Irak-Angriffe: Warum Obama die Gruppe Islamischer Staat erst jetzt zum Feind erklärt (+Video)

Epoch Times10. August 2014 Aktualisiert: 10. August 2014 12:42

Die Gruppe Islamischer Staat (IS) ist plötzlich zu einer enormen Bedrohung geworden. So groß, dass Präsident Obama sich für einen Luftangriff im Irak entschloss. 

Fast zwei Jahre lang hat Obama die größte und brutalste Terrorgruppe in Nahen Osten komplett ignoriert. Dadurch konnte die militante Gruppe zu einer regionalen Macht heranwachsen. Die radikalen IS-Kämpfer schneiden ihren Opfern die Köpfe ab um diese in verschiedenen Stadtteilen auf öffentlichen Plätzen aufzuhängen. So zeigt die Gruppe, dass sie vor nichts zurückschreckt und verbreitet Angst und Schrecken in der Bevölkerung.

Auf Youtube und auf anderen Sozialen Medien sind die Gräueltaten von IS auf Video zu sehen. Die Gruppe verwendet diese Aufnahmen um Gegner abzuschrecken, aber auch zu Propagandazwecken um mehr Mitglieder anzuwerben. 

Aber all dies bewegte den amerikanischen Präsidenten nicht dazu einzugreifen. 

Der wahre Grund der Irak-Intervention 

Jetzt nachdem IS ständig neue Gebiete erobert, hat Obama weltweit den "Krieg gegen den Terror" ausgerufen. US-Drohnen werden alle Feindbilder der USA in Pakistan, Jemen, Somalia, Afghanistan und anderen Gebieten auslöschen.

Die amerikanische Regierung sowie dessen Verbündete und die Mainstream Medien betreiben bereits seit mehreren Wochen Kriegshetze in der Ukraine-Krise. Der Völkermord in Gaza durch Israel, wird jedoch ständig entschuldigt. 

IS und andere Gruppierungen der al-Qaida waren die Hauptakteure im Syrienkrieg. Der fast zwei Jahre andauernde Krieg forderte mehr als 170.000 Menschenleben. Millionen wurden zu Flüchtlingen gemacht. 

Jetzt aus heitrem Himmel will Obama aus "humanitären" Gründen gegen die Terrorgruppe intervenieren. Der wahre Grund der Angriffe ist jedoch, dass IS damit begonnen hat die Interessen der USA zu bedrohen. In einem Video verkündeten die militanten Kämpfer sogar, die islamische Flagge in Washington zu hissen. 

[–Regierungen und Medien ignorierten IS–]

Der Nahen Osten-Journalist Patrick Cockburn machte darauf aufmerksam, dass sich viele Regierungen und Mainstrem Medien nicht um die IS-Gruppe kümmern würden. Die Islamisten nahmen riesige Gegenden in Syrien und dem Irak ein. Nun bedrohen sie den Libanon.

Cockburn schrieb: "Während sich die Aufmerksamkeit der Welt auf die Ukraine und den Gaza konzertierte, nahm die Gruppe Islamischer Staat (IS) im Juni ein Drittel Syriens und ein Viertel des Irak ein. Die Geburt des neuen IS-Staat ist die radikalste Veränderung der politischen Geographie des Nahen Osten seit der Einführung des Sykes-Picot-Abkommen (siehe hier) in der Zeit nach dem Ersten Weltkrieg. Doch diese explosive Transformation hat überraschend wenig Alarm in der internationalen Gemeinschaft ausgelöst…" 

In einem Artikel der New York Times hieß es: "Auch nachdem der Islamische Staat Irak und Syrien, Fallujah und andere Gebiete im westlichen Teil des Landes (Irak) zu Beginn des Jahres eingenommen hatten und in Mosul einmarschierten und ihren Weg nach Bagdad freimachten, zeigte der Präsident keine Begeisterung für eine amerikanische Militäraktion."

