Kardinal Sarah: „Migration ist nicht von Gott gewollt – Verlust von Heimat bedeutet Leid“

Von 4. April 2019 Aktualisiert: 4. April 2019 21:23
In einem Interview mit einem französischen Magazin hat der katholische Kardinal Robert Sarah Kritik an einer kritiklosen Politik der offenen Grenzen geübt, wie sie viele Kirchenfunktionäre fordern. Eine solche übersehe das Leid, das diese mit sich bringe, und sei eine Fehlinterpretation des Wortes Gottes.

Der Kardinalpräfekt der Kongregation für den Gottesdienst und die Sakramentenordnung im Vatikan, Robert Kardinal Sarah, hat sich in einem Interview mit dem französischen Magazin „Valeurs actuelles“ gegen eine bedingungslose Befürwortung offener Grenzen durch die Katholische Kirche gewandt.

Die Aussage überrascht umso mehr, als sie just zu einem Zeitpunkt fiel, da Papst Franziskus in Marrakesch die reichen Staaten zu stärkerem Einsatz für Migranten aufforderte und erklärte, Politiker, die Mauern bauten, um diese abzuwehren, würden „selbst zu Gefangenen in ihren Mauern“ werden.

Nichtssagende Erklärungen aus Angst um die Reputation

Es stelle eine „falsche Auslegung des Wortes Gottes“ dar, Migration zu propagieren. „Gott wollte diese gebrochenen Herzen nicht“, die mit einem Schicksal des Heimatverlustes einhergingen. Insbesondere treffe dies vor dem Hintergrund des geistigen und kulturellen Zustandes zu, in dem sich die europäischen Zielländer befänden. Kardinal Sarah betonte:

Es ist besser, Menschen zu helfen, in ihrer eigenen Kultur zu gedeihen als sie dazu zu ermuntern, in ein Europa zu kommen, das sich im Zustand vollständiger Dekadenz befindet.“

Die betroffenen Menschen seien von „Mächten ohne Glauben“, die Gott verloren hätten, denen außer Geld und Macht nichts geblieben sei und die ihre Länder destabilisiert hätten, erst in diese Situation gebracht worden. Die Kirche müsse den Blick der zur Auswanderung Entschlossenen aber wieder auf Christus richten und ihnen eine Lebensperspektive in ihrer Heimat bieten.

Dass Priester, Bischöfe und sogar Kardinäle sich nicht getrauten, die göttliche Wahrheit zu verkünden, habe mit der Furcht um die weltliche Reputation zu tun, erklärte der Kardinal in einem kaum verhohlenen Seitenhieb auf den Klerus in Deutschland und anderen europäischen Ländern:

„Sie haben Angst davor, verlacht und als Reaktionäre hingestellt zu werden. Deshalb bleiben sie im Unklaren, Nichtssagenden und Unpräzisen und vermählen sich mit der dummen Entwicklung der Welt.“

Jesus „nicht bloß der nette große Bruder“

Das rein weltliche, auf politische oder soziale Aspekte beschränkte Gerede solcher Geistlicher übersehe, dass Jesus Christus nicht bloß der „nette große Bruder“ sei, sondern das Licht der Welt und dass die Kirche die Aufgabe habe, die Menschen zu ihm zu führen. Eine Welt ohne Gott sei dem Verderben preisgegeben, hatte der Kardinal bereits mehrfach in Büchern und Reden dargelegt. Es sei die Pflicht der Geistlichen, den heute besonders mächtigen Problemen der „materialistischen Barbarei“ wie auch der „islamistischen Barbarei“ gleichermaßen entgegenzutreten.

Eine kritiklose Politik der offenen Grenzen würde zudem das Leid negieren, das ein Verlassen der Heimat für die betroffenen Menschen mit sich bringe. Migranten, die in Europa ankommen, würden zudem irgendwo zwischengelagert ohne Arbeit und ohne Würde. „Kann die Kirche so etwas wollen?“, fragt der aus Guinea stammende Kardinal. Die Kirche dürfe nicht diese „neue Form der Sklaverei“ unterstützen, zumal der Westen mit seiner niedrigen Geburtenrate selbst zu verschwinde drohe.

Für Europa wäre dies das Ende, zumal mit ihm auch das stürbe, was es einst groß gemacht hätte. An seine Stelle würde früher oder später der Islam treten:

„Wenn Europa und mit ihm die unbezahlbare Werte des Alten Kontinents verschwinden, wird der Islam in diese Welt vordringen und wir werden vollständig unsere Kultur, unser Menschenbild und unsere moralische Vision verändern.“

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