Nach EU-Türkei-Deal: „Hotspots“ werden zu Hafteinrichtungen – UN-Helfer protestieren

Epoch Times23. März 2016 Aktualisiert: 8. Juli 2016 0:17
Das UN-Flüchtlingshilfswerk protestiert gegen die Unterbringung der Neuankömmlinge in Griechenland. Seit dem Abschluss des EU-Türkei-Pakts wurden die "Hotspots" in Haftanstalten umfunktioniert, beklagt die Organisation.

Der Flüchtlingsdeal zwischen der EU und der Türkei stößt bereits auf Widerstand. Seit dem Abschluss des Paktes am Sonntag werden, die in Griechenland neuankommenden Flüchtlinge und Migranten, nun eingesperrt. Sie sollen solange in Gewahrsam bleiben, bis sie registriert sind und einen Asylantrag gestellt haben. Bei Ablehnung des Antrags sollen die illegalen Einwanderer wieder in die Türkei abgeschoben werden. 

Das Flüchtlingshilfswerk der Vereinten Nationen (UNHCR) protestiert aber gegen diese Maßnahmen. Deshalb hat die Organisation ihre Aktivitäten in allen blockierten Unterkünften auf den griechischen Inseln ausgesetzt. Dies berichtet "Sputniknews" unter Berufung auf die UN-Webseite.

Die Menschen dürften die Lager nicht verlassen, sie seien dort eingesperrt, beklagte UNHCR-Sprecherin Melissa Fleming in Genf. Das verstoße gegen UN-Grundsätze.

"Das UNHCR hat bis zu diesem Zeitpunkt die Behörden an den sogenannten ‘Hotspots’ auf den griechischen Inseln unterstützt. Flüchtlinge und Migranten wurden dort empfangen, unterstützt und registriert. Nach den neuen Regelungen sind diese ‘Hotspots’ nun zu Hafteinrichtungen geworden", heißt es in der UNHCR-Erklärung.

Das UN-Flüchtlingswerk werde trotzdem auch weiterhin vor Ort präsent sein, so "Sputnik". Es wolle sicherstellen, dass die nötigen Sicherheitsstandards beachtet werden. Die Organisation informierte die Asylsuchenden auch über ihre Rechte und Pflichten im Asylverfahren.

Der EU-Türkei-Deal sieht vor, dass alle Flüchtlinge, die ab dem 20. März illegal von der Türkei nach Griechenland übersetzen, ab 4. April zwangsweise in die Türkei zurückgebracht werden können. Im Gegenzug soll Europa syrische Flüchtlinge, 1:1, aus der Türkei übernehmen. Nur Migranten die nachweisen können, dass sie in der Türkei verfolgt werden, dürfen in Griechenland bleiben.

Wie "Sputnik" berichtet, beschleunigen die griechischen Behörden seit Samstag den Transfer von rund 8.000 Flüchtlingen und Migranten von den griechischen Inseln aufs Festland. Das Ziel dieser Maßnahme sei es, die Menschen die vor dem 20. März 2016 die Inseln erreichten von denjenigen zu trennen, die später ankamen und bereits dem neuen Flüchtlingsabkommen unterliegen. (so) 

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