Irans geistliches Oberhaupt sieht USA in einem „katastrophalen“ Zustand

Es sei falsch zu glauben, "dass die Probleme unseres Landes gelöst werden können, indem wir Kompromisse mit den USA schließen", sagt das iranische Oberhaupt Ayatollah Ali Chamenei. Das Atomabkommen habe gezeigt, dass dies nicht funktioniere.
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Iranische Frauen halten ein Bild von Ayatollah Ali KhameneiFoto: ATTA KENARE/AFP/Getty Images
Epoch Times2. November 2016

Irans geistliches Oberhaupt, Ayatollah Ali Chamenei, sieht sich durch den US-Präsidentschaftswahlkampf in seinem Urteil über den Erzfeind bestätigt.

„Diese beiden Kandidaten zeigen die katastrophale Wirklichkeit, die sogar über das hinaus geht, was wir sagen“, sagte Chamenei am Mittwoch in einer Rede vor tausenden Studenten. Die Aussagen von Hillary Clinton von den Demokraten und ihres Gegners Donald Trump seien ein Beleg für „die Zerstörung menschlicher Werte in den Vereinigten Staaten“.

„Das Herumtrampeln auf menschlichen Werten und Menschenrechten, rassistische Diskriminierung und Rassismus“ seien typisch für die Gesellschaft in den USA, sagte Chamenei. Er warnte in seiner Rede auch vor weiteren Verhandlungen mit Washington. Der US-Regierung sei nicht zu trauen, erklärte er.

Es sei falsch zu glauben, „dass die Probleme unseres Landes gelöst werden können, indem wir Kompromisse mit den USA schließen“. Das Atomabkommen habe gezeigt, dass dies nicht funktioniere. Trotz der vereinbarten Aufhebung internationaler Sanktionen werde dem Iran weiterhin der Zugang zum internationalen Bankensystem verwehrt, klagte Chamenei.

Er lehnte es auch ab, gemeinsam mit den USA eine Lösung für die Konflikte in Syrien, im Irak, in Afghanistan oder im Jemen zu suchen. Dies habe keinen Sinn, denn die US-Regierung lüge, täusche und halte sich nicht an ihre Verpflichtungen, sagte Chamenei.

Das geistliche Oberhaupt, das bei allen politischen Entscheidungen im Iran das letzte Wort hat, hielt die Rede anlässlich des 37. Jahrestags der Erstürmung der US-Botschaft in Teheran. Radikale iranische Studenten hatten damals dutzende US-Diplomaten und -Bürger als Geiseln genommen, von denen ein Großteil erst nach 444 Tagen wieder frei kam. Die Geiselnahme hatte zum endgültigen Bruch der bereits seit der Islamischen Revolution angespannten Beziehungen zwischen den USA und dem Iran geführt.  (afp)



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