US-Präsident Donald TrumpFoto: Mark Wilson/Getty Images

Mögliches Kabinett von Donald Trump: Aufmarsch der Kandidaten

Von 11. November 2016 Aktualisiert: 11. November 2016 20:39
Nach dem Wahlsieg des Milliardärs Donald Trump bringen sich die möglichen Kandidaten für das neue Kabinett in Stellung. New Yorks Ex-Bürgermeister Giuliani hat gute Aussichten auf einen Job in Trumps Kabinett aber auch Newt Gingrich, der frühere Sprecher des Repräsenantenhauses.

Eine der schwierigsten Aufgaben, die der designierte US-Präsident Donald Trump schon in Kürze zu lösen hat, ist die Besetzung seines Kabinetts. Es sind vor allem weiße Männer fortgeschrittenen Alters, die von den US-Medien als Favoriten für sein Regierungsteam genannt werden.

Chris Collins, Republikaner, Abgeordneter und früher Trump-Unterstützer sagte bei Fox News: „Er wird die Besten wählen, das macht ein Firmenchef. Wir wissen aber auch, dass er Loyalität respektiert. Sicherlich werden viele, die von Anfang an an seiner Seite waren, Schlüsselpositionen bekommen. Im Kabinett – oder in anderen, vergleichbaren Positionen.“

Nach einer Reihe von Gesprächen mit Politikexperten, Lobbyisten, Akademikern, Kongressmitgliedern und Menschen die Trump nahestehen, veröffentlichte das Magazin Politico eine Liste der möglichen Kandidaten.

Außenminister

Newt Gingrich, ein Politveteran, war während des Wahlkampfs einer der prominentesten Trump-Unterstützer. Nun wird er als Außenminister gehandelt. Gingrich ist in Washington gut vernetzt, aber auch umstritten.

Als Chef des Repräsentantenhauses verfolgte er in den 90er Jahren einen Oppositionskurs gegen Präsident Bill Clinton. Er führte das letztlich gescheiterte Amtsenthebungsverfahren gegen den Präsidenten wegen dessen Affäre mit der Praktikantin Monica Lewinsky an.

Der 73-Jährige hat ein ähnlich hitziges Temperament wie Trump und ist mit diesem während der Kampagne auch mehrmals aneinandergeraten. Gingrich veröffentlichte als Autor bzw. Co-Autor bisher 23 Bücher, von welchen 13 zeitweise in der Bestsellerliste der New York Times vertreten waren.

Neben Gingrich zieht Trump auch John Bolton, ehemaliger US-Botschafter bei den Vereinten Nationen, als US-Außenminister in Betracht.

Finanzminister

Steven Mnuchin, der Schatzmeister der Trump-Kampagne gilt als Favorit für den Finanzministerjob. Er arbeitete 17 Jahre lang für die Investmentbank Goldman Sachs, später reüssierte er als Produzent von Hollywoodfilmen. Seine Nominierung wäre ein Signal, dass Trump einen Kontakt zur Finanzbranche sucht.

Verteidigungsminister

Unter den republikanischen Verteidigungsbeamten, die der Trump-Administration unterstehen, könnte Stephen John Hadley als Verteidigungsminister in Frage kommen. Hadley ist ein US-amerikanischer Jurist. Er war der Berater für Nationale Sicherheit in der zweiten Amtszeit von US-Präsident George W. Bush.

Auch wurde der ehemalige Senator Jim Talent, der enge Trump-Vertraute Mike Flynn, ehemaliger Direktor der Defense Intelligence Agency, sowie Duncan Hunter, ein US-amerikanischer Politiker der seit 2009 den Bundesstaat Kalifornien im US-Repräsentantenhaus vertritt,als potenzielle Kandidaten genannt.

Der Parteichef der Republikaner Reince Priebus hatte die heikle Aufgabe, die tiefen Risse zwischen dem Kandidaten und großen Teilen des Partei-Establishments zu übertünchen. Der 44-Jährige kritisierte Trump gelegentlich, so etwa für dessen frauenverachtende Sprüche. Aber zugleich forderte Priebus auch immer vehement die Solidarität der Partei mit ihrem Kandidaten ein. Der Jurist könnte nun Trumps Stabschef werden. Von dieser Schlüsselposition aus wäre er ein Verbindungsmann zum Kongress. Priebus ist ein Vertrauter von Paul Ryan, dem Sprecher des Repräsentantenhauses.

Justizminister 

Der Ex-Bürgermeister von New York Rudy Giuliani hat Trump im Wahlkampf ohne Vorbehalte unterstützt. Dafür wird er nun womöglich mit dem Justizministerium belohnt. Wegen seiner Erfolge bei der Kriminalitätsbekämpfung in New York und vor allem seinem beherztem Einsatz nach den Anschlägen des 11. September 2001 wurde er einst parteiübergreifend bewundert.

Auch der bullige Gouverneur des Bundesstaats New Jersey Chris Christie, der sich selber um die Präsidentschaftskandidatur der Republikaner beworben hatte, kommt für den Posten in Frage. Nach seinem Ausstieg schloss er sich Trump an. Nun leitet der 54-Jährige das Übergangsteam, das den Machtwechsel im Januar vorbereitet. Christie wird für mehrere Regierungsposten gehandelt, darunter den des Generalstaatsanwalt.

Eine weitere Möglichkeit ist die Generalstaatsanwältin von Florida, Pam Bondi.

