Menschenrechtler meinen, Gewalt gegen Rohingya in Myanmar ist „Völkermord“ – Doch, seit 1947 töten die Muslime Buddhisten

Epoch Times16. November 2017 Aktualisiert: 16. November 2017 15:35
Was geschieht in Myanmar? Menschenrechtler, die UNO und verschiedene Staatschefs sagen, die Buddhisten würden einen "Völkermord" an den muslimischen Rohingyas begehen. Doch tatsächlich stellt sich die Lage bei näherer Betrachtung vollkommen anders dar.

Menschenrechtler haben die Gewalt gegen die muslimischen Rohingya in Myanmar als „Völkermord“ bezeichnet.

Es gebe „zunehmend Beweise“ für diese Anschuldigung, erklärten die Menschenrechtsorganisation Fortify Rights und das Holocaust-Museum in Washington am Mittwoch. Als Belege werden unter anderem Opfer mit durchgeschnittener Kehle angeführt. Andere Menschen seien vom Militär bei lebendigem Leib verbrannt worden. Human Rights Watch berichtete zudem von Massenvergewaltigungen.

Der seit Jahren andauernde Konflikt in Myanmar war Ende August eskaliert, als Rohingya-Rebellen Soldaten und Polizisten angriffen und dutzende Sicherheitskräfte töteten. Das Militär reagierte mit Gegengewalt. Hunderte Menschen wurden auf beiden Seiten umgebracht. Mehr als 600.000 Rohingya flüchteten ins benachbarte Bangladesch. Auch die UNO spricht von „ethnischen Säuberungen“, zuletzt hatte auch schon der französische Präsident Emmanuel Macron von einem „Völkermord“ gesprochen.

Tillerson trifft Suu Kyi

Bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit US-Außenminister Rex Tillerson am Mittwoch in der Hauptstadt Naypyidaw wies Myanmars Regierungschefin Aung San Suu Kyi den Vorwurf der Untätigkeit zurück: „Ich war nicht stumm“, sagte sie. Sie verfolge das Ziel, keine weiteren Spannungen zu schüren.

„Die Menschen meinen, was ich sage, sei nicht interessant“, sagte Suu Kyi. Was sie sage, sei aber auch „nicht dazu gedacht, interessant zu sein“, sondern „korrekt“. Sie wolle Menschen nicht gegeneinander aufhetzen.

Tillerson hatte am Mittwoch zunächst Myanmars Armeechef Min Aung Hlaing getroffen. Im Anschluss sagte er, Sanktionen gegen das Land wegen der Gewalt gegen die Rohingya seien derzeit nicht ratsam. „Wir wollen sehen, dass Myanmar erfolgreich ist“, sagte Tillerson. Er könne nicht erkennen, inwiefern Sanktionen die Krise lösen könnten.

Doch, was steckt wirklich hinter dem Rohingya-Konflikt?

Die Rohingyas sind eine muslimische Minderheit, die aus Bangladesh nach Myanmar – ehemaliges Burma – ausgewandert ist. Wie der Journalist Ahinamo Kurasawa auf „Religion Mind“ schreibt, vermehrte sich die muslimische Gemeinschaft in einer relativ kurzen Zeit sehr stark – ohne jede Familienplanung. Zudem hätten sie keine wirtschaftlichen Überlegungen, wegen ihrer begrenzten Ressourcen, angestrengt.

„Dadurch wurde die eingeborene Bevölkerung in diesem Gebiet zur Minderheit,“ so Kurasawa. Den Buddhisten in Burma sei das Land weggenommen und stattdessen der angewachsenen Bevölkerung der muslimischen Rohingya gegeben worden.

Laut Kurasawa bezeichnen sich die Rohingya selbst als „Eingeborene des Staates Rakhine“, während die burmesischen Historiker sagen, dass sie aus Bengalen nach Burma eingewandert sind. Und zwar hauptsächlich in der Zeit der britischen Herrschaft in Burma und in geringerem Maße nach der Unabhängigkeit Burmas im Jahr 1948 und dem Befreiungskrieg in Bangladesh im Jahr 1971.

