Japanische Autos warten auf den Verkauf.Foto: iStock

Japan: Wirtschaft rutscht in die Rezession – und ein Ausweg ist nicht in Sicht

Von 19. Februar 2020 Aktualisiert: 19. Februar 2020 17:29
Mit einem leichten Rückgang des BIP hatte man in Japan schon gerechnet, bevor am 1. Oktober 2019 die Mehrwertsteuer angehoben wurde. Tatsächlich ist die Wirtschaft noch deutlich tiefer in die Knie gegangen – und das Coronavirus wirkt zusätzlich als Krisenverstärker.

Japan war schon vor dem letzten Quartal des Vorjahres nicht unbedingt dafür bekannt, den Rest der Welt mit seiner Dynamik mitzureißen. Bis Ende der 1980er Jahre bewegten die Wachstumsraten sich durchaus noch häufig im zweistelligen Bereich. Seither war eine Zahl größer als zwei vor dem Komma jedoch eher die Ausnahme als die Regel. Überalterung und ein Stagnieren der Reallöhne gehörten zu jenen Faktoren, die der Wirtschaft seit Jahr und Tag zu schaffen machten.

Nun erlebt das Land eine weitere böse Überraschung: Wie die „Welt“ berichtet, ist das Bruttoinlandsprodukt im vierten Quartal 2019 gegenüber dem Vorquartal um 1,6 und gegenüber dem Vergleichszeitraum des Vorjahres gar um 6,3 Prozent zurückgegangen.

Allein der Konsum brach auf annualisierter Basis um acht Prozent ein. Das ist ein größeres Minus als nach dem Tsunami und der daraus resultierenden Atomkatastrophe in Fukushima 2011 und etwa in der Größenordnung der Jahre 2010, als die Finanzkrise das Land erfasste, oder 2014, als die Mehrwertsteuer erhöht wurde.

Binnenkonsum hatte die Wirtschaft gestützt

Diese wurde zum 1. Oktober des Vorjahres wieder erhöht. Man hätte also damit rechnen können, dass sich der Konsum eintrüben würde – und tat dies auch. Die Regierung nahm Lebensmittel von der Erhöhung aus und ermöglichte Rabatte für bargeldlose Zahlung. Das reichte aber nicht aus, um den negativen Effekt zu konterkarikieren.

Mit 3,8 Prozent minus im Jahresvergleich hatte man aufseiten der Regierung und ihrer Wirtschaftsexperten gerechnet, nicht aber mit einem Fiasko in dieser Größenordnung. Zudem dürfte die Delle damit noch nicht ausgestanden sein. Die „Welt“ zitiert sagte Mari Iwashita, Chefökonom beim Finanzdienstleister Daiwa Securities, mit den Worten:

Ich bereite mich auf eine weitere Kontraktion im ersten Quartal vor. Es gibt einfach keine Faktoren, die für eine positive Wachstumsprognose sprechen.“

Zu allem Überfluss taucht nun auch noch das Coronavirus auf. Japan gilt – wenn das Regime in Peking nicht gerade wieder einmal aus politischen Gründen Reisen dorthin beschränkt – neben Südkorea als ein beliebtes Tourismusziel von Chinesen. Nun versuchen beide Länder, den Transit zu minimieren. Gleichzeitig haben zahlreiche japanische Unternehmen ihre Produktionsstätten in die VR China ausgelagert.

Japan ist überaltert und hoch verschuldet

Ein zusätzliches Problem, das es Japan noch schwerer machen wird, aus der Negativspirale wieder herauszukommen, ist die niedrige Geburtenrate, die sich noch weiter zuspitzen dürfte. In den vergangenen Jahren haben Studien zufolge immer weniger Japaner im gebärfähigen Alter die Bereitschaft erkennen lassen, zu heiraten oder eine Familie zu gründen. Lange Arbeitszeiten, hohe Immobilienpreise, kleine Wohneinheiten haben immer mehr Japaner dazu veranlasst, aus der Not des erzwungenen Singledaseins eine Tugend zu machen.

Wenn die Binnennachfrage nachlässt, gibt es nur noch wenig Raum für die Regierung, der Entwicklung gegenzusteuern. Premierminister Shinzo Abe liebäugelt mit einer Ausweitung der schuldenfinanzierten Konjunkturpolitik und zusätzlichen Anleihenaufkäufen der Notenbank. Mit einer Schuldenquote von 240 Prozent gehört Japan jedoch heute schon zu den am höchsten verschuldeten Nationen der Welt.

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