Innenminister

Der 74-jährige Mitbegründer der Ölproduktionsfirma von Lucas Oil, Forrest Lucas, gilt als Spitzenkandidat für den Posten des Innenministers.

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Weitere Kandidaten sind der Kapitalist Robert Grady, Trumps Sohn Donald Trump Jr., sowie Sarah Palin. Trump sagte bereits, er möchte Palin in seinem Kabinett haben.

Weitere mögliche Kandidaten sind der ehemalige Gouverneur von Arizona, Jan Brewer, Mary Fallin aus der Oklahoma Regierung, Wyoming-Vertretung Cynthia Lummis und Oklahoma-Ölmann Harold Hamm.

Landwirtschaftsminister

Es gibt mehrere Kandidaten, die als Landwirtschaftsminister in Frage kommen. Aus der Liste der möglichen Kandidaten stehen: Sid Miller, der aktuelle Landwirtschaftsminister in Texas. Der Gouverneur von Kansas Sam Brownback, der ehemaliger Gouverneur von Nebraska Dave Heineman, ehemaliger Georgia Gouverneur Sonny Perdue und der ehemalige Gouverneur von Texas Rick Perry sowie Charles Herbster, ein republikanischer Politiker, und Mike McCloskey, Innhaber einer großen Molkerei in Indiana.

Weiters könnte Bruce Rastetter, ein wichtiger Unterstützer der Republikaner in Iowa, oder Kip Tom, ein Bauer, der in 2016 für den Kongress in Indiana kandidierte, als Landwirtschaftsminister nominiert werden.

Andere republikanische Insider glauben, dass Chuck Connor, Präsident und CEO des Nationalrates der Bauern-Genossenschaften, Don Villwock, Präsident des Indiana Farm Bureau, und Ted McKinney, aktueller Direktor des Indiana Department of Agriculture in der Verwaltung von Gov. Mike Pence, wahrscheinlich auch im Rennen für den Posten sind.

Wirtschaftsminister

Der Milliardär und Investor Wilbur Ross, ein Trump-Wirtschaftsberater, könnte der neue US-Wirtschaftsminister werden. Auch Dan DiMicco, ehemaliger CEO der Stahlwerke Nucor Corp und ein Trump-Handelsberater, ist eine Möglichkeit.

Trump soll auch den ehemalige Gouverneur von Texas, Perry, sowie den ehemaligen Gouverneur von Arkansas Mike Huckabee, sowie Christie für den Job in Erwägung ziehen.

Arbeitsminister

Ein bekannter Name ist Victoria Lipnic, Beauftragte der Equal Employment Opportunity Commission seit 2010. Sie könnte die nächste Arbeitsministerin der USA werde. Lipnic diente auch als stellvertretende Arbeitsministerin für die Beschäftigungsnormen von 2002 bis 2009. Das Mitt-Romney-Übergangsteam hatte sie in 2012 auch für eine Spitzenpostenleistung in Betracht gezogen.

Gesundheitsminister 

Der Gouverneur von Florida Rick Scott, Gingrich und Ben Carson, ein ehemaliger GOP Präsidentschaftskandidat, gelten als Kandidaten für den Gesundheitsminister-Posten. Auf einer Anti-Obamacare-Demo nannte Trump Carson einen „brillanten“ Arzt. „Ich hoffe, dass er in den kommenden Jahren in meine Verwaltung involviert sein wird“, sagte Trump.

Auch Rich Bagger, Geschäftsführer des Trump-Übergangsteams und ein ehemaliger Pharma-Chef, gilt als Kandidat.

Unterrichtsminister 

Trump hat deutlich gemacht, dass das Bildungsministerium eine reduzierte Rolle in seiner Verwaltung spielen wird.

Die Abteilung könnte von Carson, einem pensionierten Neurochirurg, geleitet werden. Ein weiterer Kandidat ist William Evers, ein Forschungsstipendiat an der Hoover Institution. Evers arbeitete an der Bildungsabteilung während der Bush-Administration und diente als Seniorberater der damaligen Bildungssekretärin Margaret Spellings.

Minister für Veteranen-Angelegenheiten

Der Name, der am häufigsten für den Posten genannt wird, ist House Veterans Affairs Chairman Jeff Miller.

Chef der Homeland Security

Eine Person die als möglicher Zuständiger für die Homeland Security gennant wird ist David Clarke, der konservative Sheriff von Milwaukee County, Wisconsin. Auch Chris Christie wird als als mögliche DHS-Chef gennant.

Umweltminister

Myron Ebell, ein Klimaskeptiker, könnte der neue US-Umweltminister werden. Ebell, ein Beamter am Competitive Enterprise Institute, wurde von Umweltgruppen für seine Haltung zur globalen Erwärmung scharf kritisiert. Venture Capitalist Robert Grady ist auch ein Anwärter auf den Posten.

Weitere potenzielle Kandidaten: Joe Aiello, Direktor der Abteilung für Umweltschutz und Qualitätssicherung in New Jersey, Carol Comer, Beauftragte des Indiana Department of Environmental Management und Leslie Rutledge, Generalstaatsanwalt von Arkansas, sowie Bryan Bender, Joan Kenen, Marianne Levine, Michael Crowley, Doug Palmer, Nahal Toosi, Helena Bottemiller Evich, Zachary Warmbrodt, Ian Kullgren und Benjamin Wermund.