Iran: Amnesty International korrigiert Zahl nach oben- mindestens 304 Tote bei Protesten

Epoch Times16. Dezember 2019 Aktualisiert: 16. Dezember 2019 8:32
Amnesty International korrigierte in einem am Montag veröffentlichten Bericht ihre bisherigen Zahlen von Todesopfern im Iran nach Protesten nach oben. Die Menschenrechtsorganisation geht von mindestens 304 Menschen aus. 

Bei der Niederschlagung der Proteste im November in Iran sind offenbar deutlich mehr Menschen getötet worden als bislang von ausländischen Beobachtern angenommen. Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International korrigierte in einem am Montag veröffentlichten Bericht ihre bisherigen Zahlen nach oben. Demnach wurden mindestens 304 Menschen getötet.

Bislang hatte Amnesty noch geschätzt, dass 208 Menschen getötet worden seien. Die iranische Führung hatte bereits die bisherigen Zahlen der Menschenrechtsorganisation als „völlige Lügen“ bezeichnet. Die iranischen Behörden haben bisher nur fünf Todesopfer bestätigt, unter denen vier Mitglieder der Sicherheitskräfte gewesen sein sollen.

Amnesty sammelte jedoch nach eigenen Angaben „erschütternde Zeugenberichte“ darüber, dass die Behörden Demonstranten „massakriert“ hätten.

Anschließend hätten die Behörden mittels rigoroser Maßnahmen die hohe Zahl der Todesopfer zu vertuschen versucht, heißt es in dem neuen Bericht. Tausende Demonstranten, Journalisten, Menschenrechtsaktivisten und Studenten seien festgenommen worden.

Laut Informationen aus unabhängigen Quellen gingen noch einen Monat nach den Protesten im ganzen Land die Razzien der Sicherheitskräfte weiter, erklärte Amnesty. Menschen würden in ihren Wohnungen oder an ihren Arbeitsplätzen festgenommen.

Die Proteste hatten sich am 15. November an einer Erhöhung der Benzinpreise entzündet. Da die Regierung damals das Internet tagelang weitgehend abschaltete, drangen nur langsam Informationen an die Öffentlichkeit. Die Proteste wurden von den Sicherheitskräften innerhalb weniger Tage niedergeschlagen. (afp)

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