Obama ergriff auch keine anderen Maßnahmen in dieser Angelegenheit. 

Die Logik in Obamas Außenpolitik

Die Zerstörung durch IS und die Invasion der Terrorgruppe in Syrien und Irak wurde ignoriert. Es wurde auch nicht vor einer israelischen Invasion in den Gaza gewarnt. Das einzige Thema welches ständig von Obama propagiert wurde ist die Möglichkeit, dass Russland in die Ukraine einmarschieren könnte.

Obama rührte keinen Finger um die israelische Invasion zu stoppen. Jedoch erklärte der Präsident vor kurzem, dass die USA eine "einmalige Gelegenheit" hat um ein IS-Massaker im Irak zu stoppen. Während bereits über tausend Palästinenser in Gaza durch israelische Streitkräfte getötet wurden.  

Viele Analytiker sehen keine Logik in Obamas inkonsequenter Haltung in der Außenpolitik. Obamas ehemaliger stellvertretender Staatssekretär kommentierte kürzlich: "Niemand sieht den Sinn darin, warum in einigen Fällen interveniert wird und in anderen nicht … Seine [Obamas] letzte Pressekonferenz lässt einem nur am Kopf kratzen. Ja, wir können nicht alles machen. Aber was ist uns wichtig?"

Bei genauerer Betrachtungsweise sieht man die Logik in Obamas Außenpolitik jedoch sehr deutlich. 

In der Zeit in der Obama die syrische Regierung gezielt angriff, hatte er keine Bedenken IS für seine Zwecke einzusetzen. Die CIA pflegte Beziehungen zu al-Qaida-Gruppen. Diese wurden auch mit Waffen aus den USA versorgt. (siehe hier

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Je stärker die USA von den IS-Kämpfern in Syrien profitierte, je weniger schenkte Obama der Gruppe seine Aufmerksamkeit. Als IS von Syrien in den Irak einmarschierte, brachte Obama einige Gründe hervor, wieso er der irakischen Regierung keine militärische Ausrüstung zur Verfügung stellen könnte um IS zu bekämpfen.

Obamas Nichteingreifen gegen die IS-Inversion im Irak und Syrien kommt daher, dass Obama einen Regimewechsel in beiden Ländern anstrebt. Um dieses Ziel zu erreichen nutzt er die radikale IS-Gruppe. 

[–Jetzt ging IS zu weit–]

Aber dann ging IS zu weit. Sie griffen die irakischen Kurden, die Verbündeten der USA, an. Die Kurden regeln ihre eigenen ölreichen autonomen Zonen im Irak und sind standhafte US-Unterstützer.

Die New York Times sprach offen über die realen, nicht-humanitären Motive bei den Angriffe von Obama auf IS: "Mr. Obama hat gezögert, eine direkte militärische Intervention im Irak [gegen IS] einzuleiten, solange der irakische Ministerpräsident Nuri al-Maliki schon im Amt ist. Aber in den letzten Wochen gab es seitens der kurdischen Beamten wiederholte Bitten um Waffenunterstützung, da sich IS ihren Weg durch den nordwestlichen Irak erkämpfte."

Es scheint als hätte es keine Rolle gespielt, dass Tausende Menschen von den IS-Kämpfern in Syrien und anderen Teilen des Irak abgeschlachtet wurden. Sie waren es anscheinend nicht "wert" verteidigt zu werden. Bei den Kurden, den Verbündeten der USA, ist das aber anders. 

Diese Tatsachen zeigen, dass die US-Außenpolitik nichts mit "Humanität" zu tun hat. Menschen in Gaza werden getötet, die syrische Bevölkerung massakriert und die Hälfte des Irak zerstört, während sich Obama damit beschäftigt Russland zu drohen. 

Die Strategie der US-Militärinterventionen ist eine zynische Berechnung ihre militärische Macht im Ausland mit allen Mitteln zu verstärken. (so)

Quellenverweis:

www.presstv.ir