MH17: Warum auch ein Jahr später nur vertuscht und propagiert wird

Epoch Times14. Juli 2015 Aktualisiert: 14. Juli 2015 15:07

Fast ein Jahr nach dem Abschuss der Malaysia Airlines MH17 wird immer noch vertuscht und propagiert was das Zeug hält. Eigentlich müsste das internationale Ermittlerteam am 17. Juli seinen Ursachenbericht zum Flugzeugabsturz vorlegen, so will es das Regelwerk der International Civil Aviation Organization (ICAO). Aber es wird wohl leider noch etwas dauern, bei diesem hochpolitischen Fall: Die Niederländer deuten an, die ICAO-Regeln brechen und weiter Geheimniskrämerei betreiben zu wollen. Vor kurzem beklagten sie, dass die abtrünnige Republik Lugansk nicht kooperativ mit den Ermittlern gewesen sei.

Das Problem am Malaysia Airlines-Abschuss ist: Dieser psychologisch sehr geeignete Kriegsgrund ist nur solange ein Druckmittel, solange die wahren Geschehnisse ungeklärt sind. Mit so einem großen Flugzeugabsturz und den vielen unschuldigen Opfern lässt sich einfach sehr gut Politik machen.

Kriegspropaganda um MH17 

Beim Absturz des Flugs MH17 am 17. Juli 2014 waren alle 298 Menschen an Bord ums Leben gekommen. Die Boeing 777 war auf dem Weg von Amsterdam nach Kuala Lumpur. Noch bevor die Ermittlungen begannen, beschuldigten westliche Medien Russland und die ostukrainischen Rebellen, die Passagiermaschine mit einer BUK-Rakete abgeschossen zu haben. Die Rebellen behaupteten, über keinerlei technische Mittel für ein solches Attentat verfügt zu haben.

Russland hingegen machte Kiew für den Abschuss verantwortlich und stellte wenige Tage später Satellitenfotos und Erkenntnisse zum Abschuss-Hergang vor. Es sei ein ukrainischer SU25-Kampfjet gewesen. Die USA propagierte derweil medial, sie besäße „Beweise“ für Russlands Schuld, veröffentlichte jedoch bis heute kein stichhaltiges eigenes Material. (Zum Zeitpunkt des Vorfalls befand sich ein US-Satellit oberhalb der Abschussstelle, und im Schwarzen Meer fand die Marineübung Sea Breeze 2014 statt, bei der die Nato „Flugzeuge beobachten“ trainierte.) 

Da die meisten Opfer des MH17-Absturzes Niederländer waren, leitet Den Haag die Ermittlungen. Der niederländische Staatsanwalt Fred Westerbeke erklärte dieser Tage, dass man bis Ende 2015, wahrscheinlich länger, brauchen werde, um den Fall abzuschließen – also viel später, als die ICAO-Regeln erlauben. Ein Problem dabei sei, dass die an der Untersuchung beteiligten Regierungen (Ukraine, Niederlande, Australien, Belgien sowie Malaysia und Eurojust) die Veröffentlichung von Details verhindern können.

Kritiker sehen genau in ihrem Vetorecht das Mittel, mit dem das Durchsickern missliebiger Wahrheiten verhindert wird.

Westerbeke unterstützt Malaysia und die Niederlande bei ihrer Forderung nach einem UN-Tribunal. Man gehe davon aus, dass MH17 von einer Buk-Rakete abgeschossen wurde, könne aber noch nicht andere Theorien ausschließen. Man habe viele Daten ausgewertet und 100 Zeugen befragt, so der Niederländer.

Malaysia will UN-Tribunal

Am vergangenen Mittwoch hatte die malaysische Delegation einen Entwurf für eine UN-Resolution vorgelegt, die die Untersuchung des mutmaßlichen Abschusses einer Boeing 777 der Malaysia Airlines über der Ostukraine durch ein UN-Tribunal ermöglichen soll. In dem Papier wird die Einrichtung des Tribunals gemäß Kapitel 7 der UN-Charta gefordert, berichtete Sputniknews.

Der Entwurf wurde bislang noch nicht offiziell eingebracht. „Die Urheber des Dokuments stufen den Boeing-Absturz als eine‚ Bedrohung für internationalen Frieden und Sicherheit‘ ein“, sagte Russlands UN-Botschafter Witali Tschurkin dazu. „Ich sehe keine Perspektiven für dieses Dokument.“

Wer bezahlte 17 Millionen für die Wahrheit?

Die interessantestes Entwicklung im Fall MH17 war vor wenigen Wochen die Nachricht, dass es dem Privatdetektiv Josef Resch aus Lübeck gelang, einen Zeugen zu ermitteln, an den durch einen anonymen Auftraggeber 17 Millionen Dollar flossen. Soviel war ausgelobt worden für Beweise, die zeigen, dass Geheimdienste und Regierungen den Fall MH17 manipulierten und vertuschten. 

Nach vollendeter Mission berichtete Resch, dass er und sein Team mit meist abenteuerlichen und gefälschten Beweisen überhäuft wurden. Professionelle und plumpe Versuche, ihn abwechselnd von der Schuld der Ukrainer oder der Russen zu überzeugen. „Je länger wir ermittelt haben, umso undurchsichtiger wurde es“, so Resch. „Wir haben Wochen gebraucht, um zu sichten und zu sortieren. 99,9 Prozent waren klar als Schwachsinn abzuhaken“, so der Ermittler.

(rf)

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