Kreuzfahrtschiff mit deutschen Passagieren wegen Corona-Fällen aus australischen Gewässern verwiesen

Epoch Times26. März 2020 Aktualisiert: 26. März 2020 17:41

Australien hat am Donnerstag ein Kreuzfahrtschiff mit sieben Corona-Fällen und überwiegend deutschen Passagieren an Bord angewiesen, australische Gewässer zu verlassen.

Andernfalls werde er die Regierung um den Einsatz der Marine bitten, sagte Westaustraliens Regierungschef Mark McGowan am Donnerstag. Niemand werde an Land gelassen, „es sei denn, ein Passagier befindet sich in einer lebensbedrohlichen Notlage“, sagte er.

Sieben Passagiere an Bord der „Artania“, die in der Nähe des Hafens von Fremantle vor Anker liegt, wurden positiv auf das Coronavirus getestet. Die Betreiber wollen die überwiegend deutschen Passagiere nach eigenen Angaben am Samstag von Australien aus per Charterflug heimfliegen.

Charterflug soll Passagiere zurückholen

Geplant sei, die 832 Passagiere an Bord per Charterflug am 28. oder 29. März von der westaustralischen Stadt Perth nach Deutschland zurückzufliegen, sagte eine Sprecherin des Reiseveranstalters „Phoenix Reisen“ in Bonn am Donnerstag der Nachrichtenagentur AFP.

Die Entscheidung zur Rückholung der Passagiere an Bord sei nach Absprache mit den australischen Behörden sowie der deutschen Botschaft vor Ort getroffen worden, sagte die Sprecherin des Reiseveranstalters.

Auch an Bord befindliche Gäste, die nicht aus Deutschland kommen, sollen per Charterflug nach Frankfurt geflogen werden, „sofern die Weiterreise ab Frankfurt zum ausländischen Heimatort gewährleistet ist“, erklärte der Veranstalter. Um das zu organisieren, sei „Phoenix Reisen“ in Kontakt mit den jeweiligen Botschaften.

In der vergangenen Woche hatten die australischen Behörden die „Ruby Princess“ in Sydney anlegen und die Passagiere von Bord gehen lassen. Danach wurden mehr als 130 Infektionsfälle und ein Todesopfer gemeldet.

In Westaustralien wird ein Viertel der Coronavirus-Fälle mit der Ankunft von Kreuzfahrtpassagieren in Verbindung gebracht. In ganz Australien wurden bis Donnerstag knapp 3000 Infektionsfälle und 13 Todesopfer gemeldet.

Zwei weitere Kreuzfahrtschiffe auf der Suche nach einem Hafen

Zwei weitere Kreuzfahrtschiffe irren auf der Suche nach einem Hafen ganz in der Nähe umher. Die „Magnifica“ mit rund 1700 Passagieren an Bord war am Dienstag nach der Erlaubnis zum Auftanken in Fremantle aufgebrochen, musste aber umkehren, nachdem Dubai ein Anlegen untersagte.

Die rund 800 Australier an Bord der „Vasco de Gama“ dürfen nach Behördenangaben demnächst das Schiff verlassen. An Bord der „Artania“ und der „Magnifica“ befinden sich keine australischen Passagiere.

Vergangene Woche hatten die Behörden die „Ruby Princess“ in Sydney anlegen und die Passagiere von Bord gehen lassen. Danach wurden mehr als 130 Infektionsfälle und ein Todesopfer gemeldet.

In Westaustralien wird ein Viertel der Coronavirus-Fälle mit der Ankunft von Kreuzfahrtpassagieren in Verbindung gebracht. In ganz Australien werden derzeit knapp 3000 Fälle und 13 Tote gemeldet. (afp/nh)

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