Klimaschützer: Mehr und stärkere Hurrikans durch Trump – Wissenschaftler bestreiten einen solchen Trend

Von 20. September 2018 Aktualisiert: 20. September 2018 10:52
Wie bereits George W. Bush ist auch US-Präsident Donald Trump Vorwürfen ausgesetzt, durch Distanz zur Klimaschutz-Agenda die Hurrikansaison im Atlantik zu eskalieren. Historische Daten lassen jedoch weder erkennen, dass mehr Hurrikans auf Land treffen, noch, dass diese stärker werden.

Der Hurrikan „Florence“ hatte am vergangenen Freitag die Küste von North Carolina erreicht. Mittlerweile ist er zum Tropensturm herabgestuft worden. Dennoch hat er in Teilen des Küstengebiets Verwüstungen durch massive Regenfälle, Überschwemmungen und Stromausfälle gesorgt. Auch 32 Tote sind nach bisherigen Daten in North und South Carolina sowie in Virginia zu beklagen.

Für liberale politische Kommentatoren und Medien war die Sache klar: Der Hurrikan konnte solche Schäden anrichten, weil US-Präsident Donald Trump dies billigend in Kauf genommen hat. „Ein weiterer Hurrikan wird unsere Küste verwüsten, und Trump ist sein Mittäter“, lautete die Schlagzeile der angesehenen „Washington Post“ am 11. September.

Bereits gegen Präsident George W. Bush hatten die fortschrittlichen Kräfte im Land und weltweit ähnliche Vorwürfe erhoben, als beispielsweise 2005 Hurrikan „Katrina“ New Orleans heimsuchte. Damals hieß es, dass dessen Zögerlichkeit, verbindliche internationale Verträge zur CO2-Reduktion einzugehen, die „menschengemachte Erderwärmung“ anheize und diese zu immer mehr und immer stärkeren Wirbelstürmen im Atlantik beitrage.

„Keine Ahnung von Atmosphärenwissenschaft“

Als 2009 sein Nachfolger Barack Obama sein Amt antrat, stellte dieser in Aussicht, dass von diesem Moment an die Meeresspiegel aufhören würden, zu steigen. In weiterer Folge traten die USA dem Weltklimavertrag von Paris bei.

Donald Trump jedoch verließ diesen wieder, beseitigte klimapolitische Vorschriften aus der Obama-Ära und nahm auch wieder verstärkt die Nutzung fossiler Energien ins Portfolio auf. Aus Sicht des früheren Präsidentschaftskandidaten Al Gore, der „Washington Post“ oder der „New York Times“ ein Grund dafür, dass es zu „Florence“ kommen konnte.

Meteorologe Roy Spencer, Forschungsleiter an der Universität von Alabama in Huntsville und früherer langjährige Klimawissenschaftler der NASA, ist da anderer Meinung. Er spricht mit Blick auf den Narrativ von Trumps Mitschuld an der Atlantischen Hurrikansaison 2018 von „obszönen Versuchen, auch ohne jedwede Beweise politisch zu punkten“. Die Anschuldigungen kämen nicht selten von Personen, die „überhaupt keine Ahnung von Atmosphärenwissenschaft“ hätten.

Tatsächlich sei der Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika nicht in der Lage, Hurrikans zu kontrollieren, darüber hinaus würden diese nicht stärker. Spencer, Autor des Buches „Inevitable Disaster: Why Hurricanes Can’t Be Blamed on Global Warming“, meint im Gespräch mit Tucker Carlson von „FOX News“ vielmehr:

„Die Tatsache, dass es bezüglich der weltweiten Hurrikan-Aktivität keine langfristige Veränderung gegeben hat und die Zahl der größeren Hurrikans, die in den USA auf Land getroffen sind, in den letzten 80 Jahren sogar um 50 Prozent zurückgegangen ist, bedeutet, dass niemand ein ‚Mittäter‘ ist.“

Unterdurchschnittliche Aktivität zwischen 2006 und 2017

Stattdessen war die US-amerikanische Hurrikanfront nach „Katrina“ überdurchschnittlich inaktiv. Über mehr als 11 Jahre hinweg traf kein Sturm einer Stärke von Kategorie 3 oder höher auf Land, erst „Harvey“ durchbrach 2017 diese Serie. Im Golf von Mexiko endete 2016 eine Dreijahresperiode ohne Hurrikans, die dort entstanden wären oder sich entwickelt hätten. Auch das sei ein Rekord seit Beginn der Aufzeichnungen.

Dieser Auffassung tritt Roger A. Pielke jr. von der Universität Boulder in Colorado bei. Der Wissenschaftler mit einer weitläufigen Publikationstätigkeit zum Thema Hurrikans veröffentlichte in der Vorwoche eine Grafik, die den sogenannten Landfall der Stürme in der Zeit von 1900 bis 2017 darlegte. Dazu erklärte er:

„Die meisten Leute glauben es einfach nicht, dass es – insgesamt und von den größeren her gesprochen – seit 1900 weniger Hurrikans gegeben hat, die das Land erreicht hatten (nicht signifikant als Muster, aber von der betroffenen Bevölkerung her)“, erklärte Pielke auf Twitter. „Meine Erfahrung ist, dass diese Grafiken Menschen in Erregung versetzen, aber das sagen die Daten.“

Klima-Aktivisten verweisen auf höhere Oberflächentemperaturen

Meteorologenkollege Eric Holthaus zeigte sich seinerseits unbeeindruckt und warf gegenüber MSNBC dem Präsidenten vor, die Folgen der Hurrikans der letzten beiden Jahre zu ignorieren und diese nicht an der Wurzel zu bekämpfen.

Auch Jonathan T. Overpeck, Geologe und Dekan der umweltwissenschaftlichen Abteilung der Universität Michigan, hält gegenüber AP daran fest, dass Florence ein Musterbeispiel für „vom Menschen hochaufgeladene Stürme“ darstellt, die „häufiger und zerstörerischer werden, je mehr der Planet sich erwärmt“. Dies liege an den steigenden Temperaturen an der Meeresoberfläche.

Stanley Goldenberg, Meteorologe von der Forschungsabteilung Hurrikans der Nationalen Ozean- und Atmosphärenbehörde NOAA/AOML, sieht demgegenüber „nichts Ungewöhnliches“ an der jüngsten Hurrikan-Aktivität. In einer Podiumsdiskussion des Think-Tanks Heartland Institut erklärte er:

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Wir haben keinerlei Hinweise darauf, dass wir eine noch nie dagewesene Zeit mit mehr oder stärkeren Hurrikans erleben, insbesondere wenn man auf die historischen Daten blickt.“

Es gäbe eine Reihe anderer Faktoren als die Meeresoberflächentemperatur, die Stürme dieser Art beeinflussen, unter anderem die Scherwinde.

Goldenberg weiter: „Es gibt diese Interaktion mit dem Land, es gibt alle möglichen Faktoren, die hineinwirken. Es gibt Jahre mit außerordentlich warmen Atlantiktemperaturen, wo aber trotzdem nichts weiter passiert, weil einfach die atmosphärischen Bedingungen nicht stimmen. […] Wir hatten das alles schon mal gesehen. Es schockiert uns nicht, wenn ein Sturm dort irgendwo festsitzt, mäandert oder stockt. Wir haben das schon sehr, sehr oft gesehen.“

„Selektive Datenanalyse, getrieben durch politische Agenda“

Jan Lehr, Hydrologe und Wissenschaftsdirektor des Heartland Instituts, beschuldigt die Anhänger der These vom „menschengemachten Klimawandel“, der hinter den Phänomenen stehe, der bewussten Ausklammerung der Rolle natürlicher Variabilität und anderer Faktoren, um ihre politische Agenda voranzutreiben:

„Man nennt so etwas Arbeiten mit selektiven Daten. Und es widerspricht jeder Wissenschaft. In der Wissenschaft müssen wir alle Daten betrachten und daraus unsere Schlüsse ziehen. Sie aber [die Klima-Aktivisten] greifen einen warmen Ozean heraus und lassen alles andere außer Acht, dann setzen sie das in eine Gleichung und erhalten einen stärkeren Sturm. So funktioniert es aber nicht.“