Krimi ums Gold: Maduro fällt auf Hochstapler herein – Deal sollte in Graz abgewickelt werden

Von 23. Oktober 2019 Aktualisiert: 23. Oktober 2019 6:56
Ein angeblicher Investmentberater hat Venezuelas Regime angeboten, entgegen dem bestehenden Embargo bei der Bank of England eingelagertes Staatsgold nach Österreich zu transferieren. Dafür wollte er eine Provision von 500 Millionen US-Dollar.

Bei seinem Versuch, gegen bestehende Embargo-Bestimmungen in London bei der Bank of England gelagertes Staatsgold zu verkaufen, soll Venezuelas sozialistischer Machthaber Nicolas Maduro einem Hochstapler aufgesessen sein. Dies berichtet die „Kronen Zeitung“. Der aus Sicht mehrerer Staaten mittlerweile illegitime Staatschef soll den Gedanken gefasst haben, Gold aus den Beständen der staatlichen Notenbank an eine österreichische Bank zu verkaufen.

Wie der Finanznachrichtenservice Bloomberg, auf den das Blatt sich beruft, schreibt, soll es sich um Gold im Wert von 1,5 Milliarden US-Dollar gehandelt haben. Auf legale Weise wäre ihm dies nicht möglich gewesen. Mehrere vor allem westliche Staaten, darunter auch Großbritannien, hatten ein Embargo gegen das sozialistische Regime in Caracas verhängt, nachdem Maduro sich geweigert hatte, dem vom Parlament gewählten Interimspräsidenten Juan Guaidó die Regierungsgeschäfte zu übertragen.

„Charlie Vincent“ wollte den großen Deal in Graz abwickeln

Die sozialistische Führung im Land hatte das Parlament entmachtet, nachdem die Opposition bei den Wahlen im Jahr 2015 einen Erdrutschsieg verbuchen konnte. Stattdessen bildete Maduro eine „Verfassungsgebende Versammlung“, die aus handverlesenen Günstlingen des Regimes bestand und fortan die Gesetzgebung übernehmen sollte. Im Januar des Jahres, als sich Maduro nach einer von der Opposition boykottierten Wahl erneut als Präsident vereidigen ließ, antwortete die reguläre Nationalversammlung mit der Wahl Guaidós zum Interimspräsidenten. Die USA und mehrere andere westliche Staaten anerkannten Guaidó daraufhin als legitimen Staatschef.

Maduro soll bei seinem nunmehrigen Vorhaben, in Umgehung des Embargos Gold aus England nach Österreich zu verkaufen, auf einen Hochstapler hereingefallen sein. In Graz sollte der Deal stattfinden.

Ein Mann, der sich als Investmentberater „Charles Vincent“ vom Finanzdienstleister „Pipaud & Partners Sarl“ in Genf vorstellte, wollte in der Lage sein, Maduro bei der Abwicklung des Deals zu helfen. Er behauptete, er könne die britischen Zentralbanker dazu bewegen, den Verkauf des Goldes nach Österreich zu bewilligen – für eine Milliarde US-Dollar. Als „Bearbeitungsgebühr“ und Entgelt für seine Bemühungen wolle er den Differenzbetrag von 500 Millionen US-Dollar einstreichen.

„Vincent” wollte, so die „Krone“, in einer „im Staatseigentum befindlichen Metallverarbeitungsanlage“ in Graz das „eingefrorene“ Gold umschmelzen und danach je eine Tonne pro Woche an eine tschechische Bank weiterverkaufen.

Investmentbüro entpuppt sich als Briefkastenfirma

Maduro schien von der Idee angetan zu sein. In Venezuelas Hauptstadt Caracas bereitete ihm das Regime einen fürstlichen Empfang. Allerdings stellte sich in weiterer Folge heraus, dass es weder die angesprochene Metallverarbeitungsanlage in Graz gibt noch die mit einem Stammkapital von gerade mal 20 000 Schweizer Franken im Handelsregister eingetragene „Pipaud & Partners Sarl“ in der Rue Adrien-Lachenal 20 in Genf mehr als eine Briefkastenfirma ist.

Die Politik des sozialistischen Regimes in Venezuela hat zum Zusammenbruch der Wirtschaft, unter anderem der Ölindustrie des Landes, geführt und eine flächendeckende Versorgungskrise hervorgerufen. Schlägertruppen des Regimes plündern, brandschatzen und morden in Gegenden, die als der Opposition zugetan gelten. Stromausfälle, Mangelernährung und nicht mehr stattfindender Schulunterricht prägen die Szenerie. Die Führung des Militärs hält Maduro und die regierenden Sozialisten noch an der Macht.

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