Marokko deportiert Migranten von Mittelmeerküste in den Süden des Landes

Epoch Times12. August 2018 Aktualisiert: 12. August 2018 17:28
Marokko griff rund 1.800 Migranten in den letzten Tagen nahe der Mittelmeerküste auf und brachte sie in den Süden des Landes. In diesem Jahr sind bereits 28.000 Menschen von Marokko aus nach Spanien gelangt.

Marokkanische Behörden haben unterdessen in den vergangenen Tagen hunderte Migranten nahe der Mittelmeerküste aufgegriffen und in den Süden des Landes gebracht. Offenbar sollten sie dadurch von der Überfahrt über das Mittelmeer nach Europa abgehalten werden.

Ein Behördenvertreter in der Hafenstadt Tanger sprach am Samstag gegenüber AFP von einem „Einsatz im Rahmen des Kampfes gegen illegale Migration“. Seit Mitte vergangener Woche sei es unter anderem in den Städten Nador und Tanger verstärkt zu Razzien und illegalen Festnahmen von Migranten gekommen, berichtete der Marokkanische Verband für Menschenrechte (AMDH).

1600 bis 1800 Migranten seien in Orte gebracht worden, „in denen bessere Lebensbedingungen herrschen“. Einige der Flüchtlinge seien in der Nähe der Stadt Tiznit, rund 800 Kilometer südlich der Mittelmeerküste aus den Bussen gelassen worden, zitiert die Menschenrechtsorganisation einen der Migranten.

Menschenrechtsgruppen verurteilten die Aktion als illegal. Es habe keine gerichtlichen Vollstreckungsbefehle gegeben, sagte Omar Naji von der Marokkanischen Menschenrechtsvereinigung. Marokko, Spanien und die EU seien „verantwortlich“ für die Festnahmen.

Mehrere Zeltlager in den Wäldern nahe der spanischen Exklave Melilla seien zudem zerstört worden. In Bussen seien die vor allem aus Ländern südlich der Sahara stammenden Menschen in Richtung Süden gebracht worden.

In diesem Jahr sind nach UN-Angaben bereits mehr als 28 000 Menschen von Marokko aus nach Spanien gelangt. Damit liegen die Ankünfte schon im August auf Niveau des gesamten Vorjahres.

Merkel sagte Spanien Unterstützung zu

Die Bundeskanzlerin sagte Spanien Unterstützung in den Verhandlungen mit Marokko zu. Deutschland habe seinen Beitrag in den europäischen Trustfonds für Tunesien und Marokko eingezahlt, „weil sie Unterstützung brauchen in der Grenzsicherung, weil sie auch Entwicklungszusammenarbeit brauchen“, sagte Merkel.

„Wenn die Differenz zwischen den Perspektiven Afrikas und den Perspektiven Europas zu groß ist, dann werden die Ursachen von Migration und Flucht nicht zu bewältigen sein“, warnte sie.

Sanchez mahnte, je größer die Distanz zwischen Europa und Afrika bezüglich der wirtschaftlichen Entwicklung sei, desto größer werde die Tragödie im Mittelmeer sein. „Wir müssen diesen Abgrund irgendwie zuschütten.“

Der spanische Ministerpräsident erklärte, Deutschland und Spanien führten Gespräche mit der EU-Kommission über die Freigabe weiterer Hilfen für Marokko, damit das Land seine Grenzsicherung effektiver gestalten könne. Spanien stütze sich dabei auf „die deutsche Unterstützung und den deutschen Willen“.

(afp)

Themen
Panorama
Newsticker
Kommentieren
Werte Leserinnen und Leser,
Ihre Kommentare sind uns willkommen, bitte lesen Sie vorher die Netiquette HIER.
Die Kommentare durchlaufen eine stichprobenartige Moderation.
Beiträge können gelöscht oder Teilnehmer können gesperrt werden.
Bitte bleiben Sie respektvoll und sachlich.

Ihre Epoch Times-Redaktion