Islamisierung per Investition: Saudische Scheichs kaufen großflächig Bosnien

Epoch Times4. Januar 2016 Aktualisiert: 8. Juli 2016 1:35
Arabische Investoren kaufen sich großflächig in Bosnien-Herzegowina ein. Sie bauen Touristen-Resorts für Luxusgäste, aber auch Schulen und Moscheen. Die Bosnier sehen die Entwicklung mit Skepsis.

In Bosnien-Herzegowina macht sich ein merkwürdiger Trend bemerkbar: Scheichs aus Saudi-Arabien und anderen arabischen Ländern kaufen großzügig Land und bauen Moscheen und gigantische Siedlungen. Sie bringen auch Tausende Anhänger des Wahhabismus, einer puristisch-traditionalistischen Richtung des sunnitischen Islams, in das europäische Land. Die religiösen Ansichten der moderaten Muslime Bosniens und die der Wahhabiten unterscheiden sich jedoch gänzlich voneinander. 

Touristen aus Saudia-Arabien, Katar und Kuwait prägen das Bild in den Touristen-Resorts in Bosnien, berichtet die Zeitung "Kurier". Deshalb gebe es auch immer mehr Geschäfte und Lokale mit arabischen Aufschriften.

Die Araber dürfen ohne Visum einreisen, kommen aber nicht nur als Touristen nach Bosnien-Herzegowina, sondern kaufen auch immer mehr Immobilien und Boden. Land kaufen dürfen nur registrierte Firmen. Doch dies scheint kein Problem für die Saudis zu sein: Alleine aus Kuwait stammen 232 neu angemeldete Firmen, so die österreichische Zeitung.

Luxusstädte in Bosnien 

Ein kuwaitischer Investor will für zwei Milliarden Euro einen Luxusstadtteil auf dem bosnischen Berg Igman in der Gemeinde Ilidža errichten lassen, schreibt der "Kurier" weiter. Das Projekt mit dem Namen "Nova Ilidža" soll Platz für 40.000 Einwohner schaffen. Angeboten werden luxuriöse Wohnungen, Einkaufszentren, Hotels, Parks, Promenaden und vieles mehr. 

Auch in der Stadt Trnovo wollen sich die Araber einkaufen: Sie planen mehrere kleine bosnische Bergdörfer zu erwerben, um dort ein Resort für ebenfalls 40.000 Menschen zu errichten. 2,2 Milliarden Euro soll in das Projekt investiert werden. Es heißt, dass dabei 10.000 Einheimische einen Job finden würden. Doch rund 150 Serben müssten dabei mit Zwangsenteignungen rechnen.

Die Investoren aus den Vereinigten Arabischen Emiraten bauten bereits ein Einkaufszentrum in Sarajevo. Das sogenannte "Centar Sarajevo" beherbergt auf 49.000 Quadratmetern 80 Geschäfte. Es ist das größte Einkaufszentrum der Stadt und wurde von der Saudi-Investorengruppe Al-Shiddi gebaut. Das arabische Schriftzeichen vor dem Komplex wird als wahhabitische Machtdemonstration gewertet, so der "Kurier".

Die Saudis wollen noch mehr Land in Sarajevo kaufen: Auf 180.000 Quadratmetern in bester Lage auf den Berghängen von Sarajevo soll ein Luxusprojekt für über 200 reiche Araber entstehen. In den Ortschaften Sokolovic Kolonija und Dobrosevici wird bereits gebaut. Insgesamt 50 Luxus-Villen. Auch in Lužani, Lokve, Crepljani und Osenik sind arabische Ferienanlagen im Entstehen.

Investitionswelle verunsichert Bosnier  

Die Menschen in den Regionen von Bosnien-Herzegowina sind unsicher ob die arabische Investitionswelle ein Segen oder ein Fluch ist. Dem Land, das seit Jahrzehnten in der Krise steckt, helfen diese Investitionen. Doch es ist ungewiss was die Saudis in Bosnien wirklich vor haben. 

Sie investieren nur in den Tourismus und bauen ständig neue Moscheen und Schulen, schreibt die Zeitung weiter. Demnach würden die Araber kein Interesse an anderen Bereichen, wie die bosnische Nahrungsmittelindustrie oder der Automobilbranche zeigen. Auch am Energiesektor seien sie nicht interessiert. 

In Bosnien ist man sich nicht sicher, ob die Absichten der Saudis wirklich nur im Bereich Tourismus lägen, oder ob sich die Araber eine Basis in Europa für die Zeit nach dem Öl sichern wollen, oder gar einen Stützpunkt für die "Missionierung" Europas erbauen wollen. Das Engagement der Wahhabiten während des Bosnien-Krieges von 1992 bis 1995 ist bei den Einheimischen noch nicht vergessen. Damals versuchen die Araber das Land zu Missionieren und wurden von der Bevölkerung schnell als Bedrohung wahrgenommen. (so)

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