MH17-Abschuss durch pro-russische Rebellen? BND-Bericht hinkt

Epoch Times22. Oktober 2014 Aktualisiert: 22. Oktober 2014 8:44

Der Präsident des Bundesnachrichtendienstes (BND), Gerhard Schindler sagte, dass die Radaraufnahmen von der Ukraine über den Absturz des Malaysia Airlines Flug MH17 gefälscht wären. Schindler lehnte auch die russischen Angaben des Verteidigungsministeriums ab, dass sich nahe der Passagiermaschine ein ukrainisches Kampfflugzeug des Typs Su-25 befand.

"In einem Vortrag vor den Mitgliedern des Parlamentarischen Kontrollgremiums präsentierte BND-Präsident Gerhard Schindler am 8. Oktober umfangreiche Belege, darunter eine Auswertung von Satellitenaufnahmen und verschiedenen Fotos. Demnach erbeuteten prorussische Separatisten ein russisches Buk-Luftabwehrraketensystem von einem ukrainischen Stützpunkt und feuerten damit am 17. Juli eine Rakete ab, die direkt neben der malaysischen Maschine mit 298 Menschen an Bord explodierte," berichtet der Spiegel.

Die "umfangreichen Belege" von denen Schindler sprach wurden bislang jedoch nicht veröffentlicht. Auch die Aussage, dass die Satellitenaufnahmen beweisen würden, dass pro-russische Separatisten das Buk-System gestohlen hätten, hinkt. In seinem Vortrag sagte Schindler demnach auch, dass die Satellitenbilder von der Ukraine eine Fälschung wären.

Die Ukraine besitzt keine eigenen Möglichkeiten, Satellitenaufnahmen zu machen. Somit müssen die Bilder von Washington geliefert worden sein. Wer die Aufnahmen gefälscht hat, sagte Schindler nicht. 

Ungereimtheiten auf den Satelitenbildern

Das russische Verteidigungsministerium verglich die vorgelegten Satellitenaufnahmen mit seinen eigenen und verwies auf Ungereimtheiten. Russland schlug vor, eine öffentliche vergleichende Analyse der russischen und amerikanischen Satellitenaufnahmen vorzunehmen. Die USA lehnten diesen jedoch ab.

Eigentlich hätten sich die Internationale Zivilluftfahrtorganisation (ICAO) und die Vertreter der Niederlande, denen die Ermittlung der Absturzumstände der Passagiermaschine übertragen wurde, an die USA wenden müssen. Dies ist jedoch nicht geschehen. 

Valeri Schelkownikow, der Präsident der Agentur "Flugsicherheit", Vorstandsmitglied des Weltfonds für Flugsicherheit (FSF) mit Sitz in Washington, sagte: "Die ukrainische Seite sollte der ICAO die gesamte Information über die planmäßigen Flüge aller Militärflugzeuge, über das Schießen in jener Periode, über alle Gespräche zwischen dem Flugleitzentrum der Ukraine und den Befehlsstellen der Luftstreitkräfte der Ukraine übergeben. Alle Aufzeichnungen, alle Funkgespräche sollten vorgelegt werden. Aber nichts von dem wurde getan. Wir sind erstaunt, dass die ICAO geschwiegen hat. Denn laut Anhang Nr. 13 zur Konvention über die internationale Organisation der Zivilluftfahrt mussten diese Angaben gesammelt werden," berichtet ruvr.ru. 

Russland fordert: Transparente und objektive Untersuchung

Im September kritisierte der russische UN-Botschafter Witali Tschurkin die bisherigen Ermittlungen zum Abschuss der Passagiermaschine über der Ostukraine scharf.

Vor UN-Sicherheitsrat sprach er von einem "Informationskrieg" in dem den ukrainischen Rebellen und der russischen Regierung ohne jegliche Beweise eine Verwicklung in den Abschuss von Flug MH17 vorgeworfen wurden. Eine transparente und objektive internationale Untersuchung des Flugzeugabsturzes sei nur unter Beteiligung der Vereinten Nationen möglich.

Kurz nach dem Erscheinen des niederländischen Untersuchungsberichts zum MH17-Abschuss hatte Tschurkin bereits konstatiert: "Ich muss zu dem Schluss kommen, dass eine echte internationale Untersuchung nicht stattgefunden hat."

[–Keine echten Beweise–]

Es gibt demnach keine schlüssigen Beweise dafür, dass die russischen Rebellen das Flugzeug abgeschossen haben. Das US-Außenministerium erklärte zwar, dass Washington eine riesige Zahl an Beweisen hat, die belegen, dass die Separatisten das Flugzeug abgeschossen haben, doch bislang wurde kein einziger Beweis veröffentlicht. 

Andererseits gibt es jedoch stichhaltige Belege dafür, dass "am 17. Juli die ukrainischen Radarstationen (zur Entdeckung und Zielerfassung) 9S18 "Kupol" des Luftabwehr-Raketensystems "Buk" erhöhte Aktivitäten demonstrierten: neun solche Stationen waren in Betrieb. Mehrere Tage vor dem Absturz waren 7 bis 8 Radare der 9S18 in Betrieb, und ab dem 18. Juli, das heißt gleich nach dem Absturz der Boeing, waren nur 2-3 ukrainische Radare in Betrieb," berichtet ruvr.ru. Diese Daten wurden von russischen Radarsystemen aufgezeichnet und übermittelt. 

Diese Tatsachen wurde jedoch von den internationalen Ermittlern und der westlichen Gemeinschaft ignoriert. Die Theorie, dass die russischen Separatisten ein Buk-System gestohlen und damit die Boeing 777 abgeschossen haben, ist jedoch weit verbreitet. (so) 

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