Rohingyas rebellierten mit Hilfe von Al-Qaida gegen die Regierung

Der Reporter berichtet weiter, dass unter General Ne Wins Regierung im Jahr 1982 die Burmesen ein nationales Gesetz erließen, das den Rohingya die Staatsbürgerschaft verweigerte – und so dem Wunsch der großen Mehrheit der Burmesen (96%) entsprach. Die Entscheidung wurde demnach auch deshalb gefällt, weil die Rohingyas mehrere Jahrzehnte gegen die Regierung rebelliert hatten. Diese Kräfte seien hauptsächlich durch separatistische Bewegungen und extremistische Gruppen unter anderem durch Al-Qaida unterstützt worden.

Weiter schreibt er, dass die Aufstände im westlichen Myanmar von Aufständischen ausgeführt worden seien, die zur ethnischen Minderheit der Rohingya gehörten. Die meisten Zusammenstöße passierten demnach im Distrikt Maungaw, der an Bangladesh grenzt.

„Örtliche Mujahideen Gruppen rebellierten von 1947 bis 1961 gegen Regierungskräfte, um zu versuchen, die mehrheitlich von Rohingya bewohnte Mayu Halbinsel im nördlichen Teil des Staates Rakhine von Myanmar abzuspalten, um es dann an Ost-Pakistan (dem heutigen Bangladesh) anzuschließen. In den späten 1950er Jahren verloren sie eine Menge Unterstützer und ergaben sich den Regierungstruppen,“ so Ahinamo Kurasawa.

Die modernen Aufstände der Rohingya im nördlichen Rakhine hätten im Jahr 2001 begonnen, schreibt Kurasawa weiter. Auch wenn Shwe Maung, der Abgeordnete der Rohingya Mehrheit, diese Beschuldigungen zurückgewiesen hatte.

Die letzten Zusammenstöße an der der Grenze von Myanmar nach Bangladesh wurden 2016 berichtet. Die Rohingya Rebellen wurden damals auch verdächtigt, Verbindungen zu ausländischen Islamisten zu haben.

„Die Frage, die wir uns alle stellen müssen ist, warum töten Muslime Christen?“

Obwohl die Rohingya einige Generationen in Burma ansässig sind, stellen sie ungefähr 4% der Bevölkerung von Myanmar.

„Andererseits gab es ständig Übergriffe wie brutale Vergewaltigung und Mord an einer Buddhistin in Rakhine durch muslimische Männer, gefolgt von Mord an muslimischen Rohingyas (als Vergeltung). Das führte zu Aufstände zwischen den Buddhisten in Rakhine und den Muslimen der Rohingya. Es war kein einseitiges Massaker, sondern ein örtlich begrenzter Aufstand mit Opfern auf beiden Seiten,“ so Kurasawa weiter.

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Doch die Angelegenheit sei ernster geworden, als die Rohingya auch Mönche getötet hätten. „Meistens wurden sie geköpft,“ schreibt Kurasawa. Mindestens 19 solcher Morde an Mönchen seinen innerhalb von ein paar Monaten gemeldet worden.

Kurasawa schreibt:

„Die Frage, die wir uns alle stellen müssen ist, warum töten Muslime Christen? Warum töten Muslime andere Muslime so ziemlich überall auf der Welt? Keiner der Buddhisten, die wir kennen, wollte oder will Muslime töten zumindest nicht aus religiösen Gründen. Aber in Myanmar gibt es ziemlich wenig Toleranz in Bezug auf Proselytismus, das bedeutet, es gibt keine Probleme mit anderen Religionen, solange man bei seiner Religion bleibt und nicht versucht andere zu bekehren. Die Christen haben dies vor langer Zeit lernen müssen, obwohl sie es auch weiterhin tun, ohne aber aggressiv zu sein, die Hindus hatten niemals solche Ambitionen und die Buddhisten tun es gar nicht, aber die Muslime …naja …

Andererseits sind die Gemeinschaften der Rohingyas sehr konservativ, was interreligiöse Ehen angeht, sie bestrafen und manchmal töten auch ihre Frauen, wenn sie jemanden heiraten, der nicht der Gemeinschaft der Rohingya angehört. Aber sie heiraten gerne buddhistische Frauen und konvertieren sie zum Islam. Das gefällt einigen konservativen Gruppen der buddhistischen Mehrheit nicht so gut, aus offensichtlichen Gründen.“

Die Christen und die Hindus, die zweit- und viertgrößte Gemeinschaft innerhalb der Bevölkerung, hätten sich hingegen gut integriert.

Der Journalist betont auch, dass in Myanmar das Beleidigen jeder Religion illegal ist. Würde man eine Religion beleidigen, lande man innerhalb von wenigen Stunden im Gefängnis.

Rohingyas töteten die Eingeborenen

Laut Historikern wurden Rohingya Muslime anfangs als Gäste Willkommen geheißen. Es gab wenige, oder keine Probleme am Anfang. Probleme wie Rebellionen passierten später, aber es wurde eine Übereinkunft erzielt und sie wurden in den 60er Jahren entwaffnet. Obwohl es zwischen den beiden Gemeinschaften kleinere Konflikte gab, geschah nichts Ernsthaftes.

Das änderte sich jedoch vor fünf Jahren: „Damals sammelten sich die Muslime in größerer Zahl, gingen auf die Straßen und töteten die sich in der Minderheit befindlichen Eingeborenen in ihrem Gebiet. Darum begannen die burmesischen Buddhisten ihrerseits mit Gegenangriffen gegen die Muslime, die ihre Brüder und Schwestern auf dem Gebiet der Rohingya töteten,“ so Kurasawa.

Und:

„Deshalb ist es wichtig zu verstehen dass die Buddhisten nicht die Muslime töten, sondern die Eingeborenen kämpfen gegen die Rebellen, die buchstäblich darauf aus sind im Staat Rakhine eine ethnische Säuberung durchzuführen. Wenn es die Schuld der Buddhisten wäre, dann müssten sie auch die Christen angreifen. Sie müssten die Christen zumindest irgendwie diskriminieren, es ist immerhin die zweitgrößte religiöse Gemeinschaft in Burma. Aber das ist niemals passiert.“

Diese Unruhen könnten also nicht als Religionskriege bezeichnet werden, sondern als ein politischer Krieg, in dem Eingeborene versuchten ihr Leben vor Angreifern zu schützen, die zu einer eingewanderten Gemeinschaft gehören.

Abschließend schreibt Ahinamo Kurasawa in seinem Bericht:

„Diese versucht nicht nur in verstörender Anzahl zu wachsen, sondern versucht auch noch, die Eingeborenen mit Gewalt zu ihrem Glauben zu konvertieren durch direkte und indirekte Mittel. Es ist ein Aufstand, den die Rohingyas begonnen haben, indem sie Buddhisten angegriffen haben und das Gegenteil ist einfach unwahr, obwohl man es weltweit so glaubt. Es sind die Rohingyas, die Menschen töten und Allahu Akhbar rufen und kein einziger Buddhist, denn Buddhisten können aus ihrem Glauben heraus keinen Mord rechtfertigen. Aber ihr Überleben hat nun Priorität und das veranlasst, sie sich zu wehren.

Seit mehr als einem halben Jahrhundert erleben die Buddhisten in Burma wie die Rohingya anscheinend grundlos gegen sie kämpfen, außer dass sie eine separate islamische Region in Burma erschaffen wollen mit finanzieller Unterstützung, die von extremistischen Organisationen und aus dem Nahen Osten stammt und mit zusätzlicher Hilfe aus dem benachbarten Pakistan und Bangladesh. Es ist die letzte Möglichkeit, die sie haben, trotz der offensichtlichen Probleme, die sich daraus ergeben. Für die Buddhisten ist es einfach die Frage, ob sie willens sind durch die Hände der muslimischen Separatisten zu sterben, oder ob sie versuchen wollen weiterzuleben, indem sie dafür kämpfen.“

(so/dpa/afp)

Quellen: 

Its Not Buddhists Killing Muslims In Myanmar, Its Rohingya Muslims Killing Buddhists From 1947

Myanmar: Seit 1947 töten Rohingya Muslime Buddhisten