IOM: Anzahl der Flüchtlinge über Türkei nach Europa wesentlich angestiegen

Epoch Times4. Mai 2016 Aktualisiert: 7. Juli 2016 15:49
Seit Anfang des Jahres sind wesentlich mehr Flüchtlinge über die Türkei nach Europa gekommen als noch im Vorjahr. Dies teilte die Internationale Organisation für Migranten mit. Der Krieg und das Chaos in den Herkunftsländern lässt die Menschen die lebensgefährliche Reise gen Europa antreten.

Trotz des Flüchtlingsabkommens mit der Türkei lässt der Zustrom an Asylsuchenden Richtung Europa nicht nach. Seit Anfang diesen Jahres sollen bereits über 184 000 Flüchtlinge und Migranten über den Seeweg in Europa eingetroffen sein. Dies teilte der Sprecher der Internationalen Organisation für Migranten (IOM), Joel Millman, auf einer Pressekonferenz am Dienstag mit, berichtet "Sputniknews".

Seit Januar 2016 seien über 184 546 Menschen über das Mittelmeer nach Europa gekommen, heißt es von seiten der Organisation. Davon seien 1357 Menschen auf der gefährlichen Reise ums Leben gekommen oder würden vermisst.

"Trotz der jüngsten Schiffsunglücke an der lybischen Küste ist die Zahl der Toten um 20 Prozent niedriger als im vergangenen Jahr", so Millman.

Demnach gab es seit Ende April mehrere Bootsunglücke vor der libyschen Küsten. Bei diesen Unfällen seinen 113 Menschen ums Leben gekommen. Der IOM-Sprecher meinte auch, da die Route über Italien nach Europa so gefährlich sei, würden die Menschen diese meiden. Auf diesem Weg sind in 2016 auch wesentlich weniger Flüchtlinge in die EU gelangt. Doch die Zahl der Asylsuchenden, die über die Türkei weiter nach Europa und Griechenland gelangen sei, so Millman, wesentlich gestiegen.

Chaos und Krieg in den Herkunfstländern

In Syrien herrscht seit fünf Jahren ein blutiger Bürgerkrieg in dem Schätzungen zufolge bereits 400.000 Menschen getötet wurden. Der Krieg wird durch die internationalen Bemühungen, seitens der Nato und anderen westlichen Kriegsparteien, die den syrischen Machthaber Baschar al-Assad stürzen wollen, noch zusätzlich verschärft. Auch im Irak, Afghanistan und Libyen herrschen Krieg und Chaos. Weite Teile dieser Länder sind von der Dschihadisten-Miliz Islamischer Staat besetzt und die Menschen in diesen Gebieten werden brutal unterdrückt. In 2011 wurde der libysche Machthaber Muammar al-Gaddafi gewaltsam von der Nato gestürzt, wodurch ein Bürgerkrieg im Land ausbrach. Seit dem regiert das Chaos und die Anhänger des Islamische Staat konnten sich ungehindert ausbreiten. Wegen des wirtschaftlichen und politischen Chaos in den Nah-Ost-Regionen und wegen der Angst ums eigene Leben, begeben sich die Menschen auf eine lebensgefährliche Reise, Richtung Europa. Es ist die schlimmste Flüchtlingskrise seit dem Ende des Zweiten Weltkrieges. (so) 

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