Kriegsveteran: „Afghanistan-Krieg ein Desaster von Anfang bis Ende“

Epoch Times22. Dezember 2015 Aktualisiert: 7. Juli 2016 15:01
Ein britischer Kriegsveteran kritisiert den Afghanistan-Krieg. Er befürchtet, dass die Geschehnisse in Afghanistan unter den Teppich gekehrt werden. Dies dürfe nicht zugelassen werden. Man sei es den vielen Opfern dieses Krieges schuldig darüber zu sprechen.

Taliban-Kämpfer haben weite Teile der afghanischen Provinz Helmand zurückerobert. Am Höhepunkt der Auseinandersetzungen wurden in der afghanischen Stadt hunderte ausländische Soldaten getötet und teils schwer verwundet. 

"Würde Helmand fallen, wäre dies ein schwerer Schlag für uns alle. Für all die Männer und Frauen die dort gekämpft haben. Und für die Freunde und die Familien der Soldaten die dort ihr Leben lassen mussten", sagte der ehemalige Royal Marine Offizier Ben Wright zu "RT". 

Wright diente in Afghanistan bevor eine Bombe in seinem Fahrzeug am Straßenrand detonierte. Seine Befürchtung, die afghanische Stadt Helmand könnte fallen, scheint begründet. 

Schon seit sechs Monaten versuchen die erstarkenden Taliban die Stadt, die im Süden des Landes liegt, zurückzuerobern. Helmand ist einer der Orte deren Namen, auf dem Höhepunkt der britischen Besatzung, in aller Munde waren. Genau diese Gegenden werden jetzt erneut zu Schauplätzen heftiger Kämpfe zwischen Regierungstruppen und Aufständischen. 

"Die Opfer die wir in diesen Konflikt bringen mussten sind monumental. Es gibt zahlreiche Männer und Frauen die lebensverändernde Verletzungen erlitten haben und Tausende Soldaten die nun an PTSD (Posttraumatische Belastungsstörung) leiden," sagte Wright zum russischen Sender.  

Allein in 2015 wurden 456 britische Soldaten und 2.000 Mitglieder der afghanischen Sicherheitskräfte in Afghanistan getötete. Unzählige wurden schwer verwundet. 

Die britische Kampfmission wurde im Oktober 2014 offiziell für beendet erklärt. Daraufhin übernahmen die afghanische Armee und die Polizei nach jahrelangem Training die Sicherung des Landes. Es blieben nur einige ausländische Truppen in der Region die eine rein beobachtende Rolle spielen sollten. 

Letzte Woche berichtet das Wall Street Journal, dass amerikanische und britische Spezialeinheiten einen verzweifelten Versuch starteten, lokale Kräfte in Helmand gegen die Taliban zu unterstützen.  

Am Montag postete der Vizegouverneur Mohammad Jan Rasulyar einen verzweifelten Hilferuf an Präsident Ashraf Ghani auf Facebook. Rasulyar teilet dem afghanischen Staatsoberhaupt mit, dass über 90 afghanische Sicherheitskräfte im letzten Monat getötet wurden. 

Er schrieb Ghani auf Facebook: "Meine Exzellenz, ich weiß das Facebook nicht das richtige Forum für einen Dialog mit Ihnen ist, aber meine Stimme wird von Ihnen nicht gehört, ich weiß nicht mehr was ich machen soll."  

Für Ben Wright ist der Afghanistan-Krieg "von Anfang bis Ende eine Katastrophe". "Wir schulden es den Gefallenen, dass dieser Krieg nicht unter den Teppich gekehrt wird."

In Afghanistan mussten seit Januar diesen Jahres 100.000 Menschen vor Gewalt aus ihren Dörfern und Städten fliehen. Es ist das nächste Flüchtlingsdrama, das sich jedoch abseits der Öffentlichkeit abspielt. (so) 

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