Nach Eskalation am Tempelberg: Israel schließt Botschaft und Konsulate in Türkei

Epoch Times24. Juli 2017 Aktualisiert: 24. Juli 2017 13:24
Der Konflikt um Zugang zum Tempelberg in Jerusalem, der sowohl Juden als auch Muslimen heilig ist, war in den vergangenen Tagen eskaliert: Seit Freitag starben mindestens acht Menschen bei Protesten und einem Attentat.

Nach den Vorfällen in Jerusalem hat Israel seine Botschaft und Konsulate in der Türkei geschlossen. Dies berichtet die „Israel Hatzolah“. Es heißt, die Maßnahme sei eine Sicherheitsvorkehrung im Zusammenhang mit der Situation am Tempelberg. Der Konflikt um Zugang zum Tempelberg war in den vergangenen Tagen eskaliert.

Streit um Tempelberg schürt Sorge vor neuer Eskalation des Nahost-Konflikts

Angesichts des Streits um den Tempelberg in Jerusalem wächst international die Sorge um eine neue Eskalation des Nahost-Konflikts. Die UNO, die EU und das Nahost-Quartett richteten am Wochenende eindringliche Aufrufe zur Mäßigung an Israel und die Palästinenser. Der UN-Sicherheitsrat setzte für Montag eine Dringlichkeitssitzung an.

Die internationale Gemeinschaft will mit diplomatischen Bemühungen verhindern, dass der Konflikt um den Tempelberg dauerhaft eine neue Spirale aus Gewalt und Gegengewalt in Gang setzt. Der UN-Sicherheitsrat werde am Montag „dringend“ beraten, „wie Appelle zu einer Deeskalation unterstützt werden können“, kündigte der schwedische UN-Botschafter Carl Skau an.

Das Nahost-Quartett aus UNO, EU, den USA und Russland rief die Konfliktparteien zu „maximaler Zurückhaltung“ auf. Das Auswärtige Amt in Berlin appellierte an alle Beteiligten, zur Deeskalation beizutragen. Die EU rief ihrerseits Israel und Jordanien auf, gemeinsam nach Wegen zu suchen, wie sich die Sicherheit auf dem Tempelberg für alle gewährleisten lasse, ohne den dortigen Status quo zu verändern.

Israel hatte nach einem Gewaltakt zwischen Israelis und Palästinenser in der Jerusalemer Altstadt Mitte Juli die Kontrollen zum Tempelberg verschärft und Metalldetektoren sowie zusätzliche Überwachungskameras am Eingang installieren lassen. Die Palästinenser sehen darin einen Versuch Israels, mehr Kontrolle über den Tempelberg zu übernehmen, der sowohl Juden als auch Muslimen heilig ist.

Am Freitag war der Streit eskaliert. Binnen weniger als 24 Stunden wurden sechs Menschen getötet – unter ihnen drei Israelis, die von einem 19-jährigen palästinensischen Angreifer in einer Siedlung im besetzten Westjordanland erstochen wurden.

Am Samstag wurde nach palästinensischen Angaben ein 17-jähriger Palästinenser bei Zusammenstößen in Al-Asarija östlich von Jerusalem von israelischen Sicherheitskräften angeschossen. Er erlag später seinen Verletzungen.

Dem Roten Halbmond zufolge wurden bei gewaltsamen Auseinandersetzungen seit Freitag 450 Menschen in Jerusalem und dem Westjordanland verletzt. (afp/so)

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