IOM: Ende des Flüchtlingszustroms nach Europa nicht absehbar

Epoch Times5. Februar 2016 Aktualisiert: 7. Juli 2016 17:20
Durch die instabile Lage in den Krisenländern seien die Menschen dazu gezwungen ihre Heimat zu verlassen, sagt der Chef der Internationalen Organisation für Migration. Solange die Konflikte andauern werde die Flüchtlingswelle auch nicht abreissen.

"Es wäre derzeit nicht klug anzunehmen, dass die Migrantenflut enden wird", zitiert "Sputniknews" den Chef der Internationalen Organisation für Migration, William Lacy Swing, aus einem RIA-Nowosti-Interview. 

Dies zeichnete sich schon im Januar diesen Jahres ab. Es seien bereits wesentlich mehr Flüchtlinge nach Europa gekommen, wie noch im Januar 2014. "Und wir sind noch mitten im Winter", so der Experte.

Lacy meint, man könne sich auch in diesem Jahr auf viele Neuankömmlinge einstellen. Dabei könne er keine Prognose abgeben, wie die Migrantenzahlen im Laufe dieses Jahres steigen wird. "Ich kann aber die Frage neu formulieren: Haben sich die Gründe geändert, die die Leute 2015 in den Norden getrieben haben? Meine Antwort lautet ‚Nein, sie haben sich nicht geändert‘", so Swing, schreibt "Sputnik".

Der Krieg im Nahen Osten und die unstabile Lage in Ostafrika bis hin nach Asien würde die Menschen auch weiterhin dazu veranlassen umzuziehen. 

Städte- und Gemeindebund NRW: 2 Millionen Migranten in 2016 

Diese Einschätzung wurde durch Angaben des Städte- und Gemeindebund NRW bestätigt. In diesem Jahr würden demnach zwei Millionen weitere Flüchtlinge nach Deutschland kommen, sagte der Hauptgeschäftsführer der Organisation, Bernd Jürgen Schneider, der "Rheinischen Post" (Samstagsausgabe). Eine solche Anzahl sei von den Kommunen nicht zu verkraften.

"Wir sollten diejenigen abweisen, die keinen Pass haben oder aus sicheren Drittstaaten kommen. So ist es ja auch im Dublin-Abkommen geregelt", sagte Schneider. Er fügte hinzu: "Ein Staat, der seine Grenzen nicht sichert, gibt sich selber auf." Zugleich forderte er mehr finanzielle Anstrengungen für arme Länder, um die Fluchtursachen zu bekämpfen. In diesem Zusammenhang befürworte er eine Steuererhöhung oder einen "Flüchtlings-Soli". (so/dpa) 

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