur darzustellen, die sich zuerst gegen seine eigene Partei und dann gegen den demokratischen Gegner gestellt habe.

Der britische „Guardian“ bezeichnet den Sieg des Republikaners als: „Schwarzen Tag für die Welt“ und „globales, politisches Erdbeben“. Sollte Trump seine „vielen und leichtsinnigen“ Wahlkampfankündigungen wahrmachen, wäre das ein erdbebengleicher Bruch in der von Amerika dominierten Weltwirtschaft und der globalen politischen Ordnung, die nach dem Zusammenbruch des Kommunismus das 21. Jahrhundert zu dominieren schien. Trump wäre eine „amerikanische Katastrophe“, die Amerika sich selbst zuzuschreiben habe.

Die französische „Liberation“ schreibt: „Trump hat von Abscheu gegen Eliten profitiert“. Es herrsche ein „Schock“ und ein „Schwindelgefühl“ angesichts der Tatsache, dass Donald Trump in rund zweieinhalb Monaten ins Weiße Haus ziehen werde. „Mit einem außergewöhnlichen politischen Gespür begabt, hat Donald Trump, ein ebenso visionäres wie unheilvolles Genie, mehr als irgendjemand sonst den Verdruss eines Teils Amerikas und dessen Abscheu auf Washington und die Eliten erfasst, die den Hoffnungen von Hillary Clinton eine kalte Dusche verpasst haben.“

In der „Washington Post“ heißt es: „Trump gewinnt und Amerika verliert“. Es sei nicht nötig, sich über die Frage Gedanken zu machen, ob Donald Trump jemals eine Atombombe einsetzen werde, so die Zeitung. „Er hat es gerade getan.“ Die Ankündigung, ein Präsident aller Amerikaner sein zu wollen, komme viel zu spät. Zu groß sei der Schaden, den Trump bereits angerichtet habe. Trump sei ein Narzissten, der alle „Kollateralschäden“ in Kauf nehme, um seine Karriere voranzutreiben, so die „Washington Post“. „Und jetzt sind die Vereinigten Staaten sein Kollateralschaden“.

Die italienische Zeitung „La Stampa“ berichtet von dem Ausgang der US-Wahl als ein „Hurrikan der Unzufriedenheit“. Das Volk des Aufstandes habe Amerika erobert und Donald Trump gewählt. „Es erschüttert die Welt. In knapp elf Monaten hat der weiße Mittelstand, gegeißelt von der Wirtschaftskrise und sozialen Missständen, in dem Tycoon einen Verteidiger gefunden, der die Demokraten von Hillary Clinton geschlagen und das Establishment in Washington gedemütigt hat. Er hat den ganzen Planeten überrascht.“

Es sei „ein Hurrikan der Unzufriedenheit“, der aus dem Bauch der Nation schlage „und der seine Hochburg in den Midwest-Staaten hat, die Barack Obama einst erobert hatte und die nun die Farbe gewechselt haben,“ so die Zeitung. Weil Millionen verarmte Familien ohne Hoffnung auf Wohlstand und Zufriedenheit sich entschieden hätten, aus Washington die Dynastien der letzten 30 Jahre zu vertreiben: „Die Bushs und die Clintons.“

Die russische Zeitung „Iswestija“ ist sicher: „Das US-Establishment hat gegen Trump gearbeitet“. Nicht nur für die Demokraten, sondern auch für einen Teil der republikanischen Führung würde ein Präsident Trump als die schlechtere Variante gelten, so die Zeitung. „Denn er fürchtet sich nicht, gegen das etablierte System anzugehen, und er sagt, was er denkt, und nicht das, was konform ist“. Genau deshalb hätten in diesem Wahlkampf nicht nur die Anhänger Clintons gegen Donald Trump gearbeitet.

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