Maas zu Gespräch vor Berliner Konfernz in Bengasi: General Haftar zu Waffenstillstand in Libyen bereit

Epoch Times16. Januar 2020 Aktualisiert: 16. Januar 2020 16:22
General Haftar, der den größten Teil Libyens kontrolliert, ist bereit den Waffenstillstand einzuhalten, obwohl er am letzten Wochenende das entsprechende Abkommen in Moskau nicht unterzeichnete.

Der militärische Befehlshaber der Libysch-Nationalen Armee (LNA), General Chalifa Haftar, ist nach Angaben von Bundesaußenminister Heiko Maas (SPD) zu einem Waffenstillstand in Libyen bereit. „Er hat zugesagt – unabhängig davon, dass er die Waffenstillstandsvereinbarung Anfang der Woche in Moskau nicht unterschrieben hat – den Waffenstillstand einzuhalten. Das ist außerordentlich wichtig“, sagte Maas am Donnerstag nach einem Gespräch mit dem General im libyschen Bengasi.

Am Dienstag hatte Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) für Sonntag zu einem Spitzentreffen zur Vermittlung im Libyen-Konflikt eingeladen. Teilnehmen sollen die USA, Russland, Großbritannien, Frankreich, China, die Vereinigten Arabischen Emirate, die Türkei, die Republik Kongo, Italien, Ägypten und Algerien. Zudem werden Vertreter der Vereinten Nationen, der Europäischen Union, der Afrikanischen Union sowie der Arabischen Liga erwartet. Der international anerkannte libysche Premierminister Fayiz as-Sarradsch und General Haftar wurden ebenfalls nach Berlin eingeladen.

In Libyen herrscht seit dem Sturz des langjährigen Staatsoberhaupts Muammar al-Gaddafi, der das Land von 1979 bis Anfang 2011 regierte und im Oktober desselben Jahres starb, ein Bürgerkrieg. Haftar kontrolliert mit der Libysch-Nationalen Armee (LNA) Gebiete im Osten des Landes. Er wird von Russland, Ägypten und den Vereinigten Arabischen Emiraten unterstützt. Im vergangenen Jahr startete er einen Angriff auf Tripolis, wo die Regierung von Ministerpräsident as-Sarradsch sitzt. Diese wird von lokalen Milizen unterstützt, aber auch von der Türkei, Katar und Italien. Dennoch konnte die libysche Übergangsregierung ihre Macht bisher kaum über die Hauptstadt hinaus ausbauen. (dts)

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