Kampf gegen IS in Syrien macht Libyen zur neuen Terroristen-Hochburg

Epoch Times1. Dezember 2015 Aktualisiert: 1. Dezember 2015 12:40
Wegen der Luftangriffe auf Syrien, weitet die Terrormiliz Islamischer Staat nun ihren Einfluss in Libyen aus. Nach dem gewaltsamen Sturz des libyschen Führers Muammar al-Gaddafi entstand ein Machtvakuum im Land das nun von Terrorbanden, wie dem IS, ausgefüllt wird.

Neben der US-geführten Koalition, die Syrien und den Irak im Kampf gegen den "Islamischen Staat" bombardiert, und den russischen Luftschlägen in Syrien, mischt sich jetzt auch Deutschland militärisch in den Nahostkonflikt ein. Das Bundeskabinett hat den geplanten Einsatz der Bundeswehr gegen die Terrormiliz beschlossen. Daran sollen bis zu 1200 Soldaten beteiligt werden.

Konkret geht es um die Beteiligung an den Luftangriffen gegen den IS in Syrien und im Irak. Die Bundeswehr soll mehrere "Tornado"-Aufklärungsjets einsetzen. Geplant ist zudem, mit einem Kriegsschiff einen französischen Flugzeugträger zu schützen. Das geplante Engagement der Bundeswehr ist eine Antwort auf die Terroranschläge von Paris.

Militärschläge ohne langfristige Strategie – sinnlos 

Der italienische Premier Matteo Renzi verbreitete jedoch eine andere Botschaft: Er meint, eine militärische Aktion gegen die IS-Kämpfer mache keinen Sinn ohne eine internationale Strategie für die Zeit danach. "Die Fehler, die von der Staatengemeinschaft in Libyen gemacht wurden, sollen sich nicht wiederholen", sagt Renzi, berichtet das "Handelsblatt".

Doch die internationale Gemeinschaft sieht das anders: Deutschland, Frankreich, Großbritannien die USA und Russland versuchen den "Kampf gegen den Terror" mit Militärgewalt für sich zu entscheiden.

IS nutzt Chaos in Libyen

Da es für die radikale Islamistengruppe in Syrien nun tatsächlich eng werden könnte, beginnen diese, sich verstärkt in Libyen auszubreiten. Seit dem Fall des libyschen Machthabers Muammar al-Gaddafi in 2011 entstand ein Machtvakuum im Land, welches von Terrorbanden ausgefüllt wird. 

Nach dem gewaltsamen Sturz von Gaddafi, mit Hilfe der NATO-geführten Luftangriffe, versicherte die USA der libyschen Bevölkerung das Land in eine Demokratie zu verwandeln. Stattdessen ist nach Gaddafis Tod das Chaos ausgebrochen. Anfangs schien es sich tatsächlich in eine positive Richtung zu entwickeln. In 2012 konnten sogar erfolgreiche Wahlen abgehalten werden. Danach wurde jedoch ein Anschlag auf eine amerikanische Einrichtung in Benghazi verübt, bei dem vier US-Diplomaten ums Leben kamen. Daraufhin besetzten die Dschihadisten die libysche Stadt Sirte, in der es große Ölvorkommen gibt. In 2014 schloss die USA ihre Botschaft in Tripoli, wodurch sich nur noch mehr Chaos im Land breit machte. 

Da es in Libyen keine einheitliche Regierung gibt, wäre ein Kampf gegen den "Islamischen Staat" ein aussichtsloses Unterfangen, befürchten Experten. "Für den ‚Islamischen Staat‘ ist Libyen jetzt wahrscheinlich das bedeutendste Heiligtum", sagt Patrick Johnston, ein Analyst über Terrorbekämpfung bei RAND Corp, einer Denkfabrik in den USA, berichtet usatoday.com.

Ein Vorsitzender des ständigen Ausschusses des Repräsentantenhauses der Vereinigten Staaten meinte dazu, dass, wenn es der Terrormiliz des Islamischen Staates gelingen würde ihre Wurzeln im ölreichen Libyen weiter zu festigen, könnten diese ihren Reichtum auf ein Höchstmaß anhäufen, um ihre Terroraktivitäten weltweit in noch größerem Ausmaß zu finanzieren und fortzusetzen. (so)

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