Minister: Russland bevorzugt Nato-Gespräche am Verhandlungstisch, nicht durchs Fadenkreuz der Waffen

Epoch Times27. April 2016 Aktualisiert: 7. Juli 2016 17:16
Auf der internationalen Sicherheitskonferenz in Moskau äußerte sich Russlands Verteidigungsminister zur Aufrüstung der Nato an der Ostgrenze. Russland werde diesem Trend entsprechend entgegenwirken.

In Russland sieht man die Nato-Erweiterung und den Bau der militärischen Infrastruktur in Osteuropas als Bedrohung an. Darüber hinaus beklagte der russische Verteidigungsminister Sergej Schoigu am Mittwoch auf der internationalen Sicherheitskonferenz in Moskau, dass die USA und die Nato ihre Raketenabwehrpläne umsetzen und die Militärausgaben aufstocken. 

"Begründet werden diese Handlungen mit der absurden These, Russland sei an die Türschwelle der Nato herangerückt. Mit anderen Worten, alles wird auf den Kopf gestellt," zitiert "Sputniknews" den Minister.  

Internationale Sicherheitskonferenz in Moskau im Livestream

Schoigu warf dem Westen auch vor, einen Informationskrieg gegen Russland zu führen. Moskau wolle reden und sich nicht gegenseitig ins Visier nehmen. "Wir bevorzugen eine Kommunikation mit der Allianz am Verhandlungstisch, nicht durchs Fadenkreuz der Waffen," sagte der russische Politiker. 

Da die Nato weiterhin aufrüste, sehe sich Russland nun auch gezwungen militärische und militärtechnische Maßnahmen zu ergreifen, so Schoigu. Laut "Sputnik" betonte er aber auch, dass Russland nicht für ein Wettrüsten sei. 

Russland-Nato-Treffen ohne Erfolg

Der unlängst stattfindende Russland-Nato-Rat in Brüssel hat zu keiner Annäherung zwischen der Nato und Russland geführt. Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg sagte am Ende des Treffens: "Die Nato und Russland haben tiefe und anhaltende Unstimmigkeiten. Das Treffen hat daran nichts geändert. Die Verbündeten halten daran fest, dass es kein Zurück zu praktischer Zusammenarbeit geben kann, solange Russland internationales Recht nicht respektiert. Aber wir werden die Kommunikationskanäle offen halten."

Der Nato-Russland-Rat war 2002 gegründet worden, um Russland eng in die Arbeit der Nato einzubinden und Vertrauen zwischen den Gegnern von einst zu bilden. Er tagte auf Diplomatenebene zuletzt im Juni 2014. Seitdem liegt der Dialog wegen des eskalierten Ukraine-Konflikts auf Eis. Die Nato wirft Russland vor, die ukrainische Schwarzmeerhalbinsel Krim völkerrechtswidrig annektiert zu haben und die prorussischen Separatisten in der Ostukraine zu unterstütze. (so) 

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