Komplott gegen Russland – Wer steckt hinter dem Ölpreisverfall?

Epoch Times18. Dezember 2014 Aktualisiert: 18. Dezember 2014 14:09

"Bilde ich mir das ein oder haben wir es mit einem globalen Ölkrieg zu tun, mit den USA und Saudi-Arabien auf der einen Seite und Russland und dem Iran auf der anderen?," fragte der bekannte Journalist Thomas Friedman unlängst in der "New York Times". 

In Russland spricht man schon seit einigen Monaten von einem Komplott. Der Sekretär von Russlands Nationalem Sicherheitsrat, Nikolaj Patruschej, verglich die jetzige Situation in Russland, mit den 1980er-Jahren, hieß es in der Regierungszeitung "Rossijskaja Gaseta", berichtete n-tv.de.

Er sagte, die USA hätten damals den Ölpreisverfall herbeigeführt, um die Sowjetunion in den Bankrott zu treiben. Heute sei der Absturz des Ölpreises ebenfalls zwischen den USA und Saudi Arabien abgesprochen, schreibt das Russische Institut für Strategische Studien. Mitten in der Ukraine Krise im März, besuchte der US-Präsident Barack Obama Riad. Über das Treffen schrieb die russische Zeitung Prawda: "Obama will, dass Saudi-Arabien die russische Wirtschaft zerstört".

Rund 40 Prozent russische Staatseinnahmen stammen aus dem Export von Rohöl

Russland ist auf die Einnahmen aus dem Ölgeschäft dringend angewiesen. Der rapide Ölpreisverfall und die von der EU verhängten Sanktionen lässt den Rubel im Sturzflug sinken.

Russland hatte seinen Haushalt für dieses Jahr mit einem durchschnittlichen Preis von 104 Dollar je Fass kalkuliert, so n-tv.de. Rund 40 Prozent russische Staatseinnahmen stammen aus dem Export von Rohöl. Die Ölproduzenten bekommen statt den erwarteten 104 Dollar jedoch nur 84 Dollar pro Barrel. 

Die gesamte Situation schadet der Wirtschaft und der Bevölkerung in Russland, weil sie sich direkt in der Inflationsrate widerspiegelt (8 Prozent im Oktober 2014). Auch wenn sich Russland gerne unabhängig gibt und neue Allianzen mit China schmiedet: Nur ein Ende der Sanktionen kann den Fall der Währung verhindern.

Zinserhöhungen, wie wir sie dieses Jahr schon oft gesehen haben (Der Interbankzins liegt bei 17 Prozent) nützen wenig, da Ausländer ihr Zins-Jahreseinkommen durch den fallenden Rubel schon innerhalb von Tagen verlieren können.

Wer ist schuld am Ölpreisverfall?

Der Ölpreis ist so niedrig wie zuletzt vor mehr als vier Jahren. Seit Juni sind die Preise um mehr als ein Drittel gesunken. Trotz allen Spekulationen, dass die USA und Saudi-Arabien hinter dem Ölpreisverfall stecken, gibt es dafür aber keine Beweise.

"Schuld an dem Preisverfall sind keine Absprachen, sondern vielmehr die Ölschwemme durch die neue Fördermethode Fracking. Mit ihrem Boom bei Schiefergas und Schieferöl sorgen die USA für ein drastisches Überangebot – sie fördern mittlerweile so viel Öl wie seit 30 Jahren nicht mehr. Auf den Ölpreis drückt zusätzlich der sinkende Verbrauch der Abnehmerländer, die wegen der schwachen Konjunktur weniger Öl nachfragen," so n-tv.de.

Es scheint aber trotzdem so, als wären die USA der große Gewinner des Ölpreisverfalls. Außerdem kommt es den Amerikanern, wegen der Ukraine-Krise, ganz gelegen, Russland neben den Sanktionen, mit einem niedrigen Ölpreis, weiter zu schaden. Jeder Dollar weniger kostet Moskau viele Milliarden, was den Druck auf die Führung erhöht. 

N-tv.de zitiert einen russischen Ökonomen, der von den Medien nicht namentlich genannt wurde: "Sollte der Preis auf 75 Dollar fallen und dort für ein paar Jahre verharren, werden wir in Russland einen Machtwechsel sehen."

Putin stellt sich der Weltöffentlichkeit

Es wird eng, die Russen beginnen bereits mit Panikkäufen, die Geldhäuser reden vom Ende des Bankensystems. Nun stellt sich der russische Präsident Wladimir Putin wegen der Rubel-Krise der Weltöffentlichkeit.

Putin gibt dem Westen die Schuld an der Wirtschaftskrise in Russland.

25 bis 30 Prozent der Krise seien auf die Sanktionen zurückzuführen. Damit wolle der Westen Russland geopolitisch schwächen. Doch die russische Wirtschaft ist stark und wird weiter wachsen. Die Krise wird schlimmstenfalls zwei Jahre dauern, so der russische Präsident, berichtet Focus-Online im Live-Ticker. Der Westen wolle "den russischen Bären momentan an die Kette legen", fuhr Putin fort und fügte hinzu: "Wenn wir kein ausgestopftes Tier werden wollen, müssen wir einfach härter arbeiten." (so)

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