Maas fordert dauerhafte Waffenruhe in Idlib: Zwei Millionen Menschen brauchen humanitäre Hilfe

Epoch Times29. Dezember 2019 Aktualisiert: 29. Dezember 2019 9:07
Außenminister Heiko Maas hat zu einer sofortigen Waffenruhe im umkämpften Idlib in Syrien aufgerufen. "Die humanitäre Situation in Idlib ist ohnehin schon katastrophal", so Maas.

Bundesaußenminister Heiko Maas hat ein sofortiges Ende der Angriffe in der umkämpften Rebellen- und Terroristenhochburg Idlib im Nordwesten Syriens gefordert.

„Die humanitäre Situation in Idlib ist ohnehin schon katastrophal und verschärft sich durch die Kämpfe immer weiter“, sagte Maas den Zeitungen der Funke Mediengruppe (Sonntagsausgaben).

Zehntausende sind auf der Flucht, unter schwersten Bedingungen, mitten im Winter. Es braucht ein sofortiges Ende der Angriffe und eine dauerhafte Waffenruhe.“

Deutschland stellt weitere sieben Millionen Euro für humanitäre Hilfe bereit

Allerdings könnten die zwei Millionen Menschen, die dort akut auf humanitäre Hilfe angewiesen seien, nicht auf eine politische Lösung warten, erklärte Maas. Deshalb stelle Deutschland weitere sieben Millionen Euro für ein UN-Programm für grenzüberschreitende humanitäre Hilfe für Syrien bereit.

Eine Verlängerung des Hilfsprogramms über den 10. Januar 2020 hinaus scheiterte kürzlich am Veto von Russland und China im UN-Sicherheitsrat.

Deutschland ist laut Funke Mediengruppe mit knapp 27 Millionen Euro im laufenden Jahr neben Großbritannien größter Einzahler in das Programm.

Maas rief zur Verlängerung der Resolution auf, nur so sei lebensnotwendige Hilfe weiterhin zu leisten.

Erdogan warnt vor neuer Migrationswelle nach Europa

Nach Angaben der Vereinten Nationen sind in den vergangenen zwei Wochen mehr als 235.000 Menschen aus Idlib geflohen. Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan warnt vor einer neuen Migrationswelle in Richtung Europa.

Trotz einer eigentlich geltenden Waffenruhe haben syrische Regierungstruppen mit russischer Unterstützung zuletzt ihre Angriffe auf die Provinz verstärkt.

Idlib sowie Teile der angrenzenden Provinzen Hama, Aleppo und Latakia werden von dem früheren Al-Kaida-Ableger HTS und anderen islamistischen Milizen kontrolliert.

Der syrische Präsident Baschar al-Assad ist entschlossen, die Region wieder unter seine Kontrolle zu bringen. (afp/dpa